Hammerschmiede ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Ehingen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Hammerschmiede liegt in der Gemarkung Dambach.
Geografie Die Einöde liegt am Moosgraben, der nordwestlich des Ortes den Kreutweiher und östlich des Ortes den Hammer- und Moosweiher speist und ein linker Zufluss des Lentersheimer Mühlbachs ist, und am Hammerschmiedsgraben, der im Ort als rechter Zufluss in den Moosgraben mündet. Unmittelbar nördlich verläuft ein Abschnitt des Limes. Im Osten liegt das Waldgebiet Hammerschmiedschlag.
Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2221 (1,4 km nördlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (0,4 km westlich), die nach Brunn (1,4 km nordwestlich) bzw. nach Lentersheim verläuft (2,3 km südlich).
Hammerschmiede liegt am Limesweg des Fränkischen Albvereins, einem Teilabschnitt des Deutschen Limes-Wanderwegs.
Geschichte Nachdem die Germanen laut Dietwulf Baatz spätestens um 260 n. Chr.Günter Ulbert, Thomas Fischer: Der Limes in Bayern. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0-351-2. S. 64 die Anlagen des Kastells Dambach überrannt hatten, war dieses Gebiet lange Zeit unbewohnt. Im Jahre 1720 entstand auf dem Gelände des ehemaligen römischen Kastells eine Getreidemühle mit Weiher und Sägegatter, die später als Hammerschmiede zur Herstellung von Werkzeugen aus Eisen wie Schaufeln und Pickel genutzt wurde. Der Betrieb wurde im Zweiten Weltkrieg eingestellt. Neben der Hammerschmiede entstand eine Ziegelei. Bis zum Ersten Weltkrieg wurden dort Dachziegel und Backsteine hergestellt sowie Kalk gebrannt.
Hammerschmiede hieß ursprünglich Kreutmühle. Sie lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Wassertrüdingen. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand der Ort aus einer Hammerschmiede mit Mahl- und Schleifmühle und einer Ziegelhütte. Grundherr beider Anwesen war das Kastenamt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 435. (= J. K. Bundschuh, Bd. 3, Sp. 210). Hiernach gab es eine Untertansfamilie. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Wassertrüdingen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 552f.
Infolge des Gemeindeedikts wurde Hammerschmiede dem 1809 gebildeten Steuerdistrikt Lentersheim und der Ruralgemeinde Dambach zugewiesen.T. Neumeyer: Dinkelsbühl: der ehemalige Landkreis, S. 534. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Hammerschmiede am 1. Mai 1978 nach Ehingen eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 11 12 10 10 18 14 12 8 4 11 15HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als „Feuerstellen“ bezeichnet, 1840 als „Häuser“, 1871 bis 1987 als „Wohngebäude“. 1 1 1 2 2 1 1 2Quelle
Religion Der Ort ist evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Johannes der Täufer (Dambach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Beatae Mariae Virginis (Großlellenfeld) gepfarrt, heute ist die Pfarrei Heilig Geist (Wassertrüdingen) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Ehingen, Mittelfranken) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Wassermühle im Landkreis Ansbach Kategorie:Bauwerk in Ehingen (Mittelfranken) Kategorie:Mühle in Europa