mini|Der Kreuthof mit der Balsenmühle im Vordergrund Kreuthof ist ein Gemeindeteil des Marktes Heidenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern). Kreuthof liegt in der Gemarkung Heidenheim.
Lage Die Einöde liegt in der Fränkischen Alb südwestlich von Heidenheim und westlich der Staatsstraße 2384 auf einer Höhe westlich der Rohrach.
Ortsnamensdeutung „Kreuthof“ soll „Hof zu dem durch Reuten (= roden) urbar gemachten Stück Land“ bedeuten.Schuh, S. 163; Winter, S. 71
Geschichte Der Kreuthof wird im Zuge von Rodungsmaßnahmen der Edlen von Truhendingen als Vögte über die eichstättischen Wälder westlich der Rohrach um die Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden sein.Winter, S. 73 Für das Jahr 1391 ist überliefert, dass das Kloster Heidenheim „zw dem Gerewt“ Abgaben erhielt. „Grewt“ ist auch im Salbuch des Klosters von 1400 aufgeführt. In einer Urkunde von 1407 ist von „Gerewt gelegen bey Hohentruhendingen“ die Rede. 1437 gab Ulrich von Geilsheim zu Gunzenhausen seinen Hof „genant d. gereutt bey Heydenheim gelegn“ Hans Ottlein zu Heidenheim zu Lehen; der niederadelige Ritter von Geilsheim wird den Hof von einem Vorbesitzer käuflich erworben haben.Winter, S. 75 Utz Ottlein, Sohn des Hans Ottlein, stiftete 1462 zu seinem Seelenheim eine „ewige Kuh“ auf dem Kreuthof zugunsten der Wallfahrt Mariabrunn; Milch und Kälber konnte zwar der Kreutbauer nutzen, hatte aber diese im Falle des Verendens zu ersetzen und jährlich ein Reichnis von einem Pfund Wachs an die Wallfahrt zu leisten.Martin Winter: Die „ewige Kuh“ vom Kreuthof. In: Alt-Gunzenhausen 57 (2002), S. 78f. 1469 verkaufte Ulrich von Geilsheim den Hof an Wilhelm Leynleuter, Vogt in der Stadt Gunzenhausen; dieser veräußerte ihn sechs Jahre später an den Kaplan Peter Hagen zu Mariabrunn, den späteren Abt des Klosters Heidenheim. Nach der Säkularisation des Klosters Heidenheim hatte der „Gereuthof“ (so 1535) Reichnisse dem markgräflichen Klosterverwalteramt Heidenheim zu leisten und stand hochgerichtlich unter dem markgräflichen Amt Hohentrüdingen, wohin ebenfalls Abgaben zu leisten waren.
Infolge des Dreißigjährigen Krieges lag der „Kreüthoff“ 1650 öde („alles weggebrantt“).Winter, S. 78 Danach wurde er wieder aufgebaut und war spätestens im Jahre 1682 wieder in Betrieb. Nach einer Beschreibung von 1732 mussten die Reichnisse weiterhin dem markgräflichen Verwalteramt Heidenheim gegeben werden; die Vogtei und hohe Fraisch hatte nach wie vor das markgräfliche Oberamt Hohentrüdingen inne.Schuh, S. 162 Dies blieb so bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs.Bundschuh III, Sp. 210 Kirchlich war der Hof in die evangelische Pfarrei Heidenheim gepfarrt.Historischer Atlas, S. 135
Die mit dem Markgrafentum Ansbach 1792 königlich-preußisch gewordene Einöde wurde infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1806 königlich-bayerisch. Bei der Bildung der Steuerdistrikte 1808 kam der Hof mit mehreren anderen Einöden und Mühlen, die aus dem Besitz des ehemaligen Klosters Heidenheim dem markgräflichen Kloster-/Verwalteramt Heidenheim zinsbar waren, in den Steuerdistrikt Heidenheim im Landgericht Heidenheim. 1810 wurde der Steuerdistrikt zur Ruralgemeinde Heidenheim umgestaltet; dabei kam der Kreuthof zur Gemeinde Hohentrüdingen. Durch das Gemeindeedikt von 1818 wurde Heidenheim im alten Umfang von 1808, also mit dem Kreuthof, eine Gemeinde im gleichnamigen Landgericht.Historischer Atlas, S. 235 1833 gehörten zum Kreuthof 13,5 Hektar Ackerland, 3,8 Hektar Wiese und 7 Hektar Wald.1250 Jahre Heidenheim, S. 38
1938 wurden abgeschlagene Teile der Außenfassade der Synagoge von Heidenheim zum Auffüllen eines Hohlweges beim Kreuthof verwendet.1250 Jahre Heidenheim, S. 350
Einwohnerzahlen 1818: 6 Einwohner 1824: 8 Einwohner, 1 Gebäude 1861: 13 Einwohner, 2 Gebäude 1950: 10 Einwohner, 2 Gebäude 1961: 12 Einwohner, 2 Wohngebäude 1987: 12 Einwohner 30. Juni 2011: 11 EinwohnerWebsite des Marktes Heidenheim 27. Juni 2016: 9 Einwohner 2019: 6 Einwohner
Literatur 1250 Jahre Heidenheim am Hahnenkamm. Heidenheim: Historischer Verein 2002.
Martin Winter: Vom Kreuthof bei Heidenheim. In: Alt-Gunzenhausen 57 (2002), S. 71–81.
Weblinks
Geschichtliches zum Kreuthof
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Heidenheim (Mittelfranken) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Kategorie:Ersterwähnung 1391