Das 1. Königlich Sächsische Jäger Bataillon Nr. 12 war ein Verband der Sächsischen Armee und wurde am 31. August 1809 durch König Friedrich August I. gestiftet. Es führte die Tradition des Sächsischen Jägerkorps fort. Organisation Unterstellung 1810 2. Sächsische Division Brigade leichte Infanterie 1. Regiment Leichte Infanterie 2. Regiment Leichte Infanterie Jägerkorps

1813–1821 III. Deutsches Armeekorps Brigade Leichte Infanterie alle 3 sächsischen Jägerbataillone

1821–1853 IX. Bundesarmeekorps Brigade Leichte Infanterie alle 3 Schützenbataillone

1853–1866 IX. Bundesarmeekorps Jägerbrigade alle 4 Jägerbataillone

1866 1. Sächsische Division 1. Infanteriebrigade 1. Jägerbataillon 3. Infanteriebrigade 3. Jägerbataillon

1867 XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps II. Infanterie-Division (24. Division) 4. Infanteriebrigade Nr. 48 Schützen-Regiment (I., II., III. Bataillon) 1. Jägerbataillon Nr. 12 2. Jägerbataillon Nr. 13

1870 XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 24. Division (2. Königlich Sächsische) 48. Infanteriebrigade Infanterieregiment Nr. 106 Infanterieregiment Nr. 107 Jägerbataillon Nr. 12

1887 XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 32. Division (3. Königlich Sächsische) 64. Infanteriebrigade (6. Königlich Sächsische) Schützen-Regiment Nr. 108 1. Königlich Sächsisches Jägerbataillon Nr. 12 2. Königlich Sächsisches Jägerbataillon Nr. 13

1914 (Friedensstand) XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 23. Division (1. Königlich Sächsische) 46. Infanterie-Brigade (2. Königlich Sächsische)

Nach der Mobilmachung folgten während des Ersten Weltkrieges mehrfache Veränderungen.

August 1914 5. Kavallerie-Division 11. Kavallerie-Brigade

21. August 1914 3. Armee XIX. (II. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 24. Division (2. Königlich Sächsische) 48. Infanterie-Brigade (4. Königlich Sächsische)

Gliederung und Stärke 1810 Bei Gründung des Jägerkorps belief sich die Gesamtstärke auf 3 Offiziere und 122 Oberjäger (Unteroffiziere) und Jäger (Mannschaften).

1813 Der Etat betrug jetzt 20 Offiziere und 602 Mannschaften, aufgeteilt in vier Fußkompagnien.

1866/67 Mit der Umstrukturierung der Sächsischen Armee wurde das Bataillon aufgestockt auf insgesamt 1000 Mann; weiterhin vier Fußkompagnien.

1914 Das Bataillon bestand aus vier Fuß-, einer MG- sowie einer Radfahr-Kompanie und hatte eine Stärke von 33 Offizieren, 1269 Oberjägern und Jägern. Bereits drei Wochen nach der Mobilmachung wurde eine zweite Radfahrerkompagnie zugeteilt, ab 1917 wurde dem Bataillon eine zweite MG-Kompagnie unterstellt.

Abgänge und Abgaben

1815 Während der Okkupation von Frankreich wurden alle „Nichtsachsen“ an preußische Regimenter überstellt. Die Abgänge betrugen bei den Mannschaften über 50 %. Diese Abgänge wurden mit Einheiten aus der Heimat ersetzt.

1867 Abgabe der 4. Kompagnie zur Bildung des I. Bataillons des Schützen-Regiments 108. Das I. Bataillon des Regiments wurde aus je einer Kompagnie der vier Jägerbataillone gebildet. Welche Kompagnie das Bataillon verlassen musste, entschied das Los.Hauptmann Ritter und Edler Herr v. Berger: Geschichte des Köng. Sächs. Schützenregiments Prinz Georg Nr. 108, Seite 84

1887 Das Bataillon musste eine Kompagnie an das neu gebildete 3. Königlich Sächsische Jäger-Bataillon Nr. 15 abgeben.

Bewaffnung, Ausrüstung usw.

Bewaffnung Bei der Gründung des Jägerkorps brachte jeder Jäger eine Büchse, Hirschfänger und den „Büchsenranzen“ (andere Bezeichnung für Tornister) selbst mit. Auf Kosten der königlichen Kasse bekamen die Jäger eiserne Lagestöcke und „Büchsenstrümpfe“ aus Capottuch mit Leinenfutter gegen die Witterung. miniatur|Zündnadelgewehr 1820 wurden die Jägerbataillone mit gezogenen Büchsen ausgestattet, um die Treffsicherheit der Truppe noch zu verstärken. Ab 1836 wurden die Schützenbataillone mit Perkussionsgewehren und der Perkussions-Jägerbüchse ausgestattet. Mit der Eingliederung in die Armee des Norddeutschen Bundes wurde das Zündnadel-Füsiliergewehr in der Sächsischen Armee eingeführt. Ab 1871 wurde in das Gewehr 71 in der preußischen und sächsischen Armee als Standardbewaffnung der Infanterie benutzt und ab 1886 bis 1890 das Modell 71/84 der Firma Mauser als erster Mehrlader. Von 1890 bis 1902 wurde das Modell Gewehr 88 und dann das Gewehr 98 genutzt, später auch die Weiterentwicklung 98a. Die Soldaten der Jäger- und Schützenbataillone trugen über all die Jahre des Bestehens immer ihre Seitengewehre (Bajonett) und ihre Hirschfänger. Als Kurzwaffen trugen sie den Revolver M 79, den Reichsrevolver M79/83 und den Revolver M 83. mini|Das MG 08 Seit den Jägerbataillonen MG-Truppen unterstellt wurden, benutzte man als MG-Maschinenwaffen das MG 08 und das 08/15 im Einsatz. Die Offiziere trugen von Beginn an einen Offizierssäbel; ab 1867 den sächsischen Kavallerie-Säbel 67, eine Umbenennung des preußischen Säbels 52.

Uniform Um 1900: grünes Tuch, schwarze sächsische Ärmelaufschläge (roter Vorstoß), Schulterstücke schwarzes Tuch mit roten Ziffern und rotem Horn, Tschako mit silbernem Stern und gelbem Wappen. Ab 1917 wurde im Feld der Tschako gegen den Stahlhelm ausgetauscht. Der Tschako wurde nur noch in Reserve und beim Exerzieren getragen.

Wappentier Das Wappentier des Jägerbataillons war ein Hirschschädel mit kapitalem Geweih. Dieses Symbol sollte die Ursprünge des Bataillons repräsentieren. Dieses Wappentier trugen alle sächsischen Jägerbataillone (auch die Reservetruppen im Ersten Weltkrieg). Außerdem trug jedes Bataillon das Jagdhorn mit der Bataillonsnummer im Stempel und auf der Schulterklappe.

Fahne Trotz mehrfacher Bitten der Kommandeure des Bataillons wurde keine Truppenfahne vom König gestiftet. Geschichte der Jägertruppe

Gründung und Namensgebung

Jägerkorps 1809–1813 Nachdem der sächsische König dem Kaiser Napoleon im Sommer 1809 17.000 Soldaten als Tribut seiner Gefolgschaft stellen musste, war das Land fast entmilitarisiert. Nur noch 1.300 Soldaten hatte Oberst Thielmann zur Bewachung der Grenzen zur Verfügung. Daraufhin erließ der König Friedrich August I. einen Erlass, woraufhin sich alle gelernten Förster des Königreiches bei Oberst Thielmann zu versammeln haben, um ein neues Jägerkorps zu gründen. Am 13. August 1809 wurde das Sächsische Jägerkorps in Dresden gegründet. Es bestand aus 3 Offizieren, 122 Oberjägern und Jägern. Der erste Kommandant wurde Major von Carlowitz.

In den ersten Jahren der „Schwarzen Brigade“ wurden weiterhin Dienste im Rahmen der Forst und Jagd ausgeübt. Auch der Forstschutz und die Bekämpfung der Wilderei war ein Bestandteil der Aufgaben des Korps. Die weitere Anwerbung von Soldaten für das Korps erfolgte innerhalb der Jäger und Förster auch in angrenzenden Fürstentümern.von Einsiedel: Das 2. Königl. Sächsische Jägerbataillon Nr. 13 von 1809–1909, 1. Kapitel: Gründung des Jägerkorps

Jägerbataillon 1813–1821 Das Jägerkorps wurde in ein Bataillon umgewandelt, zur Verstärkung wurden die besten Schützen aus der Infanterie herangeholt, außerdem wurde das Bataillon durch ein Preußisches Freikorps verstärkt. Der Etat betrug jetzt 20 Offiziere und 602 Mannschaften. Damit war das Bataillon ein Teil der regulären Truppen seiner Majestät des Königs von Sachsen.

2. Schützenbataillon 1821–1853 Auf Bundesbeschluss von 1818 sollte Sachsens Heer mit den Kurhessen und Nassau das 9. Bundesarmeekorps bilden.

Die Umgestaltung der Sächsischen Armee wurde 1821 umgesetzt durch Gründung von drei Schützenbataillonen. Das 1. Schützenbataillon wurde später Füsilierregiment Nr. 108, das 2. Schützenbataillon ist das Stammbataillon der Freiberger Jäger, und aus dem Jägerkorps (Stammbataillon) des 2. Königlich Sächsisches Jäger-Bataillon Nr. 13 wurde das 3. Schützenbataillon.

2. Jägerbataillon 1853–1867 Im Jahre 1853 wurde eine Jägerbrigade mit vier Bataillonen gegründet. Aus den Schützenbataillonen wurden wieder Jägerbataillone.

1. Jägerbataillon Nr. 12 1867–1919 Nachdem Sachsen im Deutschen Krieg gegen Preußen verlor und die sächsische Armee in die Armee des Norddeutschen Bundes eingegliedert wurde, erhielt das Jägerbataillon die Nr. 12. Es war damit das 12. Jägerbataillon im deutschen Heer zur Zeit des Kaiserreichs.

Garnison Nach dem Beitritt in den Norddeutschen Bund und der Neuformierung der Sächsischen Armee wurde das Jäger-Bataillon Nr. 12 in Zwickau untergebracht. Seit 1867 war Freiberg Standort des Bataillons mit einer eigenen Kaserne. Die Jäger-Kaserne war, genau wie die in Dresden, in der Innenstadt gebaut worden. Das Bataillon sollte im Jahr 1914 nach Löbau verlegt werden. Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges erfolgte dies jedoch nicht, so dass bis zur Demobilisierung im Jahre 1919 Freiberg die Garnisonsstadt des Bataillons blieb.Maximillian von Kracht: Das Kgl. Sächs. 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 im Weltkrieg; 1929 Dresden, Band 58 des sächs. Anteils der Erinnerungsblätter

Kommandeure Chef Dienstgrad Name DatumKronprinz Albert von Sachsen ??? bis 1873GeneralleutnantErnst I. Herzog von Sachsen-Altenburg1878 bis 1908GeneralleutnantErnst II. Herzog von Sachsen-Altenburg1908 bis zur Auflösung

Bataillonskommandeur Dienstgrad Name DatumOberstleutnant Nehrhoff von Holderberg 1866 Graf von Holtzendorff 1870/1871Oberstleutnant Hermann von Kiesenwetter Herbst 1911 bis 1. August 1914Major von Carlowitz 2. August 1914 bis 19. Oktober 1915Hauptmann von Einsiedel 20. Oktober 1915 bis 8. November 1916Hauptmann von der Pforte 9. November 1916 bis 8. April 1917Major Hassel 9. April 1917 bis 24. Juli 1918Major von Kracht 25. Juli 1918 bis 21. September 1918

À la suite

Dienstgrad Name DatumGeneraloberst Freiherr von Hausen ab 1906

Feldzüge Fünfter Koalitionskrieg (1809)

Am 31. August 1809 wurde zum Schutz der Landesgrenze das Jägerkorps (später Schützen-Regiment 108, Jäger-Bataillon 12 und 13) zu einer Brigade Leichter Infanterie (Sächsische Jäger Brigade) umgewandelt und eingesetzt. Zu Fronteinsätzen kam es nicht. Das Jägerkorps war ausschließlich mit der Sicherung der Grenzen beschäftigt.

Befreiungskriege (1813–1815)

1813 Die Feuertaufe des Jägerkorps war am 22. Mai 1813 im Gefecht um Reichenbach, östlich von Görlitz. Die russische Arrièregarde wurde von der leichten Infanterie aus ihren Stellungen geworfen. Am nächsten Tag stürmten die Sachsen Leopoldshain und machten mehrere hundert Gefangene. Die ersten Verluste des Korps betrugen vier Tote, 18 Verwundete und 28 Vermisste. Am 31. Mai wurde mit Hilfe des Jägerkorps und des Regiments Le Coq der Übergang über das Schweidnitzer Wasser erzwungen. Dies sorgte für eine starke Entlastung der französischen Armee auf ihrem Rückzug.

Nach dem im Juni vereinbarten Waffenstillstand und der eiligen Vervollständigung des Etats der sächsischen Truppen wurde das Jägerkorps im Rahmen der VII. Armee Richtung Berlin gesandt. Nach dem siegreichen Gefecht bei Wittstock wurde das Korps in die schwere Niederlage bei Großbeeren verwickelt.

Sächsische und bayrische Truppen verhinderten eine Vernichtung der französischen Armee und deckten den Rückzug. Auch an der Schlacht bei Dennewitz am 6. September wurden die sächsischen Jäger als Flankendeckung verwandt. Die Niederlage von Marschall Ney kostete die Jäger einen Toten, sechs Verwundete und 35 Vermisste (zum Teil bei anderen Truppenteilen weiterkämpfend und später wieder im Korps rekrutiert).

Der Rückzug ging über Torgau. Hier versammelte der sächsische König seine Truppen. Gemeinsam mit den napoleonischen Truppen marschierte man dann nach Leipzig. Vom 14. bis zum 18. Oktober kämpfte man auf französischer Seite. Dann trat der sächsische König auf die Seite der Preußen, und die Truppen wurden zur Belagerung von Torgau verwandt. Am Ende des Feldzuges bestand das Jägerkorps nur noch aus 43 Mann.

Auszeichnungen Premierleutnant von Petrikowski, Sousleutnant Krebs und Feldwebel Friedrich erhielten den Orden der Ehrenlegion. Jäger Berndt erhielt die silberne Medaille des St. Heinrichsordens.