miniatur|Hontes (2008) Das Hontes ist das älteste profane Gebäude von Bad Honnef, einer Stadt im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Es steht am Markt (Hausnummer 9), unmittelbar westlich der Pfarrkirche St. Johann Baptist und gegenüber dem Alten Rathaus.

Die Grundmauern des Gebäudes werden auf das Mittelalter datiert. Laut einer ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1627 diente es als Gefängnis und war zuvor „Zwinger für die Jagdmeute der Herren von Löwenburg“.Walther Zimmermann, Hugo Borger (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 3: Nordrhein-Westfalen (= Kröners Taschenausgabe. Band 273). Kröner, Stuttgart 1963, , S. 44. 1722 erfolgte ein Umbau des Gebäudes, 1732/33 taucht es als „Hundthaussgen“ in einer Rechnung des Amtes Löwenburg auf.Karl Meisen: Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde, Bände 17–18, Verlag F. Dümmler, 1967, S. 134Heimat- und Geschichtsverein Rhöndorf (Hrsg.); August Haag: Bilder aus der Vergangenheit von Honnef und Rhöndorf. Gesamtherstellung J. P. Bachem, Köln 1954, S. 83. Das Hontes diente dem in Honnef ansässigen Hauptgericht des Amtes noch bis 1800 als Gewahrsam und war als Gerichtsort bis Anfang des 19. Jahrhunderts auch das Gemeindehaus von Honnef. Nach der Wiedergewinnung der kommunalen Selbstständigkeit Honnefs im Jahre 1862 tagte der Gemeinderat zunächst im Hontes.Karl Günter Werber: Bad Honnef am Rhein in alten Ansichten, Band 2, Europäische Bibliothek, Zaltbommel 2000, ISBN 90-288-6625-6, Abb. 36. Ostern 1899 wurde hier eine Höhere Städtische Knabenschule (heutiges Siebengebirgsgymnasium) eingerichtet, die bereits 1900 eine andere Unterkunft erhielt.Das Geburtsdatum ist eine Lachnummer, General-Anzeiger, 4. Februar 2009 In der Zeit des Nationalsozialismus diente es ab Anfang 1934 als örtliches Heim des Jungvolks, die Einweihung erfolgte am 15. Januar. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude als militärisches Arrestlokal genutzt.

Später wurde das Hontes Heimstätte verschiedener Ortsvereine und war nach einer erfolgten Renovierung seit 1997 an den Karnevalsverein „Halt Pol 1874 Bad Honnef e.V.“ verpachtet, der es im Februar 2014 von der Stadt erwarb.Karnevalsgesellschaft Halt Pol kauft das alte Gefängnis, General-Anzeiger, 14. Februar 2014 mini|Figur des Karnevalsvereins „Halt Pol 1874 Bad Honnef e.V.“

Die Idee, das „Hontes“ in ein Zeughaus für die älteste Karnevalsgesellschaft von Bad Honnef umzugestalten, hatte Juppi Pütz, Präsident der „Halt Pöler“. Zum 1. Juli 1996 trat der mit der Stadtverwaltung abgeschlossene Mietvertrag in Kraft. Es gab zwei Bedingungen: Das Haus musste in Ordnung gehalten und einmal im Jahr der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Es begann eine 12 Monate dauernde Renovierung und am 29. August 1997 fand zur Eröffnung ein Open-Air-Konzert auf dem Markt mit mehr als 2000 Teilnehmenden statt.

Das Hontes ist ein zweigeschossiger, barocker Steinbau mit Krüppelwalmdach auf einem Grundriss von 6 mal 8 Metern. Eine überdachte Freitreppe führt zum Obergeschoss, das aus Fachwerk besteht. Das höhere Untergeschoss weist ein Tonnengewölbe auf. Unterhalb und durch eine Bodenluke erreichbar befindet sich der als „Lochgefängnis“ bezeichnete Keller. Zwei Schießscharten wurden im Jahr 1998 freigelegt. Das Hontes steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz, die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Bad Honnef erfolgte am 27. November 1986.Denkmalliste der Stadt Bad Honnef, Nummer A 119

Literatur Karl Günter Werber: Ein altes Rechtsdenkmal: Das „Hontes“ in Bad Honnef. In: Rhein-Sieg-Kreis, Der Oberkreisdirektor (Hrsg.): Jahrbuch des Rhein-Sieg-Kreises 1991, , Rheinlandia Verlag, Siegburg 1990, ISBN 3-925551-17-4, S. 107–110. Heinz Firmenich (neu bearbeitet von Karl Günter Werber): Stadt Bad Honnef (= Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz: Rheinische Kunststätten, Heft 12). 3., neu bearbeitete Auflage, Neusser Druckerei und Verlag, Neuss 1987, ISBN 3-88094-541-1, S. 8. Edmund Renard: Die Kunstdenkmäler des Siegkreises. Druck und Verlag von L. Schwann, Düsseldorf 1907, S. 96. (= Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Band 5, Abt. 4, S. 796) (Unveränderter Nachdruck Verlag Schwann-Bagel, Düsseldorf 1984, ISBN 3-590-32120-2) (Internet Archive)

Weblinks

Einzelnachweise August Haag: Das höhere Schulwesen für die männliche Jugend der Stadt Honnef am Rhein. I: Von den Anfängen bis 1945. In: August Haag, Hans Neunkirchen (Hrsg.): Erinnerungsschrift zur Einweihung des städtischen Siebengebirgsgymnasiums Honnef am Rhein: 21. März 1959, Siebengebirgsgymnasium, Honnef a. Rh. 1959, S. 9–21 (hier: S. 14).

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