miniatur|Notre-Dame de Québec Die Kathedralbasilika Notre-Dame de Québec ist der Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Québec. Sie befindet sich in der Altstadt (Vieux-Québec) gegenüber dem Rathaus (Hôtel de Ville) und ist mit dem Petite Séminaire de Québec, dem ehemaligen Priesterseminar und heutigen Privatschule Collège François-de-Laval mit einem Durchgang verbunden. Dieses sollte nicht mit dem Grand Séminaire de Québec verwechselt werden, das 1663 vom ersten Bischof in Neufrankreich François de Laval gegründet wurde und das sich weiter nordöstlich befindet.
Geschichte miniatur|Innenansicht Notre-Dame de Québec, gegründet 1674, ist der älteste Sitz einer Diözese nördlich von Mexiko sowie die älteste Pfarrkirche Nordamerikas. 1874 wurde sie als erste Kirche in den Rang einer Basilica minor erhoben.
Der erste Bau stammt aus dem Jahr 1647. Er wurde 1759 bei der Belagerung von Québec durch die Briten zerstört. Der wenige Jahre später errichtete Neubau brannte am 22. Dezember 1922 ab. Von 1923 bis 1930 wurde die heutige Kirche gebaut. Seit 23. Juni 1966 steht sie als Bien culturel de Québec unter Denkmalschutz, seit dem 1. Januar 1989 ist sie eine National Historic Site of Canada (Lieu historique national du Canada). mini|Messe am 8. Dezember 2023 zur Öffnung der Heiligen Pforte in der Kathedrale Notre-Dame-de-Québec durch Kardinal Gérald Cyprien Lacroix.
Heilige Pforte Die Kathedrale Notre-Dame de Québec ist der Ort mit der einzigen Heiligen Pforte auf dem nordamerikanischen Kontinent. Sie wurde am Sonntag, dem 8. Dezember 2013, dem Festtag der unbefleckten Empfängnis, von Kardinal Gérald Cyprien Lacroix eingeweiht. Anlässlich der Eröffnung der Feierlichkeiten zum 350. Jahrestag der Gründung von Notre-Dame de Québec war die Heilige Pforte während des gesamten Jubiläumsjahres bis zum 28. Dezember 2014 geöffnet worden.
Die Heilige Pforte von Québec wird einzig und allein während der vom jeweiligen Papst ausgerufenen Jubiläen geöffnet, die alle 25 Jahre stattfinden. Sie war ausnahmsweise vom 8. Dezember 2023 bis zum 8. Dezember 2024 eröffnet worden, somit zwei Jahre vor dem heiligen Jubiläumsjahres. Anlass war das 350. Gründungsjubiläum der katholischen Diözese Notre-Dame de Québec, gegründet 1674. In diesen zwölf Monaten wurde sie von rund 182.000 Pilgern aus aller Welt durchschritten.
Architektur und Ausstattung Beim Wiederaufbau der 1920er Jahre wurde die Kathedrale in Anlehnung an die Vorgängerbauten errichtet. Der Baustil und die Ausstattung orientieren sich an Stilformen des vorrevolutionären französischen Klassizismus (Louis-seize-Stil). Notre-Dame ist eine dreischiffige geostete Basilika mit Chorumgang. Von den beiden Türmen der Schaufassade im Westen ist nur der südliche mit oktogonalem Obergeschoss und doppelter Laterne voll ausgeführt; der nördliche endet in einem quadratischen Stumpf.
Glasfenster Die Glasfenster der Kathedrale, die man von der Bestuhlung des Kirchenraumes aus sehen kann, sind von Künstlern aus Deutschland hergestellt worden. Ein Großteil der Glasmalereien stammt aus der berühmten Münchner Werkstatt Franz Meyer (Mayer’sche Hofkunstanstalt), die weltweit für ihre detailreiche Ausführung und ihre leuchtenden Farben bekannt ist. Dazu im Einzelnen:
Im Gegensatz zu mittelalterlichen Glasmalereien mit mosaikartigen Glasstücken wurden in Bayern Glasmalereien in der Glasmaltechnik angefertigt, um Szenen zu schaffen, die an Ölgemälde erinnern (Münchner Stil). Die meisten Glasmalereien aus Bayern wurden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angebracht. In einer Zeit, in der die Kathedrale nach dem Brand von 1922 ab dem Folgejahr bis 1930 wieder aufgebaut und ausgeschmückt wurde. Sie zeigen biblische Szenen, das Leben der Jungfrau Maria oder von Heiligen und wurden für Seitenkapellen und das Hauptschiff in Auftrag gegeben. Diese aus Deutschland stammende Tradition der Glasmaltechnik zeugt vom Bestreben der hohen kirchlichen Würdenträger von Québec, die Kathedrale Notre-Dame de Québec mit einer Ausstattung zu versehen, wie sie für die größten europäischen Kirchen jener Zeit angemessen war.
Orgeln mini|Hauptorgel in der Kathedrale Notre-Dame de Québec.|251x251px Die Kathedrale verfügt über drei Orgeln, die allesamt in den 1920er Jahren von der kanadischen Orgelbaufirma Casavant Frères erbaut wurden.
Die große Hauptorgel auf der Westempore wurde 1927 fertiggestellt. Das Instrument hat 70 Register auf vier Manualwerken und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind elektro-pneumatisch.Nähere Informationen zu den Orgeln
Disposition der Hauptorgel sind:
I Positif C–c4 Montre 8′ Bourdon 8′ Prestant 4′ Flûte 4′ Nazard ′ Doublette 2′ Tierce ′ Larigot ′ Plein-jeu IV Cymbale III Trompette 8′ Cromorne 8′ Clairon 4′ Trémolo II Grand Orgue C–c4 Montre 16′ Montre 8′ Flûte harmonique 8′ Bourdon 8′ Prestant 4′ Flûte 4′ Quinte ′ Doublette 2′ Cornet V Grande fourniture IV Fourniture V Cymbale IV Bombarde 16′ Trompette 8′ Clairon 4′ III Récit expr. C–c4 Bourdon 16′ Principal 8′ Viole de gambe 8′ Voix céleste 8′ Bourdon à cheminée 8′ Prestant 4′ Flûte octaviante 4′ Nazard ′ Flûte 2′ Tierce ′ Sesquialtera II Mixture IV Cymbale III Bombarde 16′ Trompette 8′ Hautbois 8′ Voix humaine 8′ Clairon 4′ Trémolo IV Résonnance C–c4 Bourdon 16′ Flûte 8′ Bourdon 8′ Gros nazard ′ Prestant 4′ Flûte 4′ Grosse tierce ′ Nazard ′ Flûte 2′ Tierce ′ Trémolo Pédale C–g1 Flûte résultante 32′ Montre 16′ Flûte 16′ Bourdon 16′ Montre 8′ Flûte 8′ Bourdon 8′ Prestant 4′ Flûte 4′ Fourniture IV Trombone 16′ Bombarde 16′ Trompette 8′ Clairon 4′
Gräber Vier Gouverneure von Neufrankreich sind in der Kathedralbasilika bestattet: Louis de Buade, Comte de Frontenac et de Palluau (1622–1698), Gouverneur 1672–1682 und 1689–1698 Hector de Callières (1648–1703), Gouverneur 1698–1703 Philippe de Rigaud de Vaudreuil (um 1643–1725), Gouverneur 1703–1725 Jacques-Pierre de Taffanel de La Jonquière, Marquis de La Jonquière (1685–1752), Gouverneur 1749–1752
Darüber hinaus ist Notre-Dame de Québec die Nekropole der Bischöfe und Erzbischöfe von Québec. Der erste Bischof, François de Montmorency-Laval, ruht im Inneren der Kirche, die übrigen in der Krypta.
Einzelnachweise
Weblinks
Die Website von Notre-Dame de Québec Notre-Dame de Québec auf der Website des Patrimoine culturel du Québec Beschreibung auf Églises de Québec Die drei Casavant-Orgeln
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