Max Schach (* 2. Mai 1886 als Max Schacherl in Zenta, Österreich-Ungarn; † 3. August 1957 in London, Großbritannien)Nachruf (Obituary) in der West London Press, 9. August 1957, Seite 5 war ein Journalist, Filmproduzent und Firmenmanager beim deutschen und britischen Film.
Leben
Max Schach arbeitete in jungen Jahren als Journalist, zwölf Jahre lang war er Theater- und Filmkritiker beim Berliner Tageblatt. Gegen Ende des Ersten Weltkriegs ging er zur UFA als Dramaturg und Lektor von Drehbüchern, wenig später war er an der Gründung bzw. Leitung der Produktionsfirmen Emelka und Stern-Film beteiligt und wurde Generalmanager der Universal Studios in Europa. Max Schach produzierte auch persönlich einige Filme seines Freundes, des Regisseurs Karl Grune.
1933 flohen die Juden Schach und Grune vor den Nationalsozialisten nach Großbritannien, wo Schach zwischen Ende 1934 und Ende 1937 für seine eigenen, kurzlebigen Filmgesellschaften Capitol, Cecil, Trafalgar und Buckingham insgesamt 18 Filme herstellte; primär Kostümstoffe und Musikromanzen. Den Anfang machte das von Grune inszenierte exotische Orient-Drama „Der rote Sultan“ mit Fritz Kortner. Auch zwei Musikfilme mit Richard Tauber, „Das singende Land“ und „Der Bajazzo“, waren Erfolge. Schachs andere Produktionen, die in dieser Zeit den englischen Filmmarkt überschwemmten, erwiesen sich jedoch als finanzielle Flops. Der Österreicher brachte mit den eingefahrenen Verlusten von 1,5 Mio. Pfund die Finanziers in erhebliche Bedrängnis. Daraufhin erließ die britische Regierung ein neues Kontingentgesetz, das die Arbeitsmöglichkeit von Immigranten seit 1938 erheblich einschränkte. Schach konnte daraufhin keinen einzigen Film mehr herstellen.
Max Schach starb, von der Branche mittlerweile völlig vergessen, in London-Chelsea im Sommer 1957.
Filmografie 1922: Der Graf von Charolais 1923: Schlagende Wetter 1923: Die Straße 1924: Arabella, der Roman eines Pferdes 1924: Komödianten 1925: Die Stadt der Versuchung 1925: Eifersucht 1927: Die Geliebte 1927: Das Schicksal einer Nacht 1927: Die rollende Kugel 1929: Waterloo 1935: Der rote Sultan (Abdul the Damned) 1935: Moscow Nights 1935: Koenigsmark 1935: When Knights Were Bold 1935: Public Nuisance No. 1 1936: Love in Exile 1936: The Marriage of Corbal 1936: Dishonour Bright 1936: Southern Roses 1936: Das singende Land (Land Without Music) 1936: Der Bajazzo (Pagliacci) 1936: Die Liebe eines Fremden (Love From a Stranger) 1937: Träumende Augen (Dreaming Lips) 1937: For Valour 1937: The Lilac Domino 1937: Jericho 1937: Mademoiselle Docteur 1938: Second Best Bed
Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Acabus-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 438 f.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Zeitungsjournalist Kategorie:Journalist (Deutschland) Kategorie:Pseudonym Kategorie:Person (Berlin) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Person (Transleithanien) Kategorie:Person (Medien, Vereinigtes Königreich) Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1957 Kategorie:Mann