Narziss Raymond Sokatscheff, auch Narziß SokatscheffEintrag auf filmportal.de, abgerufen am 25. September 2019. und Narciss SokatscheffWill Tremper: Große Klappe: Meine Filmjahre. Autobiografie. Rütten & Loening, 1998. Seiten 13, 16 und 117. (* 12. Mai 1921 in Warna;Angaben des Geburtsdatums und -orts laut dem Filmarchiv Kay Weniger; andere Quellen nennen als Geburtsdatum den 12. Mai 1927. † 4. August 2006https://de.findagrave.com/memorial/251682664/narziss-sokatscheff in Berlin) war ein bulgarischstämmiger Schauspieler in Deutschland.
Leben mini|hochkant|Grabstätte auf dem Friedhof Lankwitz Sokatscheff besuchte in Sofia von 1935 bis 1939 das Gymnasium bis zum Abitur. Mit einem Stipendium der Humboldt-Stiftung kam er 1940 nach Berlin. Hier studierte er an der Kaiser-Wilhelm-Universität von 1941 bis 1945 Germanistik und Theaterwissenschaften. Gleichzeitig war er einziger Schauspielschüler von Hermine Körner. Die Reifeprüfung der Kunstgattung Schauspiel bestand er im Juli 1943 in Dresden. Im selben Jahr begann seine Bühnenlaufbahn in Berlin mit Gefesselten Prometheus von Aischylos im damaligen Kuppelsaal. Von 1943 bis 1944 war er parallel am Stadttheater Guben engagiert. Von 1945 bis 1947 bestand ein Vertrag mit dem Theater der Jugend in Neuss.Entnazifizierungsakte vom 12. April 1948: Landesarchiv NRW, Abt.Rheinland: NW 1002-AD, 61742
Im Jahr 1948 holte ihn Gustaf Gründgens in sein Düsseldorfer Ensemble, wo er mitunter als Partner von Elisabeth Flickenschildt spielte. 1955 stand er erstmals auf der Bühne im Theater im Zimmer in Hamburg. Dort spielte Sokatscheff Nebenrollen in Gegenwartsstücken wie Komm wieder, kleine Sheba! aus dem Jahr 1953 (Originaltitel: Come Back, Little Sheba!) von William Inge. Seit den 1960er Jahren wohnte er in Hamburg und Berlin, wo er unter anderem an den Berliner Kammerspielen auftrat.
Parallel zu seiner Theaterarbeit übernahm Sokatscheff ab 1960 auch Filmrollen. Anfangs verpflichtete ihn vor allem Will Tremper. In seinem Leinwanddebüt, dem Ost-West-Drama Flucht nach Berlin, übertrug Tremper ihm die Hauptrolle. Darin verkörperte Sokatscheff den Sachsen-Anhaltischen Bauern „Hermann Güden“, der sich der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft entziehen will und, nachdem seine Frau und beide Kinder sicher in West-Berlin angekommen sind, mit Hilfe einer Schweizer Modejournalistin und ihres Sportwagens in den Westen zu entkommen versucht. 1963 spielte er erneut in zwei Filmen von Tremper (Die endlose Nacht und Verspätung in Marienborn).
Von der optischen Erscheinung her südländisch wirkend, besetzte man Sokatscheff dabei als ausländischen Diplomaten oder als Offizier, aber auch als Schurke wie beispielsweise als „Messer-Joe“ in Der Henker von London (1963).Helga Belach, Wolfgang Jacobsen: Cinemascope: Zur Geschichte der Breitwandfilme. Stiftung Deutsche Kinemathek. Spiess, 1993. Seite 156. ISBN 978-3-89166-646-3. Nach zwei weiteren Rollen in Edgar-Wallace-Filmen nahmen Sokatscheffs Rollenangebote für Kinofilme ab Ende der 1960er-Jahre ab und es gewannen Fernsehauftritte an Bedeutung.
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit starb der Schauspieler im Jahre 2006 in Berlin.Dies gab der Edgar Wallace-Experte und Filmpublizist Joachim Kramp in mehreren privaten Korrespondenzen bekannt. Seine letzte Ruhestätte fand Narziss Sokatscheff auf dem Friedhof Lankwitz (Grablage BI-49).https://de.findagrave.com/memorial/251682664/narziss-sokatscheff
Filmografie 1960: Flucht nach Berlin 1963: Die endlose Nacht 1963: Verspätung in Marienborn 1963: Der Henker von London 1963: Das Kriminalmuseum: Die Nadel 1964: Polizeirevier Davidswache 1965: John Klings Abenteuer (eine Folge der Serie) 1965: Der Fall Kapitän Behrens – Fremdenlegionäre an Bord 1965: Gestatten, mein Name ist Cox: 1000 Pfund suchen einen Täter 1966: Playgirl 1967: Der Mönch mit der Peitsche 1968: Das Kriminalmuseum: Die Postanweisung 1968: Nationalkomitee 'Freies Deutschland' 1968: Der Mann mit dem Glasauge 1969: Kim Philby war der dritte Mann (Fernsehfilm) 1969: Percy Stuart (eine Folge der Serie) 1970: Perrak 1971: Hamburg Transit (eine Folge der Serie) 1972: Frühreife Betthäschen 1973: Bettkanonen 1975: Im Auftrag von Madame (eine Folge der Serie) 1981: Der Zauberberg 1982: Kreisbrandmeister Felix Martin (eine Folge der Serie) 1985: Drei gegen Drei
Buchpublikation Wer für Frieden in Freiheit fällt... Höhepunkte Bulgarischer Lyrik, Deutsche Nachdichtung von Narziss Sokatscheff, 1982, Hamburg-Berlin, OREL-MICRO Edition
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Bulgare Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 2006 Kategorie:Mann