mini|St. Bartholomäus
Frankenhofen ist ein Gemeindeteil des Marktes Weiltingen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Frankenhofen hat eine Fläche von 8,813 km². Sie ist in 764 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11.535,81 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Ruffenhofen.
Geographie Das Pfarrdorf liegt am Helmleinswiesgraben (im Unterlauf Schellengraben genannt), der ein rechter Zufluss in die Wörnitz ist. Der Ort ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Westen wird die Flur Lindenbuck und Roßkopf () genannt, im Nordosten Hängender Berg (), im Osten Weitfeld und Schellenbuck. 1 km südöstlich im Irsinger Wald erhebt sich der Königsberg ().
Die Kreisstraße AN 47 führt nach Weiltingen zur Staatsstraße 2385 (1,6 km nordwestlich) bzw. nach Himmerstall (2 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Irsingen (1,6 km nordöstlich), nach Ruffenhofen zur St 2385 (1,4 km nördlich) und nach Seglohe (4,2 km südlich).
Geschichte Die Fraisch über Frankenhofen war umstritten. Sie wurde sowohl vom ansbachischen Oberamt Wassertrüdingen als auch vom oettingen-spielbergischen Oberamt Aufkirchen beansprucht. Die Reichsstadt Dinkelsbühl wollte sie auf ihren Gütern geltend machen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Frankenhofen 56 Anwesen. Außerdem gab es eine Kirche, ein Pfarrhaus und ein Schul- und ein Gemeindehirtenhaus. Grundherren waren das Kastenamt Wassertrüdingen (1 Gütlein, 3 Häuser, 1 Haus mit Brau- und Branntweinrecht, 1 Halbhaus) das Fürstentum Oettingen-Spielberg (11 Anwesen; Oberamt Aufkirchen: 1 Mühle, 6 Sölden, 1 Häuslein, 2 Halbhäuslein; das katholische Oberamt Aufkirchen: 1 Sölde) das württembergische Oberamt Weiltingen (32 Anwesen; 1 Wirtschaft, 1 Widemhof, 3 Höfe, 4 Köblergüter, 21 Söldengüter, 2 halbe Söldengüter) die Reichsstadt Dinkelsbühl (Dreikönigspflege: 1 Köblergut; Spital: 2 Höfe, 1 Söldengut) der Deutsche Orden (Obervogtamt Oettingen: 1 Hof) Freieigen (1 halbes Haus, 1 Haus). Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wurde ganerblich von den Grundherren übernommen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 414f. Hier werden irrtümlicherweise 59 Untertansfamilien angegeben. (= J. K. Bundschuh, Bd. 2, Sp. 202). Hiernach gab es 53 Untertansfamilien, von denen 9 ansbachisch waren.
Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Frankenhofen gegründet, zu der Ruffenhofen gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Untergericht Aufkirchen zugeordnet, ab 1820 dem Herrschaftsgericht MönchsrothT. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 541. und ab 1831 dem Landgericht Dinkelsbühl.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 558f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,745 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 in den Markt Weiltingen eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Frankenhofen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 387 411 426 420 408 401 419 407 444 454 458 442 408 417 430 417 407 386 383 584 543 489 421 389HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 79 86 92 88 91 88 93 89 87 Quelle Für die Gemeinde Frankenhofen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Ruffenhofen (S. 78) Ruffenhofen wird fälschlicherweise mit 68 Einwohnern angegeben und damit die Einwohnerzahl der Gemeinde fälschlicherweise mit 386 Einwohnern. Aus der Einwohnerzahl der Gemeinde, wie sie im Historisches Gemeindeverzeichnis angegeben ist (411), abzüglich der übrigen Ortsteile ergibt sich die korrekte Einwohnerzahl von 93 Einwohnern.
Ort Frankenhofen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2016Einwohner 296 318 292 326 350 311 301 426 329 301 267 259 240Häuser 61 67 70 70 74 71 69 60 Quelle
Baudenkmäler In Frankenhofen gibt es drei Baudenkmäler: Haus Nr. 49/53: Friedhof, Anlage wohl 20. Jahrhundert, mit Grabsteinen. Haus Nr. 51: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Bartholomäus, Chorturmkirche wohl des späten 14. Jahrhunderts, Veränderungen 1802 und 1965; mit Ausstattung. Haus Nr. 53: Pfarrhaus, zweigeschossiger, massiver Walmdachbau, Anfang 19. Jahrhundert; ehemalige Pfarrscheune, Massivbau mit Halbwalmdach, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Bodendenkmäler In der Gemarkung Frankenhofen gibt es acht Bodendenkmäler.
Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei St. Bartholomäus und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 414. Die Katholiken sind nach St. Margareta (Wilburgstetten) gepfarrt.
Persönlichkeiten Paul Keim (1912–1985), Jurist und Politiker
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Weiltingen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach