Zweiflingen ist ein Gemeindeteil der Stadt Leutershausen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Zweiflingen liegt in der Gemarkung Frommetsfelden.
Geografie Der Weiler liegt 0,2 km rechts der Altmühl. 0,5 km westlich liegt das Waldgebiet Weidlach, 0,5 km nordöstlich das Seeholz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Pfetzendorf (0,4 km nördlich) bzw. zu einer anderen Gemeindeverbindungsstraße (0,6 km südlich) zwischen Jochsberg (0,7 km östlich) und Buch am Wald (3,2 km westlich).
Ortsnamendeutung Dem Ortsnamen liegt der althochdeutsche Personenname „Zwifal“ zugrunde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 34.
Geschichte 1339 wurde Zweiflingen im Zusammenhang mit der Gründung der Schlosskapelle zu Jochsberg durch Burkhard von Seckendorff erwähnt; der Pfarrer der Pfarrei Neusitz, zu der Jochsberg ursprünglich gehörte, verzichtete auf seine Kleinzehnten in Jochsberg und Zweiflingen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 83. Zur Schlosskaplanei, später Pfarrei Jochsberg, gehörte fortan Zweiflingen, das laut einem Verzeichnis von 1342 fünf Untertanen des Gumbertusstifts Ansbach hatte.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 140.
Laut 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Amtes Leutershausen von 1681 bildeten Pfetzendorf und Zweiflingen eine Realgemeinde bestehend aus elf Mannschaften (Untertanen-Familien). Zweiflingen hatte sechs brandenburg-ansbachische Mannschaften. Eine gehörte zum Kastenamt Colmberg bzw. Amt Leutershausen, fünf gehörten zum Vogtamt Jochsberg. Die Familie Seckendorff hatte Jochsberg mit Unterbrechungen nur bis zum 1630 in Besitz. Es gab außerdem ein Gemeindehirtenhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 722, 724.
Am Ende des Alten Reiches bestand Zweiflingen aus sechs Anwesen. Grundherren waren das Kastenamt Colmberg (1 Köblergut) und das Vogtamt Jochsberg unterstanden (1 Hof, 4 Köblergüter), das Hirtenhaus war Eigentum der Gemeinde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 936.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 541 f. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 979f.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Zweiflingen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Frommetsfelden zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Frommetsfelden an.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde es in die neu gebildete Ruralgemeinde Bieg umgemeindet. Am 1. Juli 1972 wurde Zweiflingen im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Leutershausen eingemeindet.H. Schreiber: Leutershausen, S. 352.
Einwohnerzahlen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 Einwohner 34 48 30 36 28 31 29 46 27 29 27 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 6 7 7 7 6 6 6 6 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Mauritius (Jochsberg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Leutershausen) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1339 Kategorie:Ort an der Altmühl