Die TBB Trier war eine deutsche Basketballmannschaft aus dem rheinland-pfälzischen Trier, die von 1990 bis 2015 in der ersten Basketball-Bundesliga spielte. Die Bundesligalizenz hielt die Treveri Basketball AG. Die Mannschaft gewann 1998 und 2001 den Deutschen Basketballpokal. Am 1. Mai 2015 wurde das Insolvenzverfahren der Treveri Basketball AG eröffnet. Infolge der Insolvenz wurde mit den Gladiators Trier ein neuer Basketballverein gegründet, der den Startplatz der TBB Trier übernahm, ansonsten rechtlich aber nicht als Nachfolger gilt.

Geschichte Anfänge Auf Initiative des später als Hammerwurftrainer­ bekannten Ernst Klement wurde im Jahr 1956 der Verein als Abteilung innerhalb des TV Germania Trier e. V. gegründet. Nachdem der Verein lange Jahre auf regionaler Ebene zu den Spitzenmannschaften gehört hatte, gelang in der Saison 1985/86 unter dem Trainer Wolfgang Esser der Aufstieg in die Zweite Liga.

Zweite Liga Der TVG trat weiter unter Trainer Wolfgang Esser in der Süd-Gruppe der zweiten Basketball-Bundesliga an. Esser setzte dabei auf die „Goldene Generation“ einheimischer, regionaler Basketballspieler. Die erste Saison in der zweithöchsten Spielklasse schloss der TVG auf dem fünften Tabellenplatz ab. Nach dem Erreichen des vierten und dritten Platzes der Verein 1990 in die Basketball-Bundesliga auf.

Aufstieg Aufgrund dieses Erfolges mit der Notwendigkeit einer professionelleren Ausrichtung wurde die Abteilung Basketball im selben Jahr ausgegliedert und als neuer Verein unter dem Namen „TVG Basketball Trier“ gegründet. Sportlich behauptete sich die Mannschaft gut in den ersten Jahren in der Bundesliga. Unter dem Trainer Esser und dessen Nachfolger Juri Selikhow spielten in den Trierer Reihen Weltklasse-Basketballer wie Alexander Belostenny und Sergei Babkow sowie der deutsche Nationalspieler Sascha Hupmann.

Die Ära Beck – Pokalsiege 1998 und 2001 1994 stellte der Verein mit Martin Hennen erstmals einen hauptamtlichen Mitarbeiter ein. Im Sommer 1994 übernahm der US-Amerikaner Don Beck das Traineramt in Trier. Unter seiner Führung erzielte Trier nach anfänglichen Startschwierigkeiten (drei Siege in der Saison 1994/95, Klassenerhalt in der Relegation) die größten sportlichen Erfolge. Mit Don Beck kamen die US-amerikanischen Spieler an die Mosel, die die erfolgreichste Ära des Trierer Basketballs prägen sollten: Der ehemalige NBA-Spieler Bernard Thompson, Keith Gray und Publikumsliebling Carl „Charly“ Brown.

1998 gewann Trier mit dem Sieg in der Pokalrunde seinen ersten deutschen Titel. Beim Top4-Turnier in der Ballsporthalle Frankfurt-Höchst gewann der TVG die Spiele gegen Ulm und Rhöndorf jeweils nach Verlängerung und sicherte sich so den Pokalsieg. In der darauffolgenden Bundesligarunde 1998/99 galt Trier als Mitfavorit um die deutsche Meisterschaft. In diese Spielzeit fiel der Heimsieg gegen den amtierenden Meister Alba Berlin. Der TVG hatte im dritten Viertel schon nahezu aussichtslos mit 25 Punkten zurückgelegen (32:57), bevor Carl Brown seine Mannschaft mit sechs Dreiern ohne Fehlwurf zurück ins Spiel brachte. Trier gewann das Spiel mit 80:78. Nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft wurden die Trierer in der Rückrunde vom Verletzungspech verfolgt, das Rennen um die Meisterschaft endete im Playoff-Viertelfinale mit 1:3 gegen Leverkusen. Nach dem Einstieg der Trierer Firma Herzog Telecom AG als Hauptsponsor wurde 1999 der Verein in „Herzogtel Trier e. V.“ umbenannt. Im Jahr 2001 konnten die Trierer Basketballer ihren nationalen Pokalsieg wiederholen. Die noch junge Namensgebung fand mit der Insolvenz des Telekommunikationsunternehmens im April 2001 ein frühes Ende. Der Gesamtverein – jetzt auch insolvent – trat noch bis zum Sommer 2002 unter dem Namen Herzogtel in der ersten Liga an, danach übernahm die neugegründete Trierer Basketball GmbH die Bundesligalizenz, die Mannschaft trug fortan den Namen TBB Trier. Im Juli 2002 übernahm der ehemalige Bundesliga-Spieler Patrick Börder das Amt des Geschäftsführers der Betreibergesellschaft. Zum 1. September 2005 wurde er von Lothar Hermeling abgelöst.

Trierer Basketball GmbH – Neue Arena Don Beck stieg daraufhin aus seinem laufenden Vertrag aus und wurde durch den ehemaligen Spieler Bernard Thompson ersetzt. Die Saison verlief erfolglos, mit nur fünf Siegen musste Trier in die Qualifikationsrunde. Am 25. Mai 2003 traten die TBB erstmals in der neuen Arena Trier an. Der Neubau der Halle durch die Stadt war nötig geworden, weil die Sporthalle am Mäusheckerweg mit offiziell 2200 Plätzen zu klein für die Basketballbundesliga war. Die Spiele der TBB wurden ab sofort vor bis zu 5900 Zuschauern ausgetragen. Trotz der Zuschauerrekorde konnten die Trierer sportlich nicht die Klasse halten. Durch eine Aufstockung der Liga von 14 auf 16 Teams wurde jedoch eine Wildcard ausgeschrieben, die an die Moselaner ging. In der nächsten Saison übernahm Joe Whelton das Ruder als Cheftrainer. Mit Whelton, der den besten Bundesliga-Korbschützen BJ McKie aus Gießen mit an die Mosel brachte, erreichte die TBB Trier zum bis heute letzten Mal die Playoffs. Im Viertelfinale kam es zum Derby gegen die Telekom Baskets Bonn, Trier unterlag mit 1:3. Mehr als 11.000 Zuschauer sahen die beiden Heimspiele in der neuen Halle. Im Sommer 2007 wurde der Vertrag von Joe Whelton für drei Jahre verlängert. Aufgrund einer anhaltenden Niederlagenserie sah der Verein sich gezwungen, ihn am 5. Dezember 2007 zu beurlauben. Ersetzt wurde er durch den Belgier Yves Defraigne, der den Abstieg verhindern sollte. Defraigne fuhr zwar mit der Mannschaft fünf Siege ein, den Abstieg konnte er mit dem angekündigten „europäischen Stil“ aber nicht verhindern. Da allerdings der zweite Aufsteiger aus der ProA, die Cuxhaven BasCats, aus finanziellen Gründen keine Bundesliga-Lizenz beantragte, wurde die Lizenz per Wildcard vergeben. Auf diese Wildcard hatten sich bis zum Stichtag nur die Moselstädter beworben. Mit einer 16:0-Entscheidung entschieden sich die Bundesligisten für die Vergabe der Wildcard an die TBB Trier. Trotz des Abstiegs blieb Defraigne in Trier und baute das Aufgebot nach seinen Vorstellungen um. Dabei fand unter anderem Chris Copeland den Weg an die Mosel, der in der Saison 2009/10 in der Korbschützenliste der Liga an der Spitze stand und später für die New York Knicks in der NBA spielte. Die TBB startete gut in die Saison 2009/10, bevor die Mannschaft in eine Negativserie verfiel. Nach 15 Niederlagen in 16 Spielen wurden Defraigne und sein Assistent Frank de Meulemeester beurlaubt, Aaron McCarthy wurde als „Feuerwehrmann“ verpflichtet. Im Gegensatz zu 2008 gelang das Vorhaben, McCarthy fuhr die beiden nötigen Siege ein und schaffte den Klassenerhalt, danach verließ er die Moselstadt wieder.

2010er Jahre Treveri Basketball AG Die Trierer Bundesligamannschaft war in den Zeiten der TBB GmbH von wenigen Gesellschaftern abhängig, die der Öffentlichkeit aber weitgehend unbekannt waren. Für mehr Identifikation und finanzielle Sicherheit sollte die Last in Zukunft auf mehrere Schultern verteilt werden. Deshalb trafen sich bereits im Jahr 2009 die Verantwortlichen der TBB mit Trierer Unternehmern wie Sascha Beitzel und Ralph Moog, dem ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Trier, Helmut Schröer, und TVG-Aufstiegstrainer Wolfgang Esser, der auch Chef der Arena Trier wurde. Gemeinsam sollte die Situation des Trierer Basketballs analysiert und ein zukunftsfähiger Plan entworfen werden. Man entschied sich für die Gründung einer Aktiengesellschaft. Dabei konnten nicht nur viele Unternehmer Aktien zeichnen, auch für TBB-Fans und Privatleute waren Aktienpakete zu erwerben, im Wert von 100 € bis 50.000 €. So wurde für die neue AG innerhalb kurzer Zeit ein Startkapital von 250.000 € erzielt. Der Name der Firma leitet sich vom römischen Namen der Stadt Trier (Augusta Treverorum) bzw. ihrer Bewohner (Treverer) ab, außerdem ermöglicht er die Beibehaltung des etablierten Kürzels „TBB“.

Das Konzept Für die Suche nach einem sportlichen Konzept wurde ein Beirat für die TBB AG eingesetzt, in dem James Marsh, langjähriger TBB/TVG-Profi und deutscher Nationalspieler, Rainer Loch, ehemaliger TVG-Spieler und -Trainer und Aufstiegstrainer Wolfgang Esser die Verantwortlichen berieten. Man entschied sich, Trier als Standort zu aufzubauen, an dem junge deutsche Spieler eine Chance bekommen sollten, sich auf höchstem Niveau zu beweisen und so zu vollwertigen Bundesligaprofis reifen. Als Motto der TBB galt der Spruch „Ausbilden statt Kaufen“. Der Bundesligist versprach sich davon unter anderem, „unfertige“ Spieler vergleichsweise günstig anzuheuern, anstatt bereits fertig ausgebildete Basketballprofis zu verpflichten. Mit einem Etat, der im unteren Viertel der Liga liegt, war dieser Gesichtspunkt nicht zu verachten. Außerdem sollte die Identifikation der Anhänger mit der Mannschaft leichter fallen, wenn einheimische Spieler über mehrere Jahre für den Verein spielten. In der Vergangenheit hatten aufgrund der weggefallenen Ausländerbeschränkungen nach dem Bosman-Urteil viele Amerikaner den deutschen Markt überflutet, die die Liga als Sprungbrett nutzen wollten und oft nach einem Jahr wieder verschwanden. Deutsche Spieler dagegen nahmen trotz Talent nur die hinteren Plätze auf der Auswechselbank ein. Mit dem neuen Konzept, das mit einem gewissen Risiko verbunden war, übernahm die Treveri Basketball AG eine Vorreiterrolle im deutschen Basketball. Bisher hatte sich kaum ein Verein getraut, den vermeintlich schwächeren deutschen Spielern eine wichtige Rolle in der Rotation anzuvertrauen.

Henrik Rödl Für das Konzept, mit jungen deutschen Spielern zu arbeiten, wurde als Trainer Henrik Rödl gefunden, der als Spieler 1993 Europameister wurde und mit Alba Berlin sieben deutsche Meisterschaften gewann. Als Trainer arbeitete Rödl drei Jahre für die Profimannschaft der „Albatrosse“, bevor er die U19 der Berliner übernahm, mit der er zweimal deutscher Vizemeister und einmal Meister wurde. Es war James Marsh, der seinen ehemaligen Nationalmannschaftskollegen davon überzeugte, seine Zelte an der Mosel aufzuschlagen. Henrik Rödl brachte unter anderem den talentierten Philip Zwiener vom ehemaligen Serienmeister zur TBB.

„Unterschriften-Affäre“ Im Sommer 2010 wurde in den Medien von Vorwürfen gegen TBB-Manager Lothar Hermeling berichtet, dieser habe die Unterschrift des Trierer Spielers Brian Brown unter einen Gehaltsverzicht gefälscht. Die Presse schrieb von einer „Unterschriften-Affäre“. Im Juli 2010 gab die Treveri Basketball AG die Beurlaubung des als Geschäftsführer der Betreibergesellschaft tätigen Hermeling bekannt. Hermeling trat Anfang September 2010 als Vorstandsmitglied zurück, war aber weiterhin als Verantwortlicher für Marketing- und Vertriebsbelange im Amt. Kurz darauf kam die sofortige Trennung von dem Manager, da das Vertrauensverhältnis „nachhaltige Beschädigungen“ erlitten habe, wie es in der Medienmitteilung hieß. Die Zeitung Trierischer Volksfreund berichtete Mitte September 2010 mit Berufung auf die Staatsanwaltschaft in Trier, vom ehemaligen Geschäftsführer ein schriftliches Geständnis vorliegen zu haben, welches umfangreich und plausibel sei.

Saison 2010/11