Die Straßenbahn Stettin () ist der achtgrößte Straßenbahnbetrieb in Polen. Die gesamte Netzlänge beträgt 64 Kilometer, es werden insgesamt 98 Haltestellen bedient. Aktuell verkehren in Stettin die Linien 1 bis 12.
Das Netz ist normalspurig und geht auf die 1879 eröffnete Pferdebahn der Stettiner Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft zurück, die zwischen 1897 und 1900 elektrifiziert und erweitert wurde.
Betreiber der Straßenbahn ist das kommunale Verkehrsunternehmen Tramwaje Szczecińskie Sp. z.o.o., kurz TS sp. z.o.o. Die städtische Straßenbahn bildet traditionell das Rückgrat des lokalen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV).
Derzeitige Linienführung Karte | Linie StreckeTakt [min] (HVZ/NVZ/SVZ) Fahrzeit [min]Anteil barrierefreier Fahrten 150px Głębokie – Spacerowa – Zajezdnia Pogodno – Unii Lubelskiej – Traugutta – Plac Szarych Szeregów – Plac Grunwaldzki – Plac Rodła – Filharmonia – Plac Żołnierza Polskiego – Plac Brama Portowa – Plac Zawiszy – PotulickaMo–Fr: 12/24/20 Sa: 24/20
So: 20/24 31-320 % 150px Dworzec Niebuszewo – H. Kołłątaja – Plac Rodła – Brama Portowa – S. Wyszyńskiego – Energetyków – Port Centralny – Basen Górniczy – Hangarowa – Jaśminowa – TurkusowaMo–Fr: 12/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 30Mo–Fr: 90 % Sa: 100 %
So: 80 % 150px (Zajezdnia Pogodno – Wojska Polskiego – Arkońska – )* Las Arkoński – Arkońska – Niemierzyńska – Z. Krasińskiego – Kołłątaja – Plac Rodła – Brama Portowa – Dworczec Glówny – Kolumba – Tama Pomorzańska – Smolańska – Pomorzany * Zwischen Las Arkoński und Zajezdnia Pogodno verkehrt nur jede zweite Fahrt.Mo–Fr: 12/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 33 (36)Mo–Sa: 0-15 %
So: 0-25 % 150px Krzekowo – Wernyhory – Poniatowskiego – Bohaterów Warszawy – Piastów – Plac Szarych Szeregów – Plac Kościuszki – Al. Piastów – Plac Szyrockiego – Pomorzany * Linie verkehrt nur Mo–Fr von 7-17 Uhr.Mo–Fr: 24/24/-- Sa: --/--
So: --/-- 26-270 % 150px Krzekowo – Wernyhory – Poniatowskiego – Bohaterów Warszawy – Piastów – Plac Szarych Szeregów – Plac Grunwaldzki – Plac Rodła – Matejki – Parkowa – Dubois – Stocznia SzczecińskaMo–Fr: 12/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 28-290 % 150px Pomorzany – Smolańska – Tama Pomorzańska – K. Kolumba – Dworzec Główny PKP – Wyszyńskiego – Dubois – Stocznia Szczecińska – Dobromiry – Ludowa – Zajezdnia Golęcin – Światowida – Lipowa – GocławMo–Fr: 12/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 34-350 % 150px Krzekowo – Wernyhory – Poniatowskiego – Bohaterów Warszawy – Plac Kościuszki – Brama Portowa – Wyszyńskiego – Energetyków – Port Centralny – Basen Górniczy – TurkusowaMo–Fr: 12/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 36Mo–Fr: 50 % Sa: 60 %
So: 20 % 150px Gumieńce – Ku Słońcu – Karola Miarki – Cmentarz Centralny – Sikorskiego – Plac Kościuszki – Brama Portowa – Wyszyńskiego – Energetyków – Port Centralny – Basen Górniczy – Hangarowa – Jaśminowa – TurkusowaMo–Fr: 12/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 32Mo–Fr: 45 % Sa: 65 %
So: 100 % 150px Głębokie – Spacerowa – Unii Lubelskiej – Traugutta – Plac Kościuszki – Brama Portowa – Plac Zawiszy – PotulickaMo–Fr: 12/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 29-320 % 150px Gumieńce – Ku Słońcu – Karola Miarki – Cmentarz Centralny – Sikorskiego – Plac Kościuszki – Brama Portowa – Plac Rodła – Kołłątaja – Niemierzyńska Technopark – Arkońska – Las ArkońskiMo–Fr: 12/24/-- Sa: 24/--
So: 20/--35-36Mo–Fr: 60 % Sa: 100 %
So: 100 % 150px Pomorzany – Plac Szyrockiego – Plac Kościuszki – Al. Piastów – Plac Szarych Szeregów – Plac Grunwaldzki – Plac Rodła – J. Matejki – Parkowa – Dubois – Stocznia Szczecińska – Dobromiry – LudowaMo–Fr: 12/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 320 % 150px Dworzec Niebuszewo – Niemcewicza – Kołłątaja – Plac Rodła – Plac Grunwaldzki – Plac Szarych Szeregów – Al. Piastów – Plac Kościuszki – Plac Szyrockiego – PomorzanyMo–Fr: 6/12/20 Sa: 12/20
So: 20/24 27-28Mo–Fr: 0-10 % Sa: 0-20 %
So: 0-20 %
Geschichte Pferdebahn mini|Pferdebahnwagen der SSEG Am 21. Oktober 1872, vor der Schleifung der Festungsmauern der Stadt Stettin, erhielt der Ingenieur Johannes Büssing von der Berliner Polizei den Auftrag, eine Pferdestraßenbahn zu errichten. Sechs Jahre später wurde zum Bau einer Pferdebahn ein Vertrag mit der Stadt Stettin unterzeichnet. Am 25. März 1879 wurde das Unternehmen Stettiner Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft gegründet, von dieser Gesellschaft sollten die Straßenbahnlinien betrieben werden. Am 23. August 1879 wurde die erste Pferdebahnstrecke in Betrieb genommen. Sie führte vom Westend über Berliner Tor, Rossmarkt, Königstor nach Elysium. Zwei Monate später, am 16. Oktober 1879, wurde die zweite Linie in Betrieb genommen. Sie führte vom Frauendorf über Ludowa, Königstor, Berliner Tor nach Al. 3 Maja. Zwischen dem Berliner Tor und der Grabower Straße wurde die Trasse der ersten Linie benutzt. Die Länge des Netzes betrug ungefähr 11½ Kilometer. Als Fahrzeuge dienten 20 zweiachsige Wagen aus Würzburg, zusätzlich standen der Gesellschaft 80 Pferde zur Verfügung.Geschichte der Straßenbahn Stettin Das erste Depot befand sich an der al. Wojska Polskiego, dort wurden die Fahrzeuge und die Pferde hinterstellt. Am 3. August 1885 wurde die zuerst gebaute Linie in zwei Linien geteilt, ein Linienast führte vom Hauptbahnhof nach Elysium und der zweite vom Hauptbahnhof zum Westend. Am selben Tag wurde eine weitere Linie eröffnet. Diese führte vom Cap Cherie zum Dampfschiffbollwerk. Die Linie besaß noch keinen Anschluss an das restliche Straßenbahnnetz, dieser konnte erst im Jahr 1887 hergestellt werden.
Elektrifizierung und Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg mini|Straßenbahn am Kaiser-Wilhelm-Platz, 1930er Jahre mini|Straßenbahn des LHB-Typs im Einsatz auf der Linie 1 mini|Straßenbahnnetz 1930 Am 4. Juli 1897 wurde die erste elektrische Straßenbahnstrecke in Betrieb genommen. Sie führte vom Westend zur Breiten Straße. 1898 besaß die Stettiner Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft noch 39 Pferdebahnwagen und 198 Pferde. In der Folgezeit wurden die Pferdebahnlinien von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft auf elektrischen Betrieb umgerüstet. 1900 war die Elektrifizierung aller Straßenbahnlinien fertiggestellt. Dabei wurden einige Streckenabschnitte zweigleisig ausgebaut. Am 1. Oktober 1904 wurde die Linie vom Berliner Tor zum Zentralfriedhof eröffnet. 1905 wurden die Linien nummeriert und mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet.Linienchronik auf berlin.bahninfo.de Linie 1: Westend (Łękno) – Lastadie (Łasztownia) (Linienfarbe: Gelb) Linie 2: Berliner Tor (Brama Portowa) – Zentralfriedhof (Cmentarz Centralny) (Linienfarbe: Grau) Linie 3: Nemitz (Niemierzyn) – Hauptbahnhof (Linienfarbe: Orange) Linie 4: Pommerensdorf (Pomorzany) – Arndtplatz (pl. Szarych Szeregów) (Linienfarbe: Grün) Linie 5: Alleestr. (Wawrzyniaka) – Turnerstr. (Jagiellońska) – Unterwiek (Jana z Kolna) (Linienfarbe: Blau) Linie 6: Hauptbahnhof – Zabelsdorf (Niebuszewo) (Linienfarbe: Weiß) Linie 7: Frauendorf (Golęcino) – Bellevue (Potulicka) (Linienfarbe: Rot)Remigiusz Grochowiak: 120 lat komunikacji miejskiej w Szczecinie. EMI-PRESS 1999.
Im Jahr 1907 wurde das Straßenbahndepot Niemierzyn eröffnet. Durch den Kauf neuer Fahrzeuge war ein weiteres Depot notwendig, das Depot Golęcin wurde 1912 in Betrieb genommen. Die bestehenden Straßenbahnlinien wurden bis zum Ersten Weltkrieg mehrmals verlängert. Im Jahr 1912 wurde eine weitere Linie, die Linie 8 in Betrieb genommen. Sie führte vom Schinkelplatz (pl. Kościuszki) zur Grabower Straße. Bis 1923 wurden wegen des Ersten Weltkrieges keine Veränderungen am Straßenbahnnetz vorgenommen, ab 1919 wurden in den Straßenbahnwagen Postsendungen transportiert. Am Anfang des Ersten Weltkrieges stiegen die Fahrgastzahlen, da die Straßenbahn regelmäßig von Soldaten genutzt wurde. Von 1920 bis 1924 nahmen die Fahrgastzahlen wegen der Inflation wieder ab. Ab 1923 führte die Linie 4 zum Zentralfriedhof, die Linien 2 und 8 wurden wegen Fahrzeugmangels stillgelegt. Schon ein Jahr später wurde die Linie 2 reaktiviert, da 20 neue Fahrzeuge aus Dessau geliefert wurden. Durch die Lieferung 42 neuer Fahrzeuge konnte der Betrieb auf den restlichen Linien erhalten bleiben. Im Jahr 1924 wurde der Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Zentralfriedhof stillgelegt, die Linie 4 endete schon am Hauptbahnhof. Im Jahr 1926 begannen die Bauarbeiten für eine Straßenbahnanbindung des Flughafens, 1927 wurde die Verlängerung zum Flughafen fertiggestellt. Durch den Wunsch, für zahlreicher Wohngebiete einen eigenen Straßenbahnanschluss zu erhalten, wurden die Straßenbahnlinien in der Folgezeit mehrmals verlängert. Die durchschnittliche Geschwindigkeit der Straßenbahntriebwagen betrug 16 km/h. 1934 tauschten die Linien 5 und 7 ihre Liniennummer. Die Länge des Netzes betrug im Jahr 1940 50,3 Kilometer, auf ihm wurden 58,8 Millionen Menschen transportiert. Mitte des Zweiten Weltkrieges musste der Betrieb auf einigen Linien eingestellt werden, da diese durch den Angriff der Alliierten nicht mehr befahrbar waren. Am 24. April 1945 beschlossen deutsche Behörden, den Betrieb der Straßenbahn ganz aufzugeben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg mini|Straßenbahnwagen Typ Konstal N der Linie 3, 1975 mini|Straßenbahnzug im August 1990 mini|Ehemaliger Düsseldorfer GT6 und 105Na am Grunwaldzki-Platz, 2005 Nach dem Zweiten Weltkrieg waren ungefähr 75 % der Oberleitung, 70 % der Fahrzeuge und 56 % des gesamten Straßenbahnnetzes zerstört. Durch den Kauf neuer Fahrzeuge und den Wiederaufbau der Gleise konnte der Betrieb am 12. August 1945 wiederaufgenommen werden. Vorerst wurden nur die Linien 1, 3, 4 und 7 betrieben. Die Linie 6 konnte erst im Jahr 1946 wieder in Betrieb genommen werden, da die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Brücke über die Eisenbahnanlagen beim Bahnhof erst Mitte des Jahres 1946 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Folgende Linien waren im Jahr 1946 in Betrieb: Linie 1: Wojska Polskiego – Brama Portowa (Berliner Tor) Linie 3: Las Arkoński (Eckerberger Wald) – Hauptbahnhof Linie 4: Matejki – pl. Kościuszki Linie 6: Gocław (Gotzlow) – Lubeckiego Linie 7: Hutnicza – Mickiewicza Bis zum Jahr 1948 wurde der Betrieb auf sieben Linien wiederhergestellt: Linie 1: Zajezdnia Pogodno – Wojska Polskiego – Brama Portowa Linie 2: Kołłątaja – Bahnhof Niebuszewo (Zabelsdorf) Linie 3: Pomorzany (Tiergarten) – Las Arkoński Linie 4: Powstanców Wlkp. – Hauptbahnhof Linie 5: Lubeckiego – Ku Słoścu Linie 6: Gocław – Lubeckiego Linie 7: Żołnierska – Jana z Kolna (Unterwiek) In der Folgezeit wurde die Linie 8 wiedereröffnet. Da die Brücke der Lubeckiego 1950 wiedereröffnet werden konnte, konnte die Verlängerung der Linie 5 nach Gocław wieder in Betrieb genommen werden. Im selben Jahr wurde die Linienführung der Straßenbahnlinie 6 geändert, die von Nocznickiego nach Potulicka fuhr. Durch die Linie 6 konnte Anfang des Jahres 1951 eine Ringlinie hergestellt werden. Im Jahr 1953 die neue Linie 9 in Betrieb genommen, die Żołnierska und Wawrzyniaka verbunden hat. Ein Jahr später folgte ein weiterer Netzausbau, einige Linien wurden zu dem neuen Endpunkt Krzekowo verlängert. 1953 erhielt die Straßenbahn 16 LOWA-Triebwagen, die 1951 für die Warschauer Straßenbahn gebaut wurden. Zusätzlich kamen 17 ältere Triebwagen aus Warschau und Breslau hinzu. 1955 folgten weitere Verlängerungen der Straßenbahnlinien 1 und 8. Nachdem sich der Betrieb auf der Linie 9 nicht mehr lohnte, wurde sie im Jahr 1957 eingestellt. Um 1961 entstand die neue Linie 9 von Zajezdnia Pogodno nach Potulicka. 1962 wurde ein weiterer Neuwagen des Typs 4N geliefert. In der Folgezeit wurden gebrauchte Fahrzeuge aus Warschau und Breslau übernommen. 1964 waren folgende Linien in Betrieb: Linie 1: Głębokie – Wojska Polskiego – Brama Portowa – Potulicka Linie 2: Bahnhof Niebuszewo – Wyzwolenia – Brama Portowa – Wyszyńskiego – Gdańska – Basen Kaszubski Linie 3: Pomorzany – Las Arkoński Linie 4: Pomorzany – pl. Kościuszki – Piłsudskiego – Brama Portowa – Hauptbahnhof Linie 5: Krzekowo – Mickiewicza – Jagiellońska – Obronców Stalingradu – Matejki – Stocznia Szczecińska – Stocznia Remontowa Linie 6: Gocław – Dworcowa