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mini|300px|Veranstaltung im Park von Schloss Tüßling
Baudenkmäler nach Ortsteilen Tüßling – Ensemble Schloss mit Marktplatz Aktennummer: E-1-71-133-1 mini|Marktplatz in Tüßling Das Ensemble umfasst den wohl im 14. Jahrhundert in Ost-West-Richtung angelegten Straßenmarkt mit der frei auf dem Platz stehenden Kirche St. Georg von 1725/26 und den Komplex des im Nordwesten anschließenden Schlosses. Markt und Schloss bilden den Kern der ehemaligen Hofmark Tüßling.
Die Einmaligkeit des Ensembles gestaltet sich aus einem besonderen Zusammenwirken der Epochen Gotik und Barock. Der 927 urkundlich erstmals erwähnte, 730 jedoch schon mit einem Meierhof versehener Ort erhielt zwischen 1373 und 1379 das Marktrecht und schuf die spätgotische Anlage des Marktplatzes mit einer völlig geschlossenen, leicht gekrümmten südlichen Häuserzeile und einer zur Hälfte offen gebliebenen Nordflanke, um sich dem dort gelegenen alten Ansitz zuzuordnen. Dieser wurde 1583 in seiner Würde gehoben durch den Neubau eines vierflügeligen Wasserschlosses.
Eine Uminterpretierung dieser polarisierenden Zweiheit Schloss-Markt brachte der Barock durch die Errichtung der Georgskirche als Angelpunkt und neuer Mitte. Das seelsorgliche Bedürfnis, dass die Einwohner ihre Pfarrkirche St. Rupert in Burgkirchen a. Wald oder die bequemer gelegene Wallfahrtskirche Heiligenstatt bei den Überschwemmungen des Mörnbaches nur schwer erreichten, war dem gräflichen Ehepaar von Wartenberg Anstoß zur großherzigen Stiftung der Kirche. Die Auswahl der einzigartigen Stelle frei auf dem Platz war ein Akt souveräner Gestaltung, da kein Vorgängerbau vorhanden war, der eine Wiederbesetzung der Stelle verlangt hätte. Der Neubau wurde bewusst an diesen Zentralpunkt gesetzt, wo er dem östlichen Platzteil Geschlossenheit, dem westlichen die Überleitung zum Schloss und diesem den Anblick einer baulichen Dominante im Marktbild zu vermitteln vermochte; der Bau ist somit einheitsstiftendes Zeichen aus ideellem und merkantilem Bestreben des 18. Jahrhunderts.
Eine Revision des gotischen Platzbildes verursachte ein Brand in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die innen zum Platz hin gelegenen Gärten wurden nach außen verlegt und der Mörnbach als Vorsorgemaßnahme in einem hochkanalisierten Bachbett durch den Ort umgeleitet. In der lückenlosen Reihung der zwei- und dreigeschossigen, meist giebelständigen Geschäfts- und Wohnhäuser mit waagrechten Vorschussmauern oder flachen, getreppten bzw. geschweiften Giebeln zeigt sich trotz einiger Fassadenüberarbeitungen im 19. und 20. Jahrhundert noch heute der Charakter der Inn-Salzach-Städte.
Tüßling
Heiligenstatt
Mörmoosen
Weitere Ortsteile
Ehemalige Baudenkmäler
Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Tüßling
Anmerkungen
Literatur
Weblinks
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