Marszewo (deutsch Marsdorf) ist ein Dorf im Westen der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es ist der Stadt- und Landgemeinde Goleniów (Gollnow) im Powiat Goleniowski angegliedert.

Geographische Lage Marszewo liegt in Hinterpommern. Das Dorf liegt ca. 5 km östlich vom Zentrum der Kreisstadt Goleniów (Gollnow) an einer Straße, die im Ostteil der Ortschaft endet. Sie befindet sich etwa 28 km nordöstlich von der Hauptstadt der Woiwodschaft Westpommern Stettin (Szczecin) und 55 km südlich der Ostseeküste.

Angrenzende Ortsteile der Gemeinde sind (im Uhrzeigersinn) die Stadt Goleniów (Gollnow), Żółwia Błoć (Barfußdorf), Glewice (Glewitz), Imno (Immenthal) und Budno (Buddenhof). Die Grenze im Süden zu Budno wird großteils durch die Bahnstrecke Koszalin–Goleniów gebildet.

Ortsname Der Name Marsdorf wurde bereits bei der Schwedischen Landesaufnahme von Vorpommern im Jahr 1694 gebraucht.Historische Matrikelkarte der schwedischen Landesaufnahme von 1692 bis 1709 Die seit 1945 eingeführte polnische Bezeichnung Marszewo kommt in Polen häufig vor.

Geschichte mini|Marsdorf südwestlich der Stadt Regenwalde an der Rega (Rega fluvius) und südwestlich der Stadt Naugard (Neugarten) auf der Lubinschen Karte des Herzogtums Pommern von 1618 (Ausschnitt). mini| Dorfkirche (bis 1945 evangelisch). mini|Fachwerkhaus im Dorf Marsdorf wird 1325 erstmals erwähnt.

Im Südosten von Marszewo befand sich ein Forstgut mit einer Größe von 731 Hektar (Stand 1939).Landwirtschaftliches Adreßbuch der Provinz Pommern. Leipzig: Niekammer’s Adreßbücher, 1939, S. 123 Dieses gehörte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum Stettiner Marienstift. Das Dorf wurde ähnlich einem Oval angelegt und entspricht damit einem Angerdorf. Am östlichen Ende befindet sich die Kirche.

Seit dem 1. Januar 1818 gehörte Marsdorf zum Landkreis Naugard im Regierungsbezirk Stettin der preußischen Provinz Pommern. Zuvor war es dem Landkreis Randow zugehörig. Spätestens 1908 gehört Marsdorf mit den Landgemeinden Barfußdorf, Gollnowshagen, Münchendorf und den Gutsbezirk Marsdorf, Forst, zum Amtsbezirk Barfußdorf.Amtsbezirk Barfußdorf

Anfang der 1930er Jahre standen auf dem 17,5 km² großen Gemeindegebiet Marsdorfs an den drei Wohnplätzen Forsthaus Marsdorf Haltestelle Speck Marsdorf insgesamt 61 bewohnte Wohnhäuser. Marsdorf war der Hauptwohnort der Gemeinde Marsdorf.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Bald darauf wurde das Gebiet unter polnische Verwaltung gestellt. Das deutsche Dorf Marsdorf wurde in Marszewo umbenannt. In der darauf folgenden Zeit wurden die Einwohner vertrieben.

Seit 1945 ist Marszewo ein Teil der Stadt- und Landgemeinde Goleniów im Powiat Goleniowski in der Woiwodschaft Westpommern. Bis 1998 gehörte es der Woiwodschaft Stettin an.

Einwohnerzahlen Jahr AnzahlEinwohner Anmerkungen 1734 110–130 Historische Einwohnerentwicklung 1871 390 1905 313 1910 324 1925 326 darunter 322 Evangelische und zwei Katholiken 1933 327 1939 315 2000 190

Kirche Marsdorf war fast ausnahmslos evangelisch geprägt. 1925 zählten fast 99 % der Bevölkerung zu den Protestanten.Kreis Naugard: Die Gemeinde Marsdorf gehörte dem evangelischen Kirchspiel Barfußdorf an.

Seit 1945 überwiegt die katholische Bevölkerung in Marszewo.

Verkehr Seit Ende Dezember 2011 durchquert die DW 113 (polnisch) das westliche Gebiet von Marszewo. Sie ist eine Ortsumgehung von Goleniów und führt auf die DK6. Im Süden von Marszewo führt die Bahnstrecke Koszalin–Goleniów ohne einen Halt entlang. Nur 1,5 km vom Dorfzentrum befindet sich die Start- und Landebahn des Flughafens Stettin-Goleniów im ehemaligen Marsdorfer Forst.

Literatur Ludwig Wilhelm Brüggemann: Aisführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil I, Stettin 1779, S. 226, Nr. 38. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern. Teil II, Band 5, Abt. 1: Enthaltend die Eigentums-Ortschaften der Stadt Stargard und vom Naugarder Kreise die erste Hälfte, Anklam 1872, S. 694-695 und S. 918–1024. Hans Moderow: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Teil 1: Der Regierungsbezirk Stettin. Niekammer, Stettin, 1903. (Digitalisat)

Weblinks

Die Gemeinde Marsdorf im ehemaligen Kreis Naugard in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Gmina Goleniów