mini|Hauptsitz von Airbnb im kalifornischen San Francisco Airbnb ist ein 2008 im kalifornischen Silicon Valley gegründetes US-amerikanisches Unternehmen, das unter dem gleichen Namen ein Online-Portal zur Vermittlung, Buchung und Vermietung von Unterkünften betreibt („makelt“), ähnlich einem Computerreservierungssystem. Sowohl private als auch gewerbliche Nutzende mieten und vermieten hierbei, mittlerweile gegen eine Gebühr, Räumlichkeiten, ohne dass Airbnb dabei rechtliche Verpflichtungen übernimmt. Seit der Gründung im Jahr 2008 bis zum März 2020 wurden über das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 900 Millionen Übernachtungen gebucht.

Ebenfalls nach eigenen Angaben fanden sich im September 2020 auf seiner Website über 5 Mio. Inserate in mehr als 220 Staaten und über 100.000 Städten; gut 160.000 davon in Deutschland.

Airbnb ist dabei Vertriebspartner der beiden Hotelplan-Töchter Interhome und Inter Chalet. Dazu bestehen seit 2016 Kooperationen in 11 Staaten. Die Migros wurde dadurch zur größten Anbieterin von durch Airbnb in der Schweiz angebotenen Ferienwohnungen.

Geschichte Airbnb wurde 2008 von Brian Chesky, Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk in San Francisco gegründet. Der eigenen Gründungslegende zufolge entstand die Idee im Oktober 2007 aufgrund eigener Erfahrungen mit einer zu teuren WG und ausgebuchten Hotels aufgrund einer gut besuchten Konferenz in San Francisco. Der ursprüngliche Name Airbed & Breakfast (englisch: Luftmatratze und Frühstück) wurde 2009 verkürzt zu Airbnb.

Seit 2011 ist es dem Nutzer möglich, sein Profil mit sozialen Netzwerken wie Facebook zu verbinden. Dadurch wird die Anzeige der Bewertungen eines Airbnb-Nutzers durch soziale Kontakte ermöglicht.

Airbnb erhob 2013 6–12 % von den Gästen, 3 % von den Gastgebern, insgesamt 150 Millionen Dollar bei etwa 10 Millionen Übernachtungen.Claudia Pelzer, Nora Burgard: Co-Economy: Wertschöpfung im digitalen Zeitalter: Netzwerke und agile Organisationsstrukturen erfolgreich nutzen, Springer, 2014, S. 39.

In Japan plante Airbnb 2016, erstmals selbst Unterkünfte zu errichten.Touristen sollen aufs Land gelockt werden, orf.at, 14. August 2016, abgerufen am 15. August 2016. In der Umgebung von Nara wurde 2017 das erste Gemeindehaus eröffnet.

Im zweiten Quartal des Jahres 2019 erreichte Airbnb nach eigenen Angaben zum zweiten Mal eine Milliarde US-Dollar Umsatz im Quartal. Im dritten Quartal stieg der Umsatz auf 1,65 Milliarden Dollar. Dabei verbuchte Airbnb im gleichen Zeitraum einen Verlust von 322 Millionen US-Dollar.

Vor der COVID-19-Pandemie wurde Airbnb mit 35 bis 52 Milliarden US-Dollar am Sekundärmarkt bewertet.

Konzept Das Unternehmen stellt als Online-Plattform den Kontakt zwischen Gastgeber und Gast her und ist ausschließlich für die Abwicklung der Buchung verantwortlich. Die Transaktion findet dabei über die Plattform statt. Der Gast bezahlt den Betrag für seine Buchung per Kreditkarte oder Ähnlichem an Airbnb. Dem Gastgeber wird der Betrag erst 24 Stunden nach Anreise ausgezahlt, um sicherzustellen, dass der Gast die Unterkunft so vorfindet, wie sie ihm angeboten wurde.

Jeder Nutzer, also Gastgeber und Gast, stellt sich auf Airbnb mit einer Profilseite dar. Gastgeber müssen zumindest ein Bild hochladen und eine Telefonnummer angeben, Gäste müssen deutlich mehr Informationen preisgeben. Gastgeber beschreiben ihre Unterkunft mit einem Text und mithilfe von Fotos. Gast und Gastgeber können sich gegenseitig bewerten. Mit einer Rechner-Funktion kann man kalkulieren, welche Einkünfte mit der eigenen Unterkunft erzielt werden können.

Die Dienstleistungen von Airbnb lassen sich auch mit einem Smartphone und Tablet nutzen.

Finanzierung und Investoren Die ersten Finanzmittel erhielt das Unternehmen vom im Silicon Valley beheimateten Gründerzentrum Y Combinator. Weitere frühe Kapitalgeber waren die beiden auf Förderung von Start-ups spezialisierten Venture-Capital-Unternehmen Andreessen Horowitz und General Catalyst sowie die Investitionsgesellschaft DST Global. Im Laufe der Zeit erhielt das Unternehmen noch weitere signifikante Investitionen von Risikokapitalgebern, was zu einer sehr hohen Unternehmensbewertung führte und es zu einem „Einhorn“ unter den Start-ups machte. Trotz der Bewertung von 30 Milliarden US-Dollar strebte Airbnb zunächst keinen Börsengang an, stattdessen wurden im September 2016 und im März 2017 Betriebsmittel von einer Milliarde US-Dollar aufgenommen.

Im Herbst 2019 kündigte das Unternehmen den Börsengang für das Folgejahr an, der am 10. Dezember 2020 an der New Yorker Nasdaq erfolgte. Die Aktie (ISIN US0090661010) ist seither im Segment Nasdaq Global Select Market gelistet und in zwei Aktienklassen erhältlich, die sich in den Stimmrechten unterscheiden.

Ende 2020 stand Airbnb auf Platz 149 der weltweit wertvollsten Unternehmen (gemessen an der Marktkapitalisierung) und war damit zugleich der größte Börsenneuling des Jahres.

DatumBetrag (in US-Dollar)Führender InvestorJanuar 200920.000Y CombinatorApril 2009600.000Sequoia CapitalNovember 20107,2 MillionenGreylock PartnersJuli 2011112 MillionenAndreessen HorowitzOktober 2013200 MillionenFounders FundApril 2014474 MillionenAndreessen Horowitz, Sequoia CapitalJuni 20151,5 MilliardenGeneral Atlantic, Hillhouse Capital Group, Tiger Global ManagementNovember 2015100 MillionenFirstMark CapitalJuni 20161 MilliardeJPMorgan ChaseSeptember 2016555,5 MillionenCapitalG, TCVMärz 2017447,8 MillionenCapitalG, TCVJuli 202585 Milliarden

Übernahmen und Beteiligungen Nach Übernahme des deutschen Wettbewerbers Accoleo eröffnete Airbnb im Juni 2011 mit einem Büro in Hamburg die erste Niederlassung außerhalb der USA. Per 31. Dezember 2013 wurde der Kundenservice in Europa nach Irland verlagert. In Deutschland ist Airbnb heute mit einem Büro in Berlin vertreten.

Im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2012 übernahm Airbnb den in London ansässigen Konkurrenten CrashPadder und konnte so sein internationales Angebot kurz danach um 6000 Einträge erweitern. Die Übernahme machte Airbnb zum größten Vermittlungsplatz in Großbritannien.

Im Juli 2012 übernahm Airbnb NabeWise, ein kleines Unternehmen, das auf die Zusammenstellung von Informationen für spezielle Lokationen spezialisiert war. Mit der Übernahme wurde der Fokus auf die Bereitstellung extrem lokaler Empfehlungen für Reisende gelegt und im November 2012 ein neuer Service namens „Neighborhood“ gestartet. Ebenfalls im Juli 2012 wurde bekannt, dass Airbnb das Team der Fotoblogging-Seite DailyBooth übernommen hat. Das Team wurde bei Airbnb integriert, der Dienst aber nicht übernommen. Im Oktober 2012 übernahm das Unternehmen noch das Team hinter dem Empfehlungsportal Fondu.

Im Dezember 2012 wurde die Übernahme von Localmind bekannt. Localmind bot eine ortsbasierte Frage-und-Antwort-Plattform, bei der Nutzer Fragen zu bestimmten Orten online stellen konnten. Die Antworten wurden dann in Echtzeit von Experten in der Region gegeben.

Im Dezember 2014 übernahm Airbnb dann den App-Entwickler Pencil Labs aus Cambridge. Die App war eine kombinierter Kalender- und Messaging-Anwendung, die eine gemeinsame Terminfindung erleichtern sollte.

Im September 2015 übernahm das Unternehmen zunächst den Reiseportal-Anbieter Vamo, der komplette Reisen mit mehreren Zielen, Hotels und Verkehrsmitteln zusammenstellte. Der Dienst wurde mit der Übernahme eingestellt und das Team wird bei Airbnb integriert. Ebenfalls im September wurde das in San Francisco beheimatete Start-up Unternehmen Lapka übernommen. Deren Fokus war die Erstellung von Sensor-Systemen, die in Kombination mit Smartphones genutzt werden konnten. Die Meldung zur Übernahme besagte, dass die Erstellung von Hardware gestoppt und das Team bei Airbnb integriert wird.

Im April 2016 wurde bekannt, dass Airbnb sich das Personal des Anbieters ChangeCoin gesichert hat. Das Unternehmen mit Bitcoin- und Blockchain-Expertise hatte an einem Dienst gearbeitet, mit dem man Trinkgelder direkt über soziale Medien wie Facebook oder Twitter verteilen kann. Im September 2016 übernahm Airbnb das in Barcelona gegründete Unternehmen Trip4real. Trip4real bot Citytouren von Einheimischen an und konnte mit viel Insiderwissen bei den Kunden punkten. Das Unternehmen war zuvor auch schon als Partner auf der Airbnb-Plattform vertreten.

Rechtliche Fragen In Berlin (nach dem ZwVbG), Hamburg, Köln und München werden Bußgelder bis zu 500.000 Euro für Wohnraumzweckentfremdung erhoben, in Freiburg bis zu 100.000 Euro.Claudia Pelzer, Nora Burgard: Co-Economy: Wertschöpfung im digitalen Zeitalter: Netzwerke und agile Organisationsstrukturen erfolgreich nutzen, Springer, 2014, S. 38.

Wien weist in seiner Sharing-Positionierung darauf hin, dass Untervermietungen im sozialen Wohnungsbau nicht zulässig sind. Es soll ein Tourismusförderungsgesetz in Kraft treten, das von Airbnb entweder die Meldung der Vermietungen oder die Einhebung der Ortstaxe für die Stadt Wien verlangen wird.Keine Einsprüche gegen Airbnb-Regelung orf.at, 10. Februar 2017, abgerufen am 10. Februar 2017.

Im Kanton Basel-Stadt müssen für Gäste von Airbnb Gasttaxen bezahlt werden. Diese erhalten im Gegenzug jedoch die Gästekarte, welche u. a. die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gewährt. Insofern ist Airbnb den Hotels gleichgestellt. Ähnliche Vereinbarungen gibt es auch in den Kantonen Basel-Landschaft, Luzern, Schaffhausen, Zug und Zürich.

In Spanien wurde die Plattform aufgefordert, illegale Angebote (alle Vermietungsangebote gesamter Wohnung ohne Lizenznummer) zu löschen. Zum festgestellten Zeitpunkt im Jahr 2025 traf dies knapp 66.000 Offerten.

In New York City ist seit 2010 die Vermietung von Wohnungen für weniger als 30 Tage verboten. Im Oktober 2016 führte die Stadt ein Gesetz ein, welches Bußgelder von bis zu 7.500 US-Dollar für illegale Vermietung vorsieht. New York City ist für Airbnb mit einer Milliarde US-Dollar die umsatzstärkste Stadt in den Vereinigten Staaten. Im August 2018 erließ New York City aufgrund von Wohnraummangel und wuchernden Mieten ein weiteres Mal strengere Auflagen für Airbnb und vergleichbare Portale. Verlangt wird unter anderem die Offenlegung sämtlicher Transaktionen gegenüber den Behörden. Wird den Auflagen nicht Folge geleistet, drohen empfindliche Strafzahlungen in Höhe von mindestens 1.500 US-Dollar pro Monat und Wohnung für jede inakkurate Meldung. Die von Bürgermeister Bill de Blasio unterzeichnete Regelung trat im Februar 2019 in Kraft.

Auswirkungen auf die städtische Amtsführung