mini|Obelshof Obelshof ist ein Gemeindeteil des Marktes Heidenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern). Obelshof liegt in der Gemarkung Heidenheim.
Lage Die Einöde liegt in der Fränkischen Alb nordwestlich von Heidenheim an der Kreisstraße WUG 25.
Geschichte Die Ansiedlung „Obelshof“ gehört zu einem Gebiet, das spätestens seit dem 11. Jahrhundert „Kyrsenloch/Kirschenloh“ (Wald, in dem Wildkirschenbäume standen) hieß und aus mehreren Einzelgehöften bestand (1537: vier Höfe: Kohlhof und drei namentlich nicht genannte Höfe; 1732: Krämershof, Kohlhof, Gärtnershof, Kirschenmühle und Obelshof), die grundherrlich dem Kloster Heidenheim gehörten. Nach der Säkularisation des Klosters war der Obelshof, wie 1616 berichtet wird, dem markgräflichen Klosteramt Heidenheim gült- und vogtbar. Infolge des Dreißigjährigen Krieges lag er 1650 öde, die Gebäude standen „etwas wenigs noch“.Schuh, S. 201 Danach wurde er wieder aufgebaut und von Exulanten aus Oberösterreich bewirtschaftet;1250 Jahre Heidenheim, S. 261, 267 1682 sind zwei „Obelßbauern“ genannt. Auch 1732 ist der „Obelshoff“ ein mit doppelter Mannschaft besetzter Hof des nunmehrigen markgräflichen Verwalteramtes Heidenheim; die Vogtei und hohe Fraisch hat zu dieser Zeit das markgräfliche Oberamt Hohentrüdingen inne.Schuh, S. 201f. Dies bleibt so bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs.Bundschuh IV, Sp. 148
Die mit dem Markgrafentum Ansbach 1792 königlich-preußisch gewordene Einöde wurde infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1806 königlich-bayerisch. Bei der Bildung der Steuerdistrikte 1808 kam der Hof mit anderen Einöden und Mühlen, die aus dem Besitz des ehemaligen Klosters Heidenheim dem markgräflichen Kloster-/Verwalteramt Heidenheim zinsbar waren, in den Steuerdistrikt Heidenheim im Landgericht Heidenheim. 1810 wurde der Steuerdistrikt zu der etwas verkleinerten Ruralgemeinde Heidenheim umgestaltet, der wiederum der Obelshof angehörte. Durch das Gemeindeedikt von 1818 wurde Heidenheim im alten Umfang von 1808 eine Gemeinde im gleichnamigen Landgericht.Historischer Atlas, S. 235 1833 bestand der Obelshof aus 36,8 Hektar Ackerland, 5,6 Hektar Wiese und 3,7 Hektar Wald.1250 Jahre Heidenheim, S. 38
Über einen nach Osten führenden Feldweg erreicht man einen in den 1960er Jahren stillgelegten Steinbruch, in dem Fossilien (unter anderem seltene Ammoniten) gefunden wurden.Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie B, Nr. 16 vom 15. Juli 1964, siehe Im 19. Jahrhundert wurde ein nordöstlich an den Obelshof sich erstreckendes Eisenerz-Grubenfeld gefunden, das jedoch nie ausgebeutet wurde.1250 Jahre Heidenheim, S. 440
Einwohnerzahlen 1818: 3 Einwohner 1824: 9 Einwohner, 1 Gebäude 1861: 6 Einwohner, 2 Gebäude 1950: 12 Einwohner, 1 Gebäude 1961: 6 Einwohner, 2 Wohngebäude 1987: 2 Einwohner 30. Juni 2011: 2 EinwohnerWebsite des Marktes Heidenheim 2019: 3 Einwohner
Ortsnamensdeutung Der Name der Einöde wird gedeutet als „Hof eines Ōbel“, eventuell als Kurzform zu dem Vollnamen „Ōtbert/Ōtbold“.Schuh, S. 202
Literatur 1250 Jahre Heidenheim am Hahnenkamm. Heidenheim: Historischer Verein 2002.
Lotte Meyer-Andreae: Das alte Steinhaus Obelshof bei Heidenheim. Gunzenhausen: Verlag Riedel 1966.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Heidenheim (Mittelfranken) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen