mini|Gedenkstein für Reppist mini|Reppist auf einer preußischen Karte Reppist, , war ein Ort nordöstlich von Senftenberg. 1986 fiel Reppist fast vollständig der Erweiterung des Braunkohletagebaus Meuro zum Opfer. 582 Einwohner wurden umgesiedelt.Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlung. Herausgeber: Archiv verschwundener Orte, Forst 2010. Seite 221 Vom Ort selbst zeugen heute nur noch ein paar unbewohnte Häuser.
Chronik Der Ort wurde 1370 erstmals erwähnt. Der Name leitet sich vom sorbischen Wort für Rübe Repa ab. Die fruchtbaren Felder und Wiesen des Ortes wurden durch die Sornoer und Schwarze Elster bewässert. Die Bewohner betrieben auch Weinbau. Aus dem Jahr 1738 ist erstmals ein Gemeindesiegel überliefert, das die Darstellung einer Weintraube enthält. Reppist lag an einer alten Reichsstraße, die von Beeskow nach Dresden führt. Der Ort, der ursprünglich eine hufeisenförmige Siedlungsform hatte, bestand bis zum Beginn der Braunkohleförderung vorwiegend aus Vierseitenhöfen, von denen keiner mehr erhalten ist. Im Zuge des Aufschlusses neuer Tagebaue begann sich das Dorf zu einer Bergarbeitersiedlung zu entwickeln. Um 1850 wurde um Reppist erstmals Braunkohle im Tiefbau gefördert. 1871 wurde durch die Henkelschen Braunkohlewerke eine evangelische Bergkapelle errichtet. 1974 wurde diese Kapelle wegen des fortschreitenden Tagebaus abgerissen. Am 1. Januar 1974 wurde Reppist nach Senftenberg eingemeindet.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
Der Ort lag unmittelbar an den Bahnanlagen der Bahnstrecken Großenhain–Cottbus und Lübbenau–Kamenz. An letztgenannter Strecke existierte von den 1950er Jahren bis 1987 der Haltepunkt Reppist.
Bevölkerungsentwicklung Einwohnerentwicklung in Reppist von 1875 bis 1971Jahr EinwohnerJahr Einwohner1875 3471890 6351910 8951925 14191933 13601939 11651946 11211950 12421964 9441971 826
Heutige Situation mini|Denkmalgeschütztes Kulturhaus Auf dem nicht abgebaggerten Gebiet der Gemeinde befindet sich heute ein Teil des Rangierbahnhofes Senftenberg sowie ein Betriebshof für Güterzuglokomotiven. Unweit davon steht das Kulturhaus Reppist, es ist denkmalgeschützt.
Trotz des Endes des Bergbaus und damit einhergehender Rekultivierung ist eine Wiederbesiedlung unwahrscheinlich.
Etwas nördlich des ehemaligen Ortes auf der Hochkippe befindet sich ein Aussichtspunkt, von dem man die Tagebaulandschaft weiträumig überblicken kann. Bei guter Sicht sind die Berge des Westlausitzer Hügel- und Berglandes zu erkennen. Am Aussichtspunkt sind Gedenktafeln für andere, ebenfalls abgebaggerte Orte angebracht.
Persönlichkeiten Gustav Strahl (* 16. Februar 1906; † 16. Januar 1977) deutscher Kommunalpolitiker (Bürgermeister von Wernigerode)
Siehe auch Liste der abgebrochenen Orte im Lausitzer Kohlerevier Archiv verschwundener Orte
Literatur Erika Jantzen: Die Reihe Bilder aus der DDR. Schwarzes Gold aus Senftenberg. Sutton, Erfurt 2002, ISBN 3-89702-495-0. Werner Forkert: Senftenberger Rückblicke. Interessantes aus der Senftenberger Geschichte. Herausgeber Buchhandlung „Glück Auf“, 2006. Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlung. Herausgeber Archiv verschwundener Orte, Forst 2010. Frank Förster: Verschwundene Dörfer im Lausitzer Braunkohlenrevier. 3., bearbeitete und erweiterte Auflage, Domowina-Verlag, Bautzen 2014, S. 240–242.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Senftenberg) Kategorie:Wüstung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Kategorie:Wüstung in der Lausitz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) Kategorie:Ersterwähnung 1370 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Abgebaggerter Ort