mini|Otto Sayn Otto Sayn (* 23. August 1866 in Hachenburg; † 22. März 1935 in Berlin) war ein deutscher Reichsgerichtsrat.

Leben Sayn studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität Rechtswissenschaft.Amtliches Verzeichnis des Personals der Lehrer, Beamten und Studierenden an der königlich bayerischen Ludwig-Maximilians-Universität zu München - Wintersemester 1886/87, München 1886, S. 77 (PDF). 1885 wurde er im Corps Suevia München recipiert.Kösener Corpslisten 1960, 114/962. Als Inaktiver wechselte er an die Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin und die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Als Einjährig-Freiwilliger diente er dort im Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr. 4 der Preußischen Armee. 1888 wurde er auf den Landesherrn vereidigt. 1897 heiratete er Marie Krausser. Der Ehe entspross eine Tochter und der Sohn Günther, der in den 1930er Jahren als Regierungsrat im Reichswirtschaftsministerium tätig war. 1900 kam Sayn als Amtsrichter an das Amtsgericht Höchst. Er wurde 1907 zum Amtsgerichtsrat ernannt. Im selben Jahr zum Oberlandesgerichtsrat befördert, wurde er 1908, zunächst als Hilfsrichter, an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main versetzt.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs meldete er sich 1914 mit 48 Jahren als Freiwilliger und kam im Mai 1915 als Hauptmann der Gardelandwehr sowie Kommandeur eines Bataillons an die Ostfront. In vorderster Linie machte er den deutschen Durchbruch bei Łódź mit und wurde mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.

Später wurde er beim Oberbefehlshaber Ost Leiter der Zentralpolizeistelle und erhielt 1916 den Charakter eines Geheimen Justizrates. Im März 1920 kam er an das Reichsgericht. Er war im IV. Zivilsenat, VI. und V. Strafsenat tätig. Er trat aus gesundheitlichen Gründen 1932 in den Ruhestand und lebte bis zu seinem Tode in Berlin.

In seinem Nachruf auf Sayn schrieb Johannes Müller im September 1935 in Unterwössen:Johannes Müller († 1950) war Geheimer Sanitätsrat und Krankenhausdirektor in Nürnberg. Er ist der Vater von Hans Karl Müller.

Schriften Die Leibzucht des überlebenden Ehegatten nach den Rechten des vormaligen Justizsenats Ehrenbreitstein und dem Recht des vormaligen Herzogtums Nassau. Neuwied Berlin 1898 (MPIER-Digitalisat). mit Hermann Düssell: Rechtskarte des Oberlandesgerichtsbezirks Frankfurt a. M. (mit Ausschluss der Hohenzollernschen Lande). Wiesbaden 1902. Das nassauische Privatrecht in seiner Geltung seit dem 1. Januar 1900. Wiesbaden 1915.

Literatur Adolf Lobe: Fünfzig Jahre Reichsgericht am 1. Oktober 1929. Berlin 1929, S. 383.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Richter (Reichsgericht) Kategorie:Richter (Oberlandesgericht Frankfurt am Main) Kategorie:Richter (Amtsgericht) Kategorie:Absolvent der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Kategorie:Hauptmann (Preußen) Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Infanterist (Preußen) Kategorie:Geheimer Justizrat Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1866 Kategorie:Gestorben 1935 Kategorie:Mann