mini|Südfränkische Mundart im Raum Heilbronn, Ostfränkische Mundart im Raum Hohenlohe. mini|Südfränkische Mundart; Fränkisch-Schwäbischer Übergangsbereich, Ostfränkische Mundart

Die Heilbronner Mundart oder der Heilbronner Dialekt (auch Haalbrunner Dialekt, Haalbrunnerisch) ist eine Mundart in Heilbronn: Heilbronn liegt nicht an einer schwäbisch-südfränkischen Sprachgrenze, sondern ist Zentrum einer Übergangszone zwischen dem südfränkischen und schwäbischen Dialekt. Im südlichen Zabergäu und im Bottwartal wird mehr schwäbisch gesprochen, im Nordwesten eher südfränkisch, im Nordosten und Osten vorwiegend südostfränkisch, in Heilbronn und im übrigen Landkreis südfränkisch. Insgesamt ist eine südfränkische Mundart im Unterland gegeben.Uwe Jacobi: Heilbronn so wie es war. Droste, Düsseldorf 1987, ISBN 3-7700-0746-8, [Haalbrunnerisch]

Beschreibung Unterteilungen des Heilbronner Landkreises in „UG“ Karlheinz Jakob unterteilt die Heilbronner Orte in sein Untersuchungsgebiet (UG).Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 2: Kartenband, Karte 2 [Gebietsgliederung der Mundarten im Untersuchungsgebiet]

Nordwest-Gebiet: Bad Rappenau, Grombach, Ittlingen, Berwangen, Massenbach, Kirchardt, Stebbach, Stetten am Heuchelberg, Großgartach. Nordost-Gebiet: Cleversulzbach, Kochersteinsfeld, Neuenstadt am Kocher, Oedheim, Offenau, Obersulm, Erlenbach und Frankenbach. Ost-Gebiet: Horkheim, Flein, Heilbronn, Ellhofen, Willsbach, Eschenau, Eberstadt, Löwenstein. Süd-Gebiet: Kleingartach, Neipperg, Nordheim, Untergruppenbach, Unterheinriet, Beilstein, Ilsfeld, Neckarwestheim, Lauffen a.N., Meimsheim, Cleebronn, Güglingen, Zaberfeld.

mini|zentriert|hochkant=2.5|Nach Karlheinz Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn. Teil 2 Kartenband. Karte 2 Gebietsgliederung der Mundarten im Raum Heilbronn, Elwert, Marburg 1985

HNer Nordost-Gebiet u. Ost-Gebiet Mundartraum des Südfränkischen Die Karte „Raumgliederung der Mundarten“ weist aus. So zur südostfränkischen Landschaft im Osten und zum Schwäbischen Übergangsbereich im Süden. Die von Jakob vorgenommene Gebietsgliederung in Nordost- und Ost-Gebiet bestätigt diese zweifache Grenzlage in Form zweier unterschiedlich gekennzeichneter Teilgebiete: Nordost-Gebiet: Südostfränkisch-Südfränkisch (Nordoberdeutsch) geprägt. Ost-Gebiet: Südostfränkisch-Schwäbisch (Nordoberdeutsch) geprägt.

Gemeinsamkeiten mit Hohenlohe ei (mhd.) → â (Heilbronn/Hohenlohe)

mini|In Langenbeutingen (Landkreis Heilbronn) wird ostfränkisch gesprochen. Im Jahre 1940 spricht Karl Haag in Die Grenzen des Schwäbischen in Württemberg von einer ostfränkischen Prägung: 1968 wird dies von Hugo Steger in Sprachraumbildung und Landesgeschichte im östlichen Franken bestätigt.Hugo Steger: Sprachraumbildung und Landesgeschichte im östlichen Franken, Neustadt 1968, S. 397.

Im Jahre 1984 schreibt Karlheinz Jakob dem Nordost- und Ost-Gebiet des Heilbronner Raums ostfränkische Einflüsse aus dem Hohenlohe-Raum zu. Sowohl das Nordostgebiet als auch das Ostgebiet (Heilbronner Raum) weisen zusammen Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 1: Textteil, S. 177 – So die flachzungigen Monophthonge für mhd. ei.Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 2: Kartenband, Karten 78 und 79

Mittelhochdeutsch ei; Schwäbisch: oi, Hohenlohisch: â (aa), Heilbronn â (aa):

Beispiele Mittelhochdeutsch HN Nordwest/Süd HN Ost/Nordost Hohenlohisch heutiges Hochdeutsch ei Lâĩb/Laiib Lâb/Laab Lâb/Laab Laib

mini|zentriert|hochkant=2.5|Karlheinz Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn. Teil 2, Kartenband. Karte 78 – Orte mit ostfränkischer Prägung – flachzungiger Monophthonge für -ei-, so -Lâb- für -Laib--, Marburg 1985.

Ein besonders schönes Beispiel ist Langenbeutingen, ein Ort aus dem Heilbronner Ost-Gebiet. Der Ort wurde zwar durch die Kreisreform dem Landkreis Heilbronn zugeordnet, hatte aber dem ostfränkisch geprägten Hohenlohe-Kreis angehört. Langenbeutingen bildet somit die einzige Ausnahme, wonach die Kreisgrenze zwischen Heilbronn und Öhringen nicht die Mundartgrenze zwischen südfränkisch und ostfränkisch bildet.Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 1: Textteil, S. 179f.

In Hohenlohe herrscht die ostfränkische Mundart vor. Die Westgrenze des Hohenlohe-Raums stimmt historisch mit der Westgrenze des ehemaligen Territoriums von Hohenlohe überein. Seit dem 13. Jahrhundert ist Öhringen und Umgebung Bestandteil der hohenlohischen Herrschaft. Diese Grenze besteht seit über 700 Jahren und wurde durch die Kreisgrenze zwischen Heilbronn und Öhringen fortgesetzt.

ê / ôe / ô (mhd.) → ǭ / ḝ (Heilbronn/Hohenlohe)

Das Nordost-Gebiet hat auch Gemeinsamkeiten mit dem rheinfränkisch-südfränkisch geprägten Nordwest-Gebiet: monophthongische Reflexe für die Reihe mhd. ie, mhd. üe und mhd. uoJakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 2: Kartenband, Karte 62 diphthongische Reflexe für mhd. o und mhd. ôJakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 2: Kartenband, Karte 42 und 52 in den „schwäbisch-fränkischen Gegensätzen“Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 1: Textteil, S. 178. für mhd. ä, mhd. ë, mhd. âe und mhd. â .Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 2: Kartenband, Karte 25 und 37 zahlreiche Vokalkürzungen für in offener Silbe gedehnte mhd. KurzvokaleJakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn … Teil 2: Kartenband, Karte 108

In den Fällen 3 und 4 steht das Nordost-Gebiet dem Süd-Gebiet wesentlich näher und zeigt dadurch .

Im Heilbronner Ost-Gebiet findet man folgende Merkmale, die dem Hohenloher Raum und Südostfränkischen nahestehen:

Die Fälle 1 und 2, stellen eine Verwandtschaft zum Ostgebiet auf, die sprachgeschichtlich älter ist: .

ǭ / ḝ: Langenbeutingen, Eberstadt, Löwenstein, Unterheinriet, Untergruppenbach, Flein und Horkheim. ǭ / ḝ: Heilbronn, Ellhofen, Willsbach und Eschenau; neben ộ / ệ.

mini|zentriert|hochkant=2.5|Karlheinz Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn. Teil 2, Kartenband. Karte 48 – ostfränkischer Prägung – ḝ (HN und Hohenlohe) als ostfränkische, offene Qualität für ê (mittelhochdeutsch)-, Marburg 1985.

mini|zentriert|hochkant=2.5|Karlheinz Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn. Teil 2, Kartenband. Karte 50 und 52 – Orte mit ostfränkischer Prägung – ǭ (HN und Hohenlohe) als ostfränkische, offene Qualität für ô (mittelhochdeutsch)-, Marburg 1985.

Einzelnachweise

Literatur

Karl Haag Die Grenzen des Schwäbischen in Württemberg, 1940. Uwe Jacobi: Heilbronn so wie es war. Droste, Düsseldorf 1987, ISBN 3-7700-0746-8, [Haalbrunnerisch] Karlheinz Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn. Zur Klassifizierung von Dialektmerkmalen in einer dialektgeographischen Übergangslandschaft. Teil 1: Textteil. In: Hugo Steger, Eugen Gabriel, Volker Schupp (Hrsg.): Studien zur Dialektologie in Südwestdeutschland. Begleitreihe zum Südwestdeutschen Sprachatlas. Band 3, N. G. Elwert, Marburg 1985, ISBN 3-7708-0833-9. Karlheinz Jakob: Dialekt und Regionalsprache im Raum Heilbronn. Zur Klassifizierung von Dialektmerkmalen in einer dialektgeographischen Übergangslandschaft. Teil 2: Kartenband. In: Hugo Steger, Eugen Gabriel, Volker Schupp (Hrsg.): Studien zur Dialektologie in Südwestdeutschland. Begleitreihe zum Südwestdeutschen Sprachatlas. Band 3, N. G. Elwert, Marburg 1985, ISBN 3-7708-0833-9.

Weblinks

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