Weinberg () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Aurach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Weinberg hat eine Fläche von 14,214 km². Sie ist in 2076 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6846,96 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Gindelbach, Gutenmühle, Vehlberg, Westheim und Windshofen.
Geografie Im Pfarrdorf entspringt die Wieseth, nördlich davon der Erlbach, der bei Leuckersdorf als linker Zufluss in die Wieseth mündet. 1 km nördlich erhebt sich der Roßkopf () in dem Waldgebiet Dienstfeld, 0,75 km südwestlich die Emmerspitz (). 0,5 km südwestlich befindet sich das Pfarrholz. Die Staatsstraße 1066 führt nach Vorderbreitenthann (3 km südlich) bzw. nach Aurach (4 km nordöstlich). Die Kreisstraße AN 36 führt nach Vehlberg (2 km westlich) bzw. nach Gindelbach (1,6 km südöstlich). Die AN 3 führt nach Atzenhofen (3 km nördlich).
Nördlich des Ortes gibt es seit der karolingischen Zeit einen Grenzpunkt (1433 und 1500 in den Weinberger Dorfordnungen erwähnt), an dem die drei Gaue Sualafeldgau, Rangau und Maulachgau aufeinanderstoßen. Dieser ist zugleich der Grenzpunkt, an dem die drei Bistümer Augsburg, Eichstätt und Bamberg (bis 1817: Würzburg) aufeinanderstoßen.
Klima
In Weinberg beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 789 mm.
Geschichte Weinberg gehörte ursprünglich zur Herrschaft der Burg Wahrberg. Am 28. Februar 1355 verkaufte Erkinger von Wahrberg seinen dortigen Besitz mit zugehörigen Zehnten (24 Anwesen, ein Badhaus, eine Mühle und ein Gasthaus) und seinen Anteil an dem Gericht zu Weinberg an den Eichstätter Fürstbischof Berthold von Zollern. 1301 wurde die Kapelle zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus in Weinberg erstmals urkundlich erwähnt. Über die Namen der seit 1352 in Aurach wirkenden Pfarrherren geben zwei Tafeln im Eingang der Kirche Auskunft. 1358 wurde die Kapelle zur Pfarrkirche mit einem Ablassbrief, der bis 1601 noch in der Kirche vorhanden war. 1488 wird eine Bruderschaft des Hl. Sebastians urkundlich bestätigt. Diese Bruderschaft existiert seit dieser Zeit und feiert regelmäßig am Sonntag nach Sebastian ihr Bruderschaftsfest. Der Magistrat der Bruderschaft nimmt mit seinen Stäben jeden ersten Donnerstag im Monat am Bruderschaftsgottesdienst teil.http://www.pfarrgemeinde-aurach.de/verzeichnis/visitenkarte.php?mandat=32402
Weinberg lag im Fraischbezirk des ansbachischen Oberamtes Feuchtwangen. Den Grundbesitz in Weinberg teilten sich zu der Zeit das Hochstift Eichstätt, das Kloster Sulz, das Chorherrenstift Feuchtwangen und als deren Nachfolger die Markgrafen von Ansbach.
Im Dreißigjährigen Krieg brannte fast das ganze Dorf ab (82 Häuser), Kirche und Pfarrhof wurden ausgeplündert. In der Folgezeit wütete im Ort die Pest.
1748 ereignete sich ein weiterer verheerender Brand, dem 39 Gebäude zum Opfer fielen. Im gleichen Jahr wurde auch die Skapulierbruderschaft Sieben Schmerzen Mariä gegründet, die zur Erzbruderschaft des Benediktinerklosters Oberelchingen bei Ulm gehört.
1732 bestand der Ort aus 58 Anwesen und 1 Kirche (katholisch), 1 Pfarrhaus, 1 Schulhaus, 1 Schafhaus, 1 Hirtenhaus und ein aus 12 Personen bestehendes Gericht. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das eichstättische Vogtamt Aurach. Grundherren waren feuchtwangische Ämter (11 Anwesen; Klosterverwalteramt Sulz: 5 Anwesen; Vogtamt Ampfrach: 1 Wirtschaft mit Backrecht, 4 Anwesen; Pfarrei Dorfgütingen: 1 Wirtschaft mit Backrecht) und das Vogtamt Aurach: 3 Wirtschaften mit Backrecht, 2 Schmieden, 42 Anwesen.Nach der Vetterischen Beschreibung des Oberamtes Feuchtwangen von 1732 (s. a. Weinberg (Grundherrschaft) auf der Website geschichte-feuchtwangen.de). Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 62 Haushalte, wovon 11 feuchtwangisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 129f. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Feuchtwangen.
1806 kam Weinberg an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Weinberg gebildet. Zu diesem gehörten Angerhof, Birkach, Bittelhof, Charhof, Charmühle, Elbersroth, Elbleinsmühle, Gimpertshausen, Gindelbach, Gutenmühle, Leuckersdorf, Westheim und Windshofen. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Weinberg mit den Orten Elbleinsmühle, Gindelbach, Gutenmühle, Vehlberg, Westheim und Windshofen. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Feuchtwangen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Feuchtwangen zugeordnet (1919 in Finanzamt Feuchtwangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Weinberg zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und von 1943 bis 1973 zum Finanzamt Dinkelsbühl, seit 1973 zum Finanzamt Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 14,220 km². Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Mai 1978 nach Aurach eingemeindet.
Baudenkmäler In Weinberg gibt es neun Baudenkmäler: Bachgasse: Prozessionskapelle, kleine verputzte Nischenanlage mit Dreiecksgiebel, 18. Jahrhundert Feuchtwanger Straße 26: Prozessionskapelle, verputzter Kleinbau mit Satteldach, 18. Jahrhundert Nähe Röttenbacher Straße: Prozessionskapelle, verputzter Satteldachbau mit Traufprofil, 18. Jahrhundert Kirchstraße 1: Prozessionskapelle, verputzte Nischenanlage mit Dreiecksgiebel, 18. Jahrhundert Kirchstraße 4: katholische Pfarrkirche Mariä Sieben Schmerzen, ehemals St. Aegidius (bis 1975), mittelalterlicher Chorturm mit Spitzhelm, 14./15. Jahrhundert, Langhaus aus Beton modern (1975); mit Ausstattung; Reste der ehemaligen Friedhofsmauer, im Kern wohl mittelalterlich. Die große Glocke der Weinberger Kirche wurde 1579 in Nürnberg gegossen und trägt die Inschrift „GOTTES WORT BLEIBT EWIG - GLAUB DEM MIT TAT BIST SELIG“. Kr AN 3: Sühnekreuz aus Sandstein, mittelalterlich. Hartfeld: Mittelalterliches Sandsteinkreuz; ca. 400 m außerhalb des Ortes Richtung Vehlberg. Nähe Zur Wiesethquelle: Sühnekreuz aus Sandstein, mittelalterlich. Vehlberger Wegfeld: Sühnekreuz aus Sandstein, mittelalterlich. Dorfwiesen; Westbergfeld: Ehem. Ortsetter, vier Grenzsteine von ehem. 40, Sandstein, 1537 und 1738.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Weinberg gibt es acht Bodendenkmäler.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Weinberg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 563 805 750 721 782 790 776 777 749 753 760 801 775 773 776 765 794 774 726 1111 1050 966 1000 1066HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 122 142 151 156 156 157 155 154 183 Quelle Für die Gemeinde Weinberg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Elbleinsmühle (S. 22), Gündelbach (S. 33), Guttenmühle (S. 34), Vehlberg (S. 97), Westheim (S. 102) und Windshofen (S. 104).
Ort Weinberg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2011 Einwohner 300 426 439 426 414 423 450 614 623 703 785 887Häuser 71 85 87 89 88 87 112 217 Quelle
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei Mariä Sieben Schmerzen. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach Feuchtwangen gepfarrt.
Wanderwege Durch Weinberg führt der Fernwanderweg Grünes Schlüsselloch.
Bildungseinrichtungen Grundschule (1.–4. Klasse) Ortsbücherei
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Aurach, Landkreis Ansbach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach