Das Brandenburgische Jäger-Bataillon Nr. 3 war ein Infanterieverband der Preußischen Armee.

Geschichte und Formierung mini|hochkant|Jäger im Jahr 1815. mini|hochkant|Jäger im Jahr 1864. Die Ursprünge der preußischen Jägertruppe lassen sich bis ins Jahr 1744 zurückverfolgen, in diesem Jahr ließ Friedrich der Große ein aus Freiwilligen bestehendes „Feldjägerkorps zu Fuß“ zusammenstellen. Die Freiwilligen, vorzugsweise Forstleute, Söhne von Forstbediensteten und Jägerburschen. Sie sollten sich später unter anderem im Vierten Koalitionskrieg 1806/07 bewähren. So kämpften die preußischen Jäger unter Führung von Oberst Ludwig Yorck von Wartenburg erfolgreich im Gefecht von Altenzaun.Carl Friedrich Gumtau: Jäger und Schützen des preußischen Heeres. Dritter Teil, In Kommission E. S. Mittler, Berlin 1838, S. 20–25.J. G. Droysen, Hans David L. York (Graf von Wartenburg): Das Leben des Feldmarschalls Grafen York von Wartenburg. Band I. Verlag von Veit und Co, Berlin 1851, S. 155; .

In den Befreiungskriegen 1813–15 bewährten sich die preußischen Jäger erneut, dies sollte letztlich auch die Entscheidung über die Neuaufstellung eines weiteren Jägerverbandes beeinflussen. Daher befahl König Friedrich Wilhelm III. am 21. Juni 1815 seinem Kriegsminister Hermann von Boyen die Aufstellung eines weiteren Jägerbataillons, dem 2. (Magdeburgischen) Jäger-Bataillon, dessen Stamm von der kampferprobten Jägerkompanie der Russisch-Deutschen Legion, dem Banner Freiwilliger Sachsen und dem Sächsischen Jäger-Bataillon gebildet wurde. Mit der Aufstellung des Bataillons wurde Hauptmann Ferdinand von Logau betraut. Bis Dezember 1818 verblieb das neu aufgestellte Jäger-Bataillon als Besatzungstruppe in Frankreich. Nach Beendigung des Einsatzes in Frankreich verlegte man das Bataillon in die Heimat, um dort die neue Garnison in Halle (Saale) zu beziehen.

Am 13. April 1821 fand dann eine Teilung in die 3. und 4. Jäger-Abteilung statt. Die 3. (Brandenburgische) Jäger-Abteilung, jetzt dem kommandierenden General des III. Armee-Korps direkt unterstellt, wurde im Anschluss nach Grünberg in Schlesien verlegt, bis sie schließlich am 28. September 1827 die Lübbener Bürgerquartiere bezogen.Joachim Schobeß (Autor), Volker Schobeß (Hrsg.): Die Lübbener Jäger. Das Brandenburgische Jäger-Bataillon Nr. 3 1743–1945. trafo Wissenschaftsverlag, Berlin 2016, S. 50. Mit der A.K.O. vom 21. November 1848 wurde die Bildung weiterer Jäger-Bataillone befohlen. Im Zuge dessen erhielt die 3. (Brandenburgische) Jäger-Abteilung eine 3. Kompanie, um nachfolgend das neu zu formierende 3. Jäger-Bataillon zu stärken. Aus der 3. Jäger-Abteilung des 2. (Magdeburgischen) Jäger-Bataillons war nunmehr das 3. Jäger-Bataillon hervorgegangen. Eine 4. Kompanie wurde dann auf Grundlage der A.K.O. vom 7. Juni 1852 gebildet.

Am 4. Juli 1860 erhielt das 3. Jäger-Bataillon die Bezeichnung Brandenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 3.Otto Rasch: Lübbener Jäger - ein Gang durch die Geschichte. In: Lübben – ein Kleinod der Niederlausitz. Stadtverwaltung Lübben (Hrsg.), Heimat-Verlag, Lübben 1993, ISBN 3-929600-04-8, S. 46–50.Axel Pinkow: Lübben. Historische Ansichtskarten in Wort und Bild. Selbstverlag, Königs Wusterhausen 1999. 1866 wurden Teile zur Errichtung der Jäger-Bataillone Nr. 9 und Nr. 11 abgegeben. In den darauffolgenden Jahren blieb die Gliederung des Bataillons nahezu unverändert.

Anfang des neuen Jahrhunderts erfuhr die deutsche Infanterie eine Steigerung der Kampfkraft durch Aufstellung neuer Einheiten und vorgenommener Umstrukturierungen. Auf Grundlage der A.K.O. vom 20. März 1902 wurde daher dem Bataillon zum 1. Oktober 1902 die Maschinengewehr-Abteilung Nr. 7 angegliedert, welche bis 1913 dem Bataillon angehörte.Kriegsministerium (Hrsg.): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1913. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1913, S. 325, S. 332.Kriegsministerium (Hrsg.): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1914, S. 340. Nachfolgend wurde eine Maschinengewehrkompanie und eine Radfahrkompanie aufgestellt.

Infolge der Mobilisierung des Feldbataillons vom 2. August 1914 wurde eine in zwei Kompanien gegliederte Ersatzabteilung aufgestellt. Des Weiteren kam es zur Aufstellung des Ersatz-Jäger-Bataillons Nr. 3, das von Major von dem Knesebeck befehligt wurde.

1915 wurde eine zweite Radfahrerkompanie gebildet. Die beiden Lübbener Radfahrerkompanien wurden später der 2. Kavallerie-Division direkt unterstellt.Martin Lezius: Ruhmeshalle unserer Alten Armee. Militär-Verlag, Leipzig 1927, S. 78, S. 175 f.

Am 6. Juni 1916 erfuhr das Lübbener Jäger-Bataillon tiefgreifende Veränderungen. Auf Weisung der Obersten Heeresleitung wurde das Bataillon zum Jäger-Sturm-Bataillon umformiert.Friedrich Müller: Brandenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 3 (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Band 34). Verlag von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. und Berlin 1922, S. 50.Joachim Schobeß (Autor), Volker Schobeß (Hrsg.): Die Lübbener Jäger. Das Brandenburgische Jäger-Bataillon Nr. 3 1743–1945. trafo Wissenschaftsverlag, Berlin 2016, S. 122–126. Im Zuge der Umformierung, erhielt das Bataillon eine Minenwerferabteilung, einen Flammenwerferzug und eine Infanterie-Geschütz-Batterie zugeteilt.Friedrich Müller: Brandenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 3 (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Band 34). Verlag von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. und Berlin 1922, S. 51. Die Minenwerfer-Abteilung war zuvor im Minenwerfer-Park Köln neu aufgestellt worden. Die ebenfalls neu angegliederte Infanterie-Geschütz-Batterie Nr. 3 kam vom Sturmbataillon „Rohr“. Der neu zugeteilte Flammenwerfer-Zug war hingegen eine Abgabe des 2. Garde-Pionier-Ersatz-Bataillons.

Im Zuge der Umformierung zum Sturmbataillon wurde auch der Mannschaftsstamm teilweise ausgetauscht. Der neu zugeführte Ersatz entstammte vorwiegend dem Ersatz-Jäger-Bataillon Nr. 5. Der Dienst in einem Sturmbataillon stellte hohe Anforderungen an die körperliche Eignung, die bei einigen Jägern jedoch nicht gegeben war.

Ende Dezember 1916 wurde die 1. Maschinengewehrkompanie geteilt, woraufhin sich die 2. Maschinengewehrkompanie bildete.Friedrich Müller: Brandenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 3 (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Band 34). Verlag von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. und Berlin 1922, S. 59. Der Waffenbestand wurde ebenso geteilt, somit verfügte jede Kompanie über sechs Maschinengewehre.

In den viereinhalb Jahren des Krieges dienten insgesamt 4052 Soldaten im Bataillon.Friedrich Müller: Brandenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 3 (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter, Band 34). Verlag von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. und Berlin 1922, S. 117 ff.

Garnison Bürgerquartiere Lübben Die Jäger-Kompanien waren bis April 1883 in dezentralen Bürgerquartieren untergebracht. Die Quartiershäuser verteilten sich auf das gesamte Lübbener Stadtgebiet und wurden von den Eigentümern gegen eine entsprechende Entschädigung bereitgestellt bzw. vermietet. Innerhalb der Stadt wurden dem Bataillon dann noch weitere Gebäude zur Nutzung überlassen, so diente als Hauptwache ein Gebäude am Markt und eine alte Turnhalle am Kleinen Hain wurde als Exerzierhalle genutzt.

Kaserne Lübben mini|Jägerkaserne Lübben, Zufahrt. mini|Jägerkaserne Lübben um 1910. Am 1. April 1883 bezogen die Jäger das im neugotischen Baustil errichtete Hauptgebäude der Jägerkaserne am Hauptbahnhof. Zum Kasernement gehörte das luxuriös eingerichtete Offizierskasino in der Bergstraße, das im Jahr 1908 erbaute Standortlazarett und die Militär-Badeanstalt an der Spree. Nach Angliederung der Maschinengewehr-Abteilung Nr. 7 wurden zusätzliche Baracken sowie Ställe und eine Reithalle errichtet.Joachim Schobeß (Autor), Volker Schobeß (Hrsg.): Die Lübbener Jäger. Das Brandenburgische Jäger-Bataillon Nr. 3 1743–1945. trafo Wissenschaftsverlag, Berlin 2016, S. 108. Im Jahr 1913 wurde die Kasernenanlage erneut erweitert, diese bauliche Erweiterung diente der Unterbringung der neu gebildeten Radfahrerkompanie.Ministerium der öffentlichen Arbeiten (Hrsg.): Centralblatt der Bauverwaltung. 33. Jahrgang, Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin 1913, S. 186. Bis 1919 in der Nutzung des Brandenburgischen Jäger-Bataillons Nr. 3, ging das Kasernement in die Nutzung der Reichswehr über. Mitte der 1930er Jahre, nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, wurde das Kasernement Lübben um weitere Gebäude erweitert und verblieb bis Mai 1945 in der Nutzung der Wehrmacht. Nach Kriegsende folgte eine weitere militärische Nutzung durch die sowjetischen Streitkräfte (GSSD). Die von der Reichswehr bzw. Wehrmacht errichteten Neubauten wurden bis 1991 von sowjetischen Panzer- und Nachrichteneinheiten genutzt.

Der imposante neogotische Bau wurde 1945 ein Opfer der Flammen und 1950 abgetragen.

Innengestaltung mini|Korridor mit Jagd-Trophäen. Mit den Jahren bekam das Innere der Kaserne immer mehr den Charakter eines Jagd-Museums. Die Flure der Kompaniereviere und das Oberjäger-Kasino waren mit Jagdtrophäen geschmückt, die meist von ehemaligen Jägern gestiftet wurden. Hinzu kamen noch die Gedenktafeln für die Gefallenen, die Porträts ehemaliger Lübbener Jäger und die Bilder mit Jagdmotiven.

Auch ein kleines Forst-Museum wurde für die angehenden Forstleute eingerichtet, welches zahlreiche Anschauungsobjekte aus dem heimischen Wald beherbergte.

Garnisonslazarett Zum Kasernement gehörte auch ein Lazarett, welches 1830 erbaut wurde. Es lag an der zum Lübbener Bahnhof führenden Logenstraße, einige hundert Meter vom Luckauer Tor entfernt. Seinen regulären Betrieb nahm das mit 25 Betten ausgestattete Militärkrankenhaus am 1. Oktober 1835 auf. In dem knapp einen Kilometer von der Jägerkaserne gelegenen Lazarett sorgten ein Stabsarzt und zwei Militär-Krankenwärter für das Wohlergehen der Erkrankten.

Standortübersicht StandortZeitraumHalle (Saale)26. Dezember 1818 bis 1. November 1821Grünberg (Schlesien)13. November 1821 bis August 1827Lübben28. September 1827 bis 14. September 1830Halle (Saale)22. September 1830 bis 20. März 1831Brandenburg (Havel)26. März 1831 bis 17. September 1832Lübben23. September 1832 bis Auflösung 1919

Einsatzgeschichte Spandau 1832 Die 3. Jäger-Abteilung erhielt im April 1832 den Befehl nach Spandau zu verlegen, um dort während der Frühjahrs-Übungszeit des Gardekorps den Wachdienst zu versehen. Am 11. April marschierte die Abteilung von Brandenburg nach Spandau. Der folgende Einsatz dauerte bis zum 25. Mai.

Einsatz im Landesinneren 1848

Im März 1848 wird auch Preußen von revolutionären Unruhen erfasst, daher wurde ein Teil der preußischen Armee mobilisiert, darunter auch die 3. Jäger-Abteilung. Folgend kam es zum Einsatz des preußischen Militärs, welcher dem Machterhalt der Obrigkeit dienen sollte.

Am 6. April wurde ein Jäger-Detachement nach Luckau entsandt. Dort sollte das Detachement die Aufständischen bekämpfen und die Aufrechterhaltung von „Ruhe und Ordnung“ gewährleisten.Ludwig von Kusserow: Geschichte des Brandenburgischen Jäger-Bataillons Nr. 3 und des Magdeburgischen Jäger-Bataillons Nr. 4 von 1815 bis 1865. Verlag von A. Bath, Berlin 1865, S. 77 f. Ein weiteres Kommando wurde am 21. April mit selbigem Auftrag nach Cottbus entsendet. Der befehlsgemäße Auftrag der Lübbener Jäger beschränkte sich auf den Wach- und Patrouillendienst. Zum Waffeneinsatz kam es nicht, vielmehr setzte man auf die einschüchternde Wirkung des Militäreinsatzes.

Das Cottbuser Detachement konnte seinen Einsatz am 29. Mai beenden. Das in Luckau eingesetzte Detachement beendete seinen Einsatz am 13. Juni.