Der Plainberg ist ein hoher, größtenteils im Gemeindegebiet von Bergheim nördlich der österreichischen Stadt Salzburg gelegener Berg. Er ist Teil der den Alpen im Norden vorgelagerten Flyschzone und war vermutlich schon in urgeschichtlicher Zeit besiedelt. Besondere Bedeutung erlangte dieser Hausberg von Salzburg durch die auf seinem Gebiet befindliche Wallfahrtskirche Maria Plain, die als bedeutendster Wallfahrtsort des Landes Salzburg gilt.„Maria Plain wirkte und wirkt auch heute noch wie ein Magnet auf Pilger aus nah und fern. Es ist die meistbesuchte Wallfahrtskirche der Erzdiözese Salzburg.“ (Franz Ortner: Die Geschichte der Kirche und Seelsorge der Pfarre Bergheim vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. In: Gemeinde Bergheim (Hrsg.): Bergheim. Geschichte und Gegenwart, Bergheim 2009, S. 272.) Der Berg dient auch als Naherholungsraum und Ausflugsziel für die Bevölkerung der näheren Umgebung. Fast das gesamte Bergareal ist Landschaftsschutzgebiet.
Namensgebung Der Name Plain geht auf das Latein des Mittelalters zurück. Das Wort plaga (Abhang, Feld, Fläche) lautete in der Verkleinerungsform plagina (kleiner Abhang), woraus sich unter Wegfall des g und des a am Wortende die Form plain entwickelte. Der Bergname bezeichnet also ein abschüssiges Gelände. Als Motiv für die Namensgebung ist die weit ausladende, im Westen weitgehend baumlose Südseite des Bergs anzusehen. Die ältesten urkundlichen Belege des Namens stammen mit Play von 1285 und in der Form Play(e)n aus der Zeit um 1415.Franz Hörburger: Salzburger Ortsnamenbuch, bearbeitet von Ingo Reiffenstein und Leopold Ziller, hrsg. von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982, S. 38. Die Feststellung, dass der Name des Plainbergs von der Burg Plain und dem dortigen Grafengeschlecht der Plainer in Großgmain südwestlich von Salzburg herrühre (so bereits Hübner 1792), trifft wohl nicht zu: Deren Herrschaft und das nachmalige Gericht Plain endete unmittelbar kurz vor dem Plainberg, der seit dem Mittelalter zum Gericht Radeck (später Neuhaus) gehörte. Gleichwohl gehen beide Plain-Namen auf dieselbe lateinische Wurzel zurück. Nicht in Zusammenhang mit plagina steht der Name der Gemeinde Plainfeld etwa 10 km östlich des Plainbergs.Franz Hörburger: Salzburger Ortsnamenbuch, bearbeitet von Ingo Reiffenstein und Leopold Ziller, hrsg. von der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982, S. 161.
Mit der Bedeutungskomponente Hang und mit der zunehmenden Unkenntnis der eigentlichen Bedeutung von plagina bzw. des daraus entstandenen plain wurde der Name immer mehr als reine Flurbezeichnung angesehen, sodass zur Verdeutlichung immer häufiger der Wortteil -berg hinzugefügt wurde. Die Zusammensetzung Plainberg ist erstmals aus dem Jahr 1803 bezeugt.Ingo Reiffenstein und Thomas Lindner: Historisch-Etymologisches Lexikon der Salzburger Ortsnamen (HELSON). Band 1 – Stadt Salzburg und Flachgau, Edition Tandem, Salzburg 2015 [= 32. Ergänzungsband der Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde], ISBN 978-3-902932-30-3, S. 97. Daneben verwendete man, fallweise bis heute, auch Plain allein als Name für den Berg; so zum Beispiel „Maria Trost auf dem Plain bey Salzburg“ (1753)Beda Seeauer: Auserlesene in Vier Theil verfaßte Lob- und Sittenpredigen. Band 3, Verlag Wolff, 1753, S. 137 ()., „erzbischöfliche geistliche Räthe und Superiorn auf dem Plain“ (1848)Bonifaz Aigner: Kurze Geschichte des berühmten Wallfahrtsortes Maria=Plain bey Salzburg. Verlag Joseph Oberer, Salzburg 1848, S. 2 ( Im Online-Dokument ist keine Paginierung vorhanden. Es handelt sich um die Seite 6 des Digitalisats). und „entlang der 15 Bildstöcke und zweier Säulen nach Plain“ (1990).Herbert Dorn: Geheimnissäulen auf dem Weg nach Maria Plain. Salzburg 1990, S. 28. Diese Aussage kann sich aber auch auf die Bergheimer Ortschaft Plain beziehen.
mini|Wiesen auf dem Plainberg Mit der alleinigen Verwendung von Plain wird deutlich, dass der Flurname auch zur Benennung des Plainbergs als Siedlungsregion verwendet wurde. Plain ist seit dem 19. Jahrhundert eine der fünf Ortschaften der politischen Gemeinde Bergheim,Hanns Haas: An der Schwelle zur Moderne: Bergheim im langen 19. Jahrhundert. In: Gemeinde Bergheim (Hrsg.): Bergheim. Geschichte und Gegenwart, Bergheim 2009, S. 178. In der Tabelle zur Bevölkerungsstatistik werden die fünf Ortschaften Bergheim, Lengfelden, Muntigl, Plain und Voggenberg angeführt. welche die Siedlungsgebiete auf dem Berg umfasst. Dadurch, dass Plain als Bezeichnung einer kleinen Region verstanden wird, erklären sich die für den Plainberg entstandenen Zugehörigkeitsbezeichnungen PlainerbergFriedrich Spaur: Der Spaziergänge in den Umgebungen Salzburgs zweiter Band. Verlag Franz Xaver Oberer, Salzburg 1815, S. 11 und S. 13 ().Hans Krawarik: Die Anfänge der mittelalterlichen Besiedelung im Raum von Bergheim. In: Gemeinde Bergheim (Hrsg.): Bergheim. Geschichte und Gegenwart, Bergheim 2009, S. 98. Hier liegt mit der Variante Plainer Berg Getrenntschreibung vor. und Plainer HügelFriedrich Spaur: Der Spaziergänge in den Umgebungen Salzburgs zweiter Band. Verlag Franz Xaver Oberer, Salzburg 1815, S. 2, 6 und 13 ().. Namensvarianten mit Hügel wie Plainer Hügel und PlainhügelDie im Alltag öfters anzutreffende Namensvariante findet sich beispielsweise auf woman.at (Bildtitel), abgerufen am 18. Februar 2013. beruhen auf der vergleichsweise geringen Höhe des Bergs. Die Wiesen auf dem Plainberg wurden früher auch als Plainfelder bezeichnet („Die Prozession gieng um die Plainfelder“, 1848Bonifaz Aigner: Kurze Geschichte des berühmten Wallfahrtsortes Maria=Plain bey Salzburg. Verlag Joseph Oberer, Salzburg 1848, S. 22. (. Im Online-Dokument ist keine Paginierung vorhanden. Es handelt sich um die Seite 26 des Digitalisats.)). Die Plainregion ist Namensgeber weiterer Objekte wie Maria Plain, Plainbach, Plainbrücke und Plainstraße. Letztere ist als nördliche Ausfallstraße von Salzburg als Plainer Weg zumindest schon im 18. Jahrhundert bezeugt.Lorenz Hübner: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden. Erster Band, Eigenverlag, Salzburg 1792, S. 546 ().
Der Plainberg wird heute so sehr mit der dortigen Wallfahrtskirche Maria Plain in Verbindung gebracht, dass im Alltag gelegentlich auch fälschlicherweise angenommen wird, die Erhebung sei nach der Andachtsstätte benannt.„Auf ihm [dem Plainberg] steht die Wallfahrtsbasilika Maria Plain, von wo der Plainberg den Namen hat.“ In: Artikel (Version vom 14. Januar 2011). Von einigen wird der Name Maria Plain – vermittelt über Auswanderer – auch als namensgebend für das US-amerikanische Dorf Plain (Sauk County, Bundesstaat Wisconsin) gehalten, was ebenfalls nicht zutrifft.Dort wird im Zuge der Erkundung der Ortsgeschichte diskutiert, ob dessen Name mit „Maria Plain“ in Zusammenhang steht. Obwohl es keine historischen Belege dafür gibt, bleibt dieses Gerücht hartnäckig in Umlauf. Vgl. Google-Site „auswanderer“, abgerufen am 26. Februar 2012.
Geografie Topografie Lage und Ausdehnung mini|hochkant=1.4|Übersichtskarte der Umgebung mini|hochkant=1.4|Der Plainberg von West-Südwesten, Ansicht vom Salzburger Stadtteil Liefering Der Plainberg liegt im Übergangsgebiet zwischen den Nördlichen Kalkalpen und dem Alpenvorland und bildet einen Teil der nördlichen Begrenzung des Salzburger Beckens. Er erstreckt sich in west-östlicher Richtung entlang der nördlichen Stadtgrenze von Salzburg zu Bergheim, auf dessen Gemeindegebiet er sich fast zur Gänze befindet. Lediglich erste Erhöhungen im Süden liegen noch im Stadtgebiet von Salzburg. Die Länge des Plainbergs beträgt etwa 2,4 km, seine Nord-Süd-Ausdehnung rund 1 km unter Einbezug des Rauchenbichls, der im Südosten vorgelagerten Erhebung zwischen den Orten Gaglham und Radeck. Wird auch der unterste Teil des Bergs auf Salzburger Stadtgebiet nördlich des Alterbaches mitgerechnet, beträgt die Ausdehnung des Plainbergs in Nord-Süd-Richtung etwas mehr als 1,5 km. Gegen Norden fällt der Berg fast über seine gesamte Länge relativ steil ab, gegen Süden ist der Anstieg sanfter. Die höchste Erhebung beträgt Die Höhe des Bergs gegenüber seiner Umgebung (Ortschaftspunkt Salzburg 424 m, Ortschaftspunkt Bergheim 435 m) ist mit lediglich rund 115–125 Metern relativ gering. Die Gesamtfläche des Bergs beträgt etwas mehr als 2 km².
Siedlungstopografie Am Fuße des Plainbergs und auf dem Berg selbst liegen mehrere Siedlungsgebiete. Sie sind Ortsteile der politischen Gemeinde Bergheim und gehören zur Katastralgemeinde Bergheim I: Bergheim: Hauptort der Gemeinde mit dörflichem Charakter am Nordwest- und Westrand des Bergs Gaglham: auf der Südseite etwa mittig gelegene Ansiedlung mit teils ländlichem Charakter Hagenau: in erster Linie Wohngebiet mit dem Charakter einer Stadtrandsiedlung am südwestlichen Fuß; ein kleiner Teil des Siedlungsgebiets westlich der Bergheimer Landesstraße L118 gehört zum Gemeindegebiet der Stadt Salzburg und befindet sich in der Südhälfte des kleinen Stadtteils Itzling Nord. Kemating (auch: Plain-Kemating): auf dem Berg fast zentral gelegener Siedlungsraum mit teils Streusiedlungs-Charakter Maria Plain: Ensemble verschiedener religiöser Bauten mit Nebengebäuden und Gastronomiebetrieben auf der westlichen der beiden Anhöhen des Plainbergs (530 m) Radeck: in erster Linie Wohngebiet auf dem Osthang des Bergs Daneben existiert auf der Westseite des Bergs die Einschicht Hofstätt. Der vom Plainberg etwas abgesetzte Rauchenbichl im Südosten ist zur Gänze bewaldet; dort befinden sich keine Wohnstätten. Das Areal ist seitens der Jagd als Rückzugsgebiet für Reh- und Niederwild vorgesehen und sollte von der Allgemeinheit nicht betreten werden.
Östlich bis nordöstlich des Plainbergs liegt das Siedlungs- und Gewerbegebiet Kasern, das überwiegend zur Stadtgemeinde Salzburg gehört (Stadtteil Kasern). Der kleinere Teil, zu dem auch die von Radeck durch eine Bundesstraße getrennte Lengfelden-Siedlung gehört, befindet sich in der Gemeinde Bergheim. Als Ortsteil von Bergheim hat Radeck zusammen mit dem Bergheimer Anteil von Kasern die Bezeichnung Radeck-Kasern.Gemeinde Bergheim (Hrsg.): Bergheim. Geschichte und Gegenwart. Bergheim 2009, S. 12. Hinsichtlich der Gliederung der Gemeinde Bergheim in Ortschaften liegt jedoch der Bergheimer Teil von Kasern ohne Lengfelden-Siedlung in der Ortschaft Lengfelden. Lengfelden-Siedlung gehört wie alle anderen Bergheimer Siedlungsgebiete auf dem Plainberg zur Ortschaft Plain, die auch den Namen Maria Plain trägt.Die Bezeichnungen der Ortsteile und Ortschaften Plain, (Plain)-Kemating und Maria Plain werden oft nicht streng voneinander getrennt. So befindet sich an der Gemeindegrenze zwischen Salzburg-Itzling und der Bergheimer Ortschaft Kemating eine Ortstafel mit der Aufschrift Maria Plain. Die Ortsteile Bergheim und Hagenau am Westfuß des Plainbergs gehören zur Ortschaft Bergheim.
Der kleine Salzburger Anteil des Plainbergs liegt im Stadtteil Itzling (Katastralgemeinde Bergheim II, zu der auch der Salzburger Teil von Kasern gehört). Die Stadt-Salzburger Siedlungen am Plainbergfuß sind: auf der westlichen Bergseite beim Anstieg nach Kemating die sogenannte Grabenbauernsiedlung, eine Siedlung mittig auf dem Weg nach Gaglham sowie eine im Osten unterhalb des Rauchenbichls. Dort befindet sich auch ein Campingplatz.
Gewässer mini|hochkant|Der regulierte Plainbach am Nordfuß des Plainbergs Am Fuße des Bergs parallel zur Nordkante fließt der insgesamt rund 4,3 km lange Plainbach. Dieser entspringt aus mehreren Quellen östlich von Kasern und verläuft in westliche Richtung, bevor er bei der Ortschaft Bergheim nach Norden biegt und westlich des Bergheimer Ortsteils Fischach in den gleichnamigen Bach fließt, der selbst nach etwa 1,4 Kilometern in die Salzach mündet. Als weiteres Fließgewässer entspringt ein Rinnsal nordöstlich der Wallfahrtskirche Maria Plain und fließt nach Norden, trocknet aber in der niederschlagsarmen Periode aus.