mini|Der höchste Punkt von Manhattan befindet sich in Hudson Heights im Bennett Park. Hudson Heights ist ein Viertel im Stadtteil Washington Heights in Upper Manhattan, New York City, USA. Der Name bezieht sich auf die Nähe zum Hudson River, der die westliche Grenze des Viertels bildet, wie auch auf dessen geografische Besonderheit, da sich hier die höchste natürliche Erhebung Manhattans befindet – daher „Heights“ (Höhe).Bennett Park, New York City Parks & Recreation Department, www.nyc.gov/parks, abgerufen am 22. Juni 2010
Lage und Geografie Im Osten wird Hudson Heights durch den Broadway, im Süden durch die 173rd Street und im Norden durch den Fort Tryon Park begrenzt.Harris, Elizabeth A. – Karte ist Bestandteil des Artikels „An Aerie Straight Out of the Deco Era“, The New York Times, 16. Oktober 2009, abgerufen am 22. Juni 2010 Der Name „Hudson Heights“ und dessen Grenzen wurden erstmals durch die Hudson-Heights-Eigentümervereinigung benutzt, die 1993 gegründet wurde.Hudson-Heights-Eigentümervereinigung beschreibt die Grenzen von Hudson Heights, abgerufen am 22. Juni 2010
Im Bennett Park in Hudson Heights befindet sich die höchste natürliche Erhebung Manhattans. Sie ist fast 81 Meter (265 Fuß) über dem Meeresspiegel und nur etwa 12 Meter niedriger als die Fackel der Freiheitsstatue. Ein Aussichtspunkt befindet sich an der westlichen Spitze der Plaza Lafayette, der sich entlang der West 181st Street erstreckt (zwischen der Haven Avenue und dem Riverside Drive).
Geschichte Lange Bergh: 17. Jahrhundert mini|Wohngenossenschaft am Cabrini Boulevard – rechts: Castle Village, links: Hudson View Gardens Vor den europäischen Entdeckern und Siedlern lebten die Lenape-Indianer auf dieser Insel, die sie „Manhatta“ nannten. Direkt nördlich von Hudson Heights, wo sich heute der Inwood Hill Park befindet, tauschte Peter Minuit 1626 die Insel mit dem Lenape-Stamm gegen 60 niederländische Gulden. Er gab der Insel den Namen Nieuw Amsterdam.Jackson, Kenneth T. (Hrsg.): New Amsterdam. The Encyclopedia of the City of New York. New Haven: Yale University Press, 1995 Die Gegend nördlich der Mitte Manhattans wurde Nieuw-Haarlem genannt, bis die Briten die Kontrolle über die Gegend im 2. Englisch-Niederländischen Krieg erlangten. Sie gaben dem Gebiet den Namen „Lancaster“ und zogen die nördliche Grenze in etwa auf der Höhe der heutigen 129th Street. Die Hügelkuppe, von der aus der Hudson River überblickt werden kann, wurde einst von den Chquaesgeck-Indianern bewohnt. Später wurde sie von niederländischen Siedlern bis ins 17. Jahrhundert „Lange Bergh“ (Langer Berg) genannt.Jackson, Kenneth T. (Hrsg.): Fort Tryon Park. The Encyclopedia of the City of New York. New Haven: Yale University Press, 1995
Fort Washington: 18. und 19. Jahrhundert mini|Fort Washington Avenue Im 18. Jahrhundert war nur der südliche Teil der Insel von Europäern besiedelt, wodurch der Rest Manhattans überwiegend unberührt blieb. Hier befand sich auch die höchste Stelle der Insel, die eine uneingeschränkte Sicht auf die spätere Stadt New York City bot.Edwin G. Burrows, Mike Wallace: Gotham: A History of New York City to 1898. Oxford University Press, Oxford 1999, S. 448.
Als der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg New York erreichte, hatten die Briten die Oberhand. General George Washington und seine Kontinentalarmee-Truppen lagerten auf dieser Anhöhe und nannten es Fort Washington, um von hier aus die anmarschierenden Rotröcke der Britischen Armee zu beobachten. Die Kontinentalarmee zog sich von dort zurück, nachdem sie in der Schlacht von Fort Washington am 16. November 1776 geschlagen wurde. Die Briten nahmen diese Stellung ein und benannten sie in „Fort Knyphausen“ um, zu Ehren des Anführers der Hessen, deren größtenteils der britische Sieg zu verdanken war.Jenkins, Stephen: The Greatest Street in the World: The Story of Broadway, Old and New, from the Bowling Green to Albany, S. 326. New York: G. P. Putnam's Sons, 1911 Sie befand sich auf dem Gebiet des Bennett Park.
Fort Washington wurde ursprünglich errichtet, um britische Schiffe daran zu hindern, den Hudson River hinaufzusegeln. Seine Partner-Stellung auf der anderen Flussseite war Fort Lee, das erbaut wurde, um bei der Verteidigung des Hudson Valley Beistand zu leisten.Edwin G. Burrows, Mike Wallace: Gotham: A History of New York City to 1898. Oxford University Press, Oxford 1999.
Nicht weit vom Fort entfernt war die Blue Bell Tavern an der Kreuzung der Kingsbridge Road, wo sich heute Broadway und die West 181st Street kreuzen – an der südwestlichen Ecke von Hudson Heights.Edwin G. Burrows, Mike Wallace: Gotham: A History of New York City to 1898. Oxford University Press, Oxford 1999, S. 232. Am 9. Juli 1776, als der New York Provincial Congress der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten zustimmte, „marschierte ein rauflustiger Haufen Soldaten und Zivilisten ('keine anständigen Leute' wären zugegen gewesen, meinte ein Zeuge später) […] den Broadway hinunter zu Bowling Green, wo sie die Statue von Georg III. stürzten, die 1770 errichtet worden war. Der Kopf wurde in der Blue Bell Tavern auf eine Spieß gesteckt […]“ Die Taverne wurde später von Washington und seinem Stab genutzt, als die Briten New York räumten. Sie standen davor, als sie zusahen, wie die amerikanischen Truppen nach Süden zogen, um New York wieder einzunehmen.James Renner: Images of America: Washington Heights, Inwood, and Marble Hill. Arcadia Publishing, Charleston, South Carolina 2007.
1856 wurde das erste schriftlich belegte Haus auf dem Gebiet von Fort Washington errichtet: Die Moorewood-Residenz stand hier bis in die 1880er Jahre. Das Anwesen wurde von Richard Carman erworben und an James Gordon Bennett senior als Sommer-Wohnsitz weiterverkauft. Bennetts Nachkommen übertrugen das Land an die Stadt, damit diese dort einen Park zu Ehren des Lagers des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges errichtet. Bennett Park ist heute ein Teil dieses Grundstücks. Lucius Chittenden, ein Kaufmann aus New Orleans, erbaute ein Haus auf einem Grundstück, das er 1846 erwarb – heute westlich von Cabrini Boulevard und der West 187th Street.Fierstein, Sanna: Naming New York: Manhattan Places and How They Got Their Names, S. 170. New York: New York University Press, 2001 Es war 1864 als Chittenden-Anwesen bekannt. C. P. Bucking nannte sein Haus in der Nähe des Hudson Pinehurst. Heute zeugen noch die Pinehurst Avenue, die South Pinehurst Avenue sowie die Pinehurst Apartments hiervon.
Fort Tryon und Frankfurt-on-the-Hudson: Anfang bis Mitte 20. Jahrhundert mini|Cabrini Boulevard Um 1900 begann man die Wälder in dieser Gegend abzuholzen, um Platz für Häuser zu schaffen. Die Felsen, die heute zu Fort Tryon Park gehören, befestigten einst die Villa Tryon Hall von Cornelius Kingsley Garrison Billings, einem pensionierten Präsidenten der Chicago Coke and Gas Company. Das Anwesen im Louis-XIV.-Stil wurde von Gus Lowell entworfen und auf dem über 10 Hektar großen Grundstück errichtet. Die Zufahrt vom Henry Hudson Parkway wurde von 7,60 Meter hohen Säulen eingefasst. 1917 verkaufte C.K.G. Billings das Anwesen an John D. Rockefeller, Jr. für 2.000.000 $.„C.K.G. Billings Sells Famous Tryon Hall: Prominent New Yorker, Whose Name is Withheld, Buys Riverside Drive Estate; Mansion Cost $2,000,000 – Built on Site of Fort of Revolutionary Frame, the House is One of New York’s Show Places“ In: The New York Times. vom 4. Januar 1917, S. 22 (abgerufen am 4. Juni 2009). Tryon Hall fiel 1925 einem Feuer zum Opfer und wurde später das Vorbild für ein Anwesen im Roman und Film The Dragon Murder Case von S. S. Van Dine,S.S. Van Dine: The Dragon Murder Case. Charles Scribner’s, New York 1934. in welchem der Polizei-Detective Philo Vance einen Mord auf dem Grundstück des Anwesens lösen muss, wo der Sage nach einst ein Drachen gelebt haben soll.
Nichtsdestotrotz waren kaum wohlhabende Grundbesitzer unter den ersten Bewohnern. Das Gebiet wurde Anfang des 20. Jahrhunderts überwiegend von irischen Einwanderern besiedelt. Während des Ersten Weltkriegs zogen Ungarn und Polen zu den irischen Einwanderern des Viertels.Bennet, James: „The Last of Frankfurt-on-the-Hudson: A Staunch, Aging Few Stay On as Their World Evaporates“, The New York Times, 27. August 1992 Als dann der Nationalsozialismus in Deutschland erstarkte, flohen Juden aus ihrem Heimatland. In den späten 1930er Jahren hatten sich über 20.000 Flüchtlinge aus Deutschland in Washington Heights niedergelassen.Lowenstein, Steven M.: Frankfurt on the Hudson, S. 18. Detroit: Wayne State University Press, 1989
Die Schutzpatronin der Einwanderer, Franziska Xaveria Cabrini („Mother Cabrini“), ist in einem Schrein in der Nähe des nördlichen Endes der Fort Washington Avenue bestattet, wo die Mother Cabrini High School ihren Namen trägt. Die Italoamerikanerin Francesca Cabrini wurde im November 1938 seliggesprochen und war am 7. Juli 1946 die erste US-Amerikanerin, die heiliggesprochen wurde. Sie gründete die „Missionary Sisters of the Sacred Heart of Jesus“. Der Name der Straße auf der Westseite der Mother Cabrini High School und des Schreins wurden 1939 von Northern Avenue in Cabrini Boulevard umbenannt.Federal Writers' Project. The WPA Guide to New York City: Guide to 1930s New York. New York: Pantheon Books, 1982. (Original: New York: Random House, © 1939)
Fort Tryon mini|Appartement-Block in Hudson Heights mini|Castle Village
Hudson Heights als eigenständiger Teil des Viertels Washington Heights kristallisierte sich wohl in den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg heraus. Ein Gelehrter bezeichnete dieses Gebiet 1940 als „Fort Tryon“ bzw. „Fort Tryon area“. 1989 schrieb Steven M. Lowenstein: „Der größte soziale Unterschied konnte im Verhältnis zum Gebiet im Nordwesten direkt südlich des Fort Tryon Park festgestellt werden, welche die repräsentativste Gegend war und bleibt … Dieses Gefälle wurde bereits 1940 bemerkt, setzte sich 1970 unvermindert fort und war sogar bis 1980 erkennbar …“ („The greatest social distance was to be found between the area in the northwest, just south of Fort Tryon Park, which was, and remains, the most prestigious section … This difference was already remarked in 1940, continued unabated in 1970 and was still noticeable even in 1980 …“).Lowenstein, Steven M.: Frankfurt on the Hudson, S. 44. Detroit: Wayne State University Press, 1989
Laut Lowenstein liegt Fort Tryon westlich des Broadway, östlich des Hudson, nördlich der West 181st Street und südlich der Dyckman Street (also einschließlich Fort Tryon Park). Er schreibt: „Innerhalb des Kerngebiets von Washington Heights (zwischen der 155th Street und Dyckman Street) gab es auch einen erheblichen Unterschied. Der weiter nördliche und westliche Teil entwickelte sich zum repräsentativeren Viertel …“ („Within the core area of Washington Heights (between 155th Street and Dyckman Street) there was a considerable internal difference as well. The further north and west one went, the more prestigious the neighborhood …“).Lowenstein, Steven M.: Frankfurt on the Hudson, S. 42f, Detroit: Wayne State University Press, 1989 Seine Darstellung entspricht dem heutigen Hudson Heights.Hudson Heights Owners Coalition (abgerufen am 4. Juni 2009)
Hinweise auf den alten Namen finden sich im Fort Tryon Jewish Center an der Fort Washington Avenue zwischen der West 183rd Street und der West 185th Street (es gibt keine West 184th Street entlang der Fort Washington Avenue), dem Fort Tryon Center for Rehabilitation & Nursing an der West 190th Street und Overlook Terrace, dem Tryon Tower Appartement-Gebäude an der Pinehurst Avenue und auf den Seiten der Website Not for Tourists Guide to New York City.