mini|Auf einer östlich des Dorfes gelegenen Anhöhe stehen die so genannten Gerichtslinden. mini|hochkant|St. Veit

Veitsweiler ist ein Gemeindeteil des Marktes Weiltingen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Veitsweiler hat eine Fläche von 4,565 km². Sie ist in 482 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9471,21 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bosacker, Hahnenberg, Oberklingen und Unterklingen.

Geografie Das Pfarrdorf liegt am Weihergraben, einem rechten Zufluss der Wörnitz. 0,5 km westlich liegt der Kernwald, im Südwesten das Sandfeld, dahinter das Waldgebiet Hundsmarkt. 0,5 km südöstlich erhebt sich der Lämmerberg ().

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Weiltingen zur Staatsstraße 2385 (1,4 km nördlich) bzw. nach Hahnenberg (0,9 km südlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,6 km östlich), die nach Wolfsbühl (2 km westlich) bzw. nach Weiltingen verläuft (1,4 km nordöstlich).

Geschichte Die Fraisch über Veitsweiler war umstritten. Sie wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Aufkirchen beansprucht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Veitsweiler 21 Anwesen (1 Ziegelhütte, 2 Halbhöfe, 3 Köblergüter, 12 Söldengüter, 1 Söldengut mit Wirtschaft, 2 halbe Söldengüter). Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus, ein Schulhaus und ein Gemeindehirtenhaus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft und die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das württembergische Oberamt Weiltingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 468f. (=J. K. Bundschuh, Bd. 6, Sp. 8). Hiernach gab es 20 Untertansfamilien.

1810 kam Veitsweiler an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt entstand 1811 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Veitsweiler mit den Orten Hahnenberg, Oberklingen, Unterklingen und Wolfsbühl.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 535. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) schied Wolfsbühl aus der Ruralgemeinde aus.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 541. Die Gemeinde Veitsweiler war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nördlingen (ab 1831 Landgericht Dinkelsbühl) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Oettingen (ab 1832 Rentamt Dinkelsbühl, 1919 in Finanzamt Dinkelsbühl umbenannt, seit 1973 Zweigstelle des Finanzamtes Ansbach). Die Verwaltung übernahm 1862 das neu geschaffene Bezirksamt Dinkelsbühl (1939 in Landkreis Dinkelsbühl umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Dinkelsbühl (1879 in das Amtsgericht Dinkelsbühl umgewandelt, seit 1973 eine Zweigstelle des Amtsgerichtes Ansbach).T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 581. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,206 km². Mit der Auflösung des Landkreises Dinkelsbühl im Jahr 1972 kam Veitsweiler an den Landkreis Ansbach. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde sie am 1. Mai 1978 nach Weiltingen eingemeindet.

Baudenkmäler Haus Nr. 7: Evangelisch-Lutherische Pfarrkirche, Chorturmkirche, Chorturmuntergeschosse um 1400, Langhaus 1667 über älterem Mauerwerk neu errichtet, Fachwerkoktogon des Turms wohl 17. Jahrhundert; mit Ausstattung; Friedhof, im Kern mittelalterliche Anlage, mit Grabsteinen; Umfassungsmauer, im Kern mittelalterlich, teilweise erneuert. Haus Nr. 21: Ehemaliges Pfarrhaus, zweigeschossiges Gebäude mit Halbwalmdach, in Ecklage, teilweise Fachwerk, nach 1800; Einfriedung, Bruchstein, 19. Jahrhundert

Bodendenkmäler In der Gemarkung Veitsweiler gibt es zwei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Veitsweiler Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 154 183 183 191 198 191 191 190 179 171 178 189 182 182 173 180 184 166 138 259 260 213 183 166HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 34 36 35 36 36 37 34 36 37 Quelle Für die Gemeinde Veitsweiler zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hahnenberg (S. 35), Oberklingen (S. 66), Unterklingen (S. 95).

Ort Veitsweiler Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2016Einwohner 112 132 154 137 124 131 138 213 136 114 91 109 102Häuser 24 26 26 27 25 27 28 28 Quelle

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Veit und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken sind nach St. Margareta (Wilburgstetten) gepfarrt.

Persönlichkeiten Johann Christoph David von Leger (1701–1791), württembergischer Baumeister und Architekt

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Weiltingen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1811 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach