Max Grothusen (* 24. September 1903 bei AntwerpenLebensdaten nach den biographischen Angaben auf den Seiten von steffi-line.de; † 24. November 1984 in West-Berlin) war ein deutscher Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher.
Leben Grothusen trat als Theaterschauspieler an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen auf. Zu seinen Theaterstationen zählen das Thalia Theater in Hamburg, Stendal, Landsberg, Schleswig, Bielefeld sowie das Schiller- und das Schloßparktheater in Berlin.
Neben seiner Bühnentätigkeit übernahm Grothusen sporadisch auch Rollen in Film- und Fernsehproduktionen. Er spielte in Fritz Genschows Rotkäppchen-Adaption, in Hanns Korngiebels Fernsehinszenierung von Émile Zolas Thérèse Raquin, Egon Monks Mehrteiler Bauern, Bonzen und Bomben nach Hans Fallada sowie in einer wiederkehrenden Rolle in der Jugendserie Alles dreht sich um Michael mit Michael Nowka in der Hauptrolle.
Zudem wirkte Grothusen bei Rundfunkprogrammen des RIAS Berlin mit, vor allem im Bereich Schulfunk und Kinderfunk.Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 231. Besonders umfangreich arbeitete er als Sprecher für Hörspielproduktionen. Zwischen 1977 und 1983 verkörperte er für den HR in verschiedenen Hörspielen den siebzigjährigen Rentner Otto, der sich gemeinsam mit seiner Ehefrau Lisa mit Alltagssituationen und der Veränderung des Rollenbildes auseinandersetzen muss. Als Lisa stand Grothusen in den ersten Folgen – Menschärgeredichnicht, Mengenlehre, Der Mann mit dem Boot, Jugendliebe – noch Edith Heerdegen zur Seite. Nach deren Tod wurde die Rolle für die nächsten Teile – Sicher ist sicher, Verdammte Ruhe, Banditen, Was hat jetzt die, was ich nicht hab und Ebbe und Flut – von Inge Birkmann übernommen.
Als Synchronsprecher lieh Grothusen seine Stimme unter anderem Ray Teal in Johanna von Orléans und George Woodbridge in Hafen der Versuchung.
Filmografie (Auswahl) 1953: Rotkäppchen 1955: Vor Gott und den Menschen 1956: Die Nacht im Jägerhaus 1965: Die letzte Vorstellung 1966: Thérès Raquin 1975: Hauptlehrer Hofer 1968: Alles dreht sich um Michael 1970: Wer ist der nächste? 1971: Die Weber 1973: Bauern, Bonzen und Bomben 1980: Hungerjahre – in einem reichen Land
Theater 1947: William Shakespeare: Wie es euch gefällt – Regie: Werner Kelch (Renaissance-Theater Berlin) 1947: Friedrich Hebbel: Judith – Regie: Karlheinz Martin (Hebbel-Theater Berlin) 1948: Johann Wolfgang von Goethe: Egmont (Ein Zimmermann) – Regie: Karl Meixner (Hebbel-Theater Berlin) 1950: Albert Camus: Die Gerechten – Regie: Willi Schmidt (Hebbel-Theater Berlin) 1955: Rawlings Stuart Boone: Von Mensch zu Mensch – Regie: Rudolf Noelte (Schlosspark Theater Berlin) 1955: William Faulkner: Requiem für eine Nonne – Regie: Erwin Piscator (Schlosspark Theater Berlin) 1956: William Shakespeare: Heinrich IV. (Blunt) – Regie: Josef Gielen (Schiller Theater Berlin) 1956: Ernst Barlach: Der arme Vetter (Schiffer Bolz) – Regie: Hans Lietzau (Schiller Theater Berlin) 1956: Marcel Pagnol: Gottes liebe Kinder – Regie: Boleslaw Barlog (Schiller Theater Berlin) 1956: Ernst Barlach: Der arme Vetter (Schiffer Bolz) – Regie: Hans Lietzau (Schiller Theater Berlin) 1957: Walter Hasenclever: Ein besserer Herr – Regie: Hans Lietzau (Schlosspark Theater Berlin) 1960: Molière: Don Juan – Regie: Fritz Kortner (Schiller Theater Berlin) 1961: Jean Anouilh: Becket oder die Ehre Gottes – Regie: Willi Schmidt (Schiller Theater Berlin) 1965: Bertolt Brecht: Leben des Galilei – Regie: Hansjörg Utzerath (Schiller Theater Berlin) 1966: Molière: Der Menschenfeind (Basque, Diener bei Célimène) – Regie: Hans Schweikart (Schlosspark Theater Berlin) 1968: Georg Büchner: Dantons Tod (Zweiter Henker) – Regie: Liviu Ciulei (Schiller Theater Berlin) 1973: Henrik Ibsen: Ein Volksfeind – Regie: Peter Fitzi (Schiller Theater Berlin) 1980: Arno Holz: Sozialaristokraten – Regie: Boy Gobert (Schlosspark Theater Berlin) 1982: Ferdinand Bruckner: Elisabeth von England – Regie: Rudolf Noelte (Freie Volksbühne Berlin)
Hörspiele (Auswahl) 1946: Tobby; Regie: Hanns Korngiebel, RIAS 1946: Paul Osborn: Galgenfrist (Mr. Brink, der Tod), – Regie: Hanns Korngiebel (RIAS Berlin) 1947: Chopin; Regie: Hanns Korngiebel, RIAS 1947: Aschenputtel; Regie: Hanns Korngiebel 1948: Das Ghetto stirbt; Regie: Hanns Korngiebel, RIAS 1949: Des Lebens Überfluß; Regie: Alice Decarli, RIAS 1949: Oleg Haupt: Geheimakte CB 200 (Zweiter Sprecher) – Regie: Robert Adolf Stemmle, NWDR 1950: Die Nackten und die Toten; Regie: Rudolf Noelte, RIAS 1951: Zwei im Zwielicht; Regie: Rolf von Goth, NWDR 1953: Das Spiel vom Kreuz; Regie: Hanns Korngiebel, RIAS 1955: Hugo von Hofmannsthal: Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes (Schuldknecht) – Regie: Hans Bernd Müller (SFB) 1955: Wer wälzte den Stein; Regie: Curt Goetz-Pflug, SFB 1955: Agamemnon muß sterben (Wächter) von Rudolf Bayr – Regie: Hans Conrad Fischer, SFB 1956: Abenteuer der Straße; Regie: Carlheinz Riepenhausen, SFB 1958: Auf der Strecke nach D. (Arbeiter) von Dieter Meichsner – Regie: Curt Goetz-Pflug, SFB 1961: Betsie; Regie: Hans Lietzau, RIAS 1962: Zur Rose und Krone; Regie: Rolf von Goth, SFB 1965: Der Krippenesel; Regie: Siegfried Niemann, SFB 1967: Abels Tod; Regie: Siegfried Niemann, SFB 1974: Rheinpromenade; Regie: Otto Düben, SDR 1976: Das Minarett, das zum Mond fliegt; Regie: Otto Düben, SDR 1977: Der Fünfundsiebzigste; Regie: Otto Düben, 1977: Menschärgeredichnicht; Regie: Hans Drawe, HR 1977: Mengenlehre; Regie: Hans Drawe, HR 1977: Der Mann mit dem Boot; Regie: Otto Düben, HR 1978: Jugendliebe; Regie: Hans Drawe, HR 1979: Eine ganz alte Geschichte; Regie: Hans Drawe, HR 1980: Der Pflegekünstler; Regie: Otto Düben, SFB 1980: Einige Philosophen im Club; Regie: Ingomar von Kieseritzky, WDR 1980: Der Aufbruch; Regie: Otto Düben, SR 1980: Oh, diese Herbsttage, diese allerletzten Herbsttage; Regie: Bernd Lau, SFB. 1981: Könige, Brüder; Regie: Hans Bernd Müller, SDR. 1981: Kakteenwald; Regie: Hans Bernd Müller, SR. 1982: Der Versuch, ein Lied zu singen; Regie: Jonatan Briel, SFB. 1983: Das Barometer; Regie: Hans Draw, HR. 1983: Sicher ist sicher; Regie: Hans Drawe, HR. 1983: Verdammte Ruhe; Regie: Hans Drawe, HR. 1983: Banditen; Regie: Hans Drawe, HR. 1983: Was hat jetzt die, was ich nicht hab; Regie: Hans Drawe, HR. 1983: Ebbe und Flut; Regie: Hans Drawe, HR. 1984: Das harte Leben; Regie: Otto Düben, SDR.
Weblinks
Biographische Angaben zu Max Grothusen auf den Seiten von steffi-line.de
Einzelnachweise
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