Die Schriftfamilie Wiesbaden Swing ist eine Schreibschrift, die von der deutschen Kommunikationsdesignerin Rosemarie Kloos-Rau entworfen wurde. Seit der Veröffentlichung 1992 durch Linotype sind mehrere Schriftschnitte sowie eine Sonderzeichenschrift erstellt worden.
Geschichte mini|Rosemarie Kloos-Rau vor der handschriftlichen Urform der Schriftart im Rathaus Wiesbaden, 2022 Rosemarie Kloos-Rau (* 1958) ist Kalligraphin und Typographin. Die 1983 mit dem Rudo-Spemann-Preis ausgezeichneteRudo Spemann-Preis. Auf: offenbach.de, vom 1. März 2004, abgerufen am 30. April 2016. Diplom-Designerin arbeitete bis in die 1990er Jahre als Illustratorinbspw. Mein kunterbuntes Pianobuch oder Mein kunterbuntes Liederbuch von Margret Birkenfeld. und veröffentlichte 1993 zusammen mit Michael Rau das Buch Schreibschriften.
Kloos-Rau hatte eine Serie von Glückwunschkarten kalligrafisch gestaltet, auf die Reinhard Haus, künstlerischer Leiter von Linotype, aufmerksam wurde. Sein Unternehmen war auf der Suche nach einer kalligrafischen Schrift für den Druck. Die Designerin schlug vor, die Schrift als „Hommage an die Stadt“ nach der hessischen Landeshauptstadt zu benennen, in deren Stadtteil Biebrich sie wohnt.Volker Milch: „Ich wollte eine Hommage an die Stadt“. In: Wiesbadener Kurier, 5. Januar 2022, S. 14. Online veröffentlicht als Wiesbaden Swing: „Eine Schrift tanzt um die Welt“. Nach „ein bisschen Überzeugungsarbeit“ genehmigte dies der Wiesbadener Magistrat am 5. November 1991 auf Basis eines Gutachtens von Werner Schneider.
Im Jahr 1992 wurde die Schriftart als „Wiesbaden Swing“ veröffentlicht. 1997 wurde durch Alexei Tschekulajew eine Version mit kyrillischem Schriftzeichenausbau ergänzt, 1999 ein fetter Schriftschnitt. Zudem ist mit Dingbats eine Sonderzeichenschrift verfügbar, die zur gleichen Schriftfamilie gehört.
Im Jahr 2010 wurde die handschriftliche Urform der Schrift in die Berliner Sammlung Kalligraphie im Archiv der Akademie der Künste aufgenommen.Rosemarie Kloos-Rau in der Berliner Sammlung Kalligraphie, abgerufen am 7. März 2012.Wiesbaden Swing. In: Wiesbadener Tagblatt, 24. April 2010, abgerufen am 7. März 2012. Zum 30-jährigen Jubiläum wurde im Januar 2022 die Ausstellung „Wiesbaden Swing: Eine Schrift tanzt um die Welt“ im Neuen Rathaus Wiesbaden gezeigt.
Stil
Wiesbaden Swing zählt nach DIN 16518 zur Schriftklasse der Schreibschriften, wurde aber auch den handschriftlichen Antiqua zugeordnet. (PDF; 4,7 MB), Seite 31. Es handelt sich um eine gerundete SchriftFonts in Focus No. 9, Seite 11, abgerufen von issuu.com am 7. März 2012. mit Bandzugcharakter, deren Buchstaben nicht verbunden sind.Kate Clair, Cynthia Busic-Snyder: A Typographic Workbook: A Primer to History, Techniques, and Artistry. John Wiley & Sons, 2012. ISBN 978-1-11-839988-0. S. 174. Die Schriftart wird von ihrer Autorin beschrieben als „Anwendungsschriftart, die einen frischen, unkonventionellen Umgang mit der Typografie erlaubt“.
In Brush’n’Script wurde die Schrift unter den Markerschriften vorgestellt, und dabei fälschlicherweise dem Designer Max R. Kaufmann zugeschrieben, der in den 1930ern Plakatschriften wie Balloon und Kaufmann entworfen hatte.Max R. Kaufmann, Website der Klingspor-Museums, abgerufen am 26. Januar 2026.
Verwendung mini|Produkte mit der Schriftart „Wiesbaden Swing“ Die Schrift wird für Slogans und Wortmarken eingesetzt sowie als Zierschrift, beispielsweise auf Grußkarten. Häufig ist sie im Lebensmittel-Bereich zu finden.. In: Wiesbadener Tagblatt, 9. Dezember 2010.Beispiel auf rau-design.de, abgerufen am 13. Mai 2013. Die Schriftart wurde 2012 als eine der „berühmten Linotype-Schriften der letzten zehn Jahre“ beworben.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Schriftart Kategorie:Kultur (Wiesbaden) Kategorie:Wiesbaden-Biebrich