Adolf Heinrich Hobel (* 28. Mai 1910 in Wien; † 27. Mai 1995 ebenda) war ein österreichischer Diplomat.

Leben Adolf Heinrich Hobel war der Sohn von Maria Bink und Adolf Johannes Hobel. Hobel absolvierte im Jahr 1928 das humanistische Gymnasium im 16. Bezirk von Wien. Danach widmete er sich dem Studium der Rechtswissenschaften. Am 3. Februar 1933 erhielt er im Festsaal der Universität Wien die Promotion zum Dr. iuris utriusque. Anschließend arbeitete er als Finanzbeamter.

Ab März 1938 arbeitete er im Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten in der Abteilung 8 für Gesundheitswesen. Er trat im September 1938 der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, dem Reichsbund der Deutschen Beamten und dem Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund bei. Hobel diente während des Zweiten Weltkriegs vom 13. März 1940 bis 29. April 1945 im Dienstgrad Oberjäger. Ende April 1945 kam er in Kriegsgefangenschaft, aus der er am 13. September 1945 entlassen wurde. Am 9. November 1945 kehrte Adolf Hobel in den österreichischen Staatsdienst zurück und wechselte am 25. November 1948 in den Auswärtigen Dienst.

Von 1949 bis 1952 war Hobel bei der politischen Vertretung Österreichs in Moskau tätig. Anschließend war er in der Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten des Bundeskanzleramtes tätig und wurde am 30. Juni 1959 zum außerordentlichen Gesandten sowie bevollmächtigten Minister ernannt. Im selben Jahr heiratete Edith Leitner.

1960 ging er als Botschafter nach Helsinki, 1964 wechselte er in derselben Position nach Kapstadt. Vier Jahre später wechselte er zurück ins Außenministerium nach Wien, wo er bis 1972 blieb. Am 26. Februar 1972 wurde er zum Botschafter in Santiago de Chile ernannt. Zum Zeitpunkt des Putsch in Chile 1973 bestanden enge diplomatische Beziehungen.

Von einer „Unterstützung der von Salvador Allende in Chile geleiteten Regierung“ durch Österreich kann keine Rede sein. Realpolitisch setzte Österreich die diplomatischen Beziehungen zu Chile routinemäßig fort. Adolf Hobel wurde zur Wahrung der österreichischen Interessen auf seinem Posten als Botschafter vorläufig belassen, er bestätigte auch formell den Empfang der Note, mit welcher die diplomatische Mission in Chile vom vollzogenen Machtwechsel offiziell in Kenntnis gesetzt wurde.

Hobel wurde eineinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt durch einen Sondergesandten ersetzt. Er arbeitete anschließend erneut für das Außenministerium.

Wenige Wochen nach dem Putsch wurde bekannt, dass Adolf Hobel politisch Verfolgten des Militärregimes kein Asyl in der österreichischen Botschaft gewährte.

Hobel war bis zu seiner Pensionierung zum Jahresende 1975 im Außenministerium tätig.

Im Anschluss begann Hobel an seiner Alma Mater ein Geschichtsstudium. Im Januar 1982 schloss er es mit der eingereichten Arbeit „Die k. u. k. Gesandtschaft in St. Petersburg und die diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich-Ungarn und Russland im Zeitraum zwischen dem Vorfrieden von Nikolsburg und dem Ende des Berliner Kongresses (1866–1878)“ erfolgreich ab.

Außenminister Kirchschläger hat Hobel für die Verleihung des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreichs eingereicht, welche am 31. Jänner 1973 erfolgt ist.

Adolf Heinrich Hobel starb am 27. Mai 1995 in Wien, er wurde am Ottakringer Friedhof bestattet.

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