Die Marchlewskistraße im Berliner Ortsteil Friedrichshain des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg ist ein 1150 Meter langer Verkehrsweg südlich der Karl-Marx-Allee. Die Lage der im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts entstandenen Berliner Zollmauer bestimmte den Verlauf des Straßenzugs. 1876 wurde die befestigte Straße nach der Stadt Memel benannt, am 22. März 1950Neues Deutschland, 23. März 1950. „Die gestern vom Oberbürgermeister Friedrich Ebert vorgenommene Umbenennung der Memeler Straße in Marchlewskistraße war eine der eindrucksvollsten Kundgebungen der Berliner Werktätigen für die Freundschaft des deutschen und des polnischen Volkes […]“ erhielt sie ihren seither bestehenden Namen nach Julian Marchlewski, Politiker und Mitbegründer des Spartakusbundes.
Lage im Straßennetz Verlauf Der Verlauf der Marchlewskistraße von NordnordwestNorden an der Karl-Marx-Allee nach SüdsüdostSüden am Helsingforser Platz und der Warschauer Straße ist durch die vormalige Zoll- und Akzisemauer bedingt. Infolge der Errichtung der langgestreckten Wohnblöcke der Stalinallee entlang der früheren Großen Frankfurter Straße und Frankfurter Allee wurde die Memeler Straße verkürzt, ihr direkter Anschluss zur Allee überbaut. Die 1950 benannte Marchlewskistraße verläuft von der Rückseite des Gebäudes Karl-Marx-Allee 96Norden der Marchlewskistraße (Hildegard-Jadamowitz-Straße) als „Reststraße“ beginnend über die hinter den Wohnhäusern der (damaligen) Stalinallee 1957 neu angelegte Hildegard-Jadamowitz-Straße hinweg bis zur Helsingforser Straße (vormals: Bromberger Straße) mit Anschluss an die Warschauer Straße.Süden der Marchlewskistraße (Helsingforser Platz)
Mit der StraßenumbenennungZu Anlass und Ursache: Kunstaktion „93 Straßenschilder“ – Polnische Straßennamen in Friedrichshain. In: Berliner Zeitung, 24. August 2015. wurde die Zählung der Hausnummern von fortlaufend auf wechselseitig umgestellt und beginnt seitdem im Norden statt an der Warschauer Straße. Die Zählung beginnt an der alten Feuerwache mit Nummer 6 an der Westseite mit den geraden Zahlen bis 108. Auf der Ostseite liegen die ungeraden Zahlen von 25 (Hochhaus an der Weberwiese) bis 111 (Eckhaus mit Warschauer Straße 33). Mit den neuen Hausnummern von 1950 ergaben sich teilweise Verschiebungen bei Grundstücksgrenzen. Durch die historische Lage auf der Communication nach Wegfall der Akzisemauer besitzt die Marchlewskistraße eine Breite von 31 m, während die benachbarten, nach dem Hobrechtschen Bebauungsplan angelegten 19,0 oder 22,8 m breit (Revaler Straße 26,4 m, Warschauer Straße 49 m) sind. Die Marchlewskistraße besitzt an beiden Seiten 9 Meter breite Gehwege. Die 1950er Neubauten (Hochhaus (25), Blöcke 16–22 und 24–30 sowie der Rand der Weberwiese) wurden allerdings von der vormaligen Straßenflucht etwa zwei Meter zur Straßenmitte hin gelegt. Die Kopfbauten an der Fredersdorfer Straße (15 und 25) markieren diese neue Fluchtlinie, die dazwischenliegenden Häuser der beiden Blöcke sind durch eine Grünfläche vor dem Haus 10 m zurückgesetzt.
Statistische Daten mini|Straßenbelag südlich der Wedekindstraße
Die Marchlewskistraße ist im Berliner Straßenverzeichnis unter der Nummer 41882 aufgenommen. Mit der OKSTRA-Klasse „G“ ist das bezirkliche Straßen- und Grünflächenamt für Straßenbau und Ausstattung des Straßenlaufs (RBS-Klasse: STRA) zuständig. Für die Bedeutung im städtischen Verkehr ist die Marchlewskistraße als kategoriefrei im Straßenentwicklungsplan, also „Sonstiges V“, aufgenommen. Für die Bezirksplanung sind die Wohnhäuser innerhalb der „Lebensweltlich orientierten Räume“ der Bezirksregion „0402 Weberwiese“ (Friedrichshain West) zugeordnet. Bei den statistischen Gebieten für die Stadtplanung Berlins trennt die Wedekindstraße die südlich liegenden statistischen Blöcke 116 vom statistischen Gebiet 117. Die Marchlewskistraße gehörte zum „Sanierungsgebiet Warschauer Straße“. stadtentwicklung.berlin.de In der alten Stadtgliederung vom Ende des 19. Jahrhunderts gehörte die Marchlewskistraße zum Stralauer Viertel.
Das (aufgehobeneZwölfte Verordnung zur Änderung von Verordnungen über die förmliche Festlegung von Sanierungsgebieten (12. ÄndVO)Vom 12. April 2011) „Sanierungsgebiet Warschauer Straße“Zehnte Verordnung über die förmliche Festlegung von Sanierungsgebieten Vom 18. November 1994. (PDF; 2,7 MB) S. 13. wurde 1994 (formal bis 2011Pressemitteilung vom 7. Juni 2012 durch das Bezirksamt) geschaffen, dabei wurden (bis ins Jahr 2014) Verbesserungen in der Marchlewskistraße südlich der Torellstraße und am Helsingforser Platz ausgeführt. Für den nördlichen Teil der Straße wurde 2016 ein Untersuchungsgebiet geschaffen. Dieses gesamte „Erhaltungsgebiet Weberwiese“ wurde am 12. August 2016 im Gesetz- und Verordnungsblatt von Berlin bekannt gemacht. Gelegen um die Marchlewskistraße ist es eines der „Sozialen Erhaltungsgebiete“ im Bezirk. Umfasst wird es von der Rüdersdorfer, Wedekind-, Lasdehner Straße, Karl-Marx-Allee und Straße der Pariser Kommune; eingeschlossen sind das Wohnquartier Am Comeniusplatz / Gubener Straße sowie die Wohnbauten Grüneberger / Kadiner Straße. In diesem Gebiet leben rund 5300 Menschen in 3400 Wohneinheiten. Ziel ist es, eine Verdrängung der Bewohner aus ihrem Wohngebiet zu verhindern und die städtebauliche Eigenart zu erhalten.
Die Marchlewskistraße gehört zum Postleitzahlenbereich 10243. Für die Memeler Straße galt anfangs Berlin O und dann traf der Postamtsbezirk O 43 zu, ab 1950 mithin für die Marchlewskistraße. Mit den vierstelligen DDR-Postleitzahlen wurde daraus „1034 Berlin“.
Querstraßen Von Nord nach Süd münden oder kreuzen die folgend genannten Straßen. Die alten Straßennamen orientierten sich an der nach Ostpreußen gerichteten Ostbahn. Im Hobrechtplan sind Plannummern in Abteilung XIV (nach Osten gerichtet vorher außerhalb der Zollmauer) der und Abteilung XV (zum alten Stadtgebiet gehörend) unterschieden, wobei die Teilung an der Communication orientiert war (also der Marchlewskistraße bzw. Memeler Straße). Hildegard-Jadamowitz-Straße:Lage der Kreuzung Hildegard-Jadamowitz-Straße sie wurde mit der durchgehenden Bebauung der Wohnblöcke hinter der Stalinallee nötig und neu angelegt.
mini|Überbauung Königsberger Straße und Blick Weberwiese 1950.Aufbau der ersten Wohnzelle Berlins beginnt. Die ersten Bauarbeiten an der ersten Wohnzelle Berlins in der Karl-Marx-Allee haben begonnen. Nachdem seit der Grundsteinlegung am 21. Dezember 1949 ein Teil des Gebäudes enttrümmert wurde, begannen jetzt die ersten Ausschachtungsarbeiten. UBz: Die Königsberger Straße wird aufgerissen, um für die Wohnzelle Platz zu schaffen. Im Hintergrund gestapeltes Baumaterial auf der Weberwiese. Aufn.: Illus Funck 6238-50 3 22.4.1950 Leihweise Illus Berlin W8
mini|Weberwiese, 2010 Weberwiese: Die Grünanlage unter diesem Namen ist vorrangig mit dem Hochhaus an der Weberwiese verbunden. Mit der Niederlegung der Akzisemauer wurde eine südlich der Frankfurter Allee an der äußeren Communication liegende mit Akazien bestandene Feuchtfläche spätestens ab 1870 zum städtischen Park ausgestaltet und blieb entsprechend unbebaut. Der Name Weberwiese wurde (zunächst inoffiziell) schon vor dem Ersten Weltkrieg genutzt. Im Berliner Adressbuch ist zwischen Königsberger Straße und Frankfurter Allee bis 1914 Städtischer Park und danach Weberwiese eingetragen. Die Namenswahl orientierte sich an der durch Färber und Weber genutzten Rasenbleiche vor dem Stadttor. Durch die Bauten der Stalinallee wurde die Grünanlage um 70 m verkürzt (0,77 ha statt vorher 1,23 ha). In der Weimarer Republik war der Platz Ausgangspunkt von Demonstrationen und Kampfumzügen und wurde auch „Roter Platz“ genannt.Weberwiese. In: Xhain.info - Portal für den Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Fredersdorfer Straße:Mündung Fredersdorfer Straße sie mündet von Westen her und wurde zusammen mit den Wohnbauten der Stalinallee neu bebaut. Deren vorheriger Name war Königsberger Straße und sie führte vom Bahnhof der Ostbahn am Küstriner Platz anfangs zum StadtPark (Weberwiese) und ab 1895 durchgehend zur Frankfurter Allee am Komtureiplatz. Bis zur Kriegszerstörung fuhr auch die Straßenbahn auf diesem Verkehrszug.Die Memeler Straße wurde nach 1900 auf der Trasse Frankfurter Allee–Komtureiplatz–Königsberger Straße–Küstriner Platz von Straßenbahnen gekreuzt. 1904: GBS-Linie 78 (Frankfurter Allee Ringbahnhof<>Wilmersdorf, Ludwigkirchplatz); 1914: GBS-Linie 76 (Lichtenberg, Lückstr.<>Grunewald, Roseneck) und Linie 77 (Wilmersdorf, Paulsborner Str./Schweidnitzer Str. > Lichtenberg, Wilhelmstr. > Wilmersdorf, Paulsborner Str./Schweidnitzer Str.) gekreuzt. 1941 fuhr die 1941: Linie 69 (Johannisthal<>Friedenau, Südwestkorso/Laubacher Str.) Mit dem Neubau des Hochhauses an der Weberwiese wurde der (östliche) Straßenlauf überbaut. Nach dem Hobrechtschen Bebauungsplan war sie bereits als Straße 8 (westwärts stadtwärts) und nach Ost Straße 2 (landwärts) vorgesehen. 1964 wurde der Straßenzug in Fredersdorfer Straße benannt und der östlich verbliebene Rest der Königsberger in die Gubener Straße (querlaufend) einbezogen. Der überbaute Bereich wurde eingezogen. Wedekindstraße:Kreuzung Wedekindstraße sie kreuzt die Marchlewskistraße und hieß bis 1951 (seit 1873) Posener Straße. Außer dem vor 1890 erbauten östlichen Eckhaus wurden die angrenzenden Wohn- und das Verwaltungsgebäude in den 1950er Jahren auf den beräumten Ruinen errichtet. Nach dem Hobrechtschen Bebauungsplan war sie bereits als Straße 10 (westwärts/stadtwärts zur Rüdersdorfer Straße) und nach Ost Straße 3 (ab 1896: Straße 10a) (landwärts, zur Gubener Straße) eingetragen. Am Comeniusplatz:Lage Comeniusplatz sie ist der 1904 benannte Straßenzug am Nordrand der Grünanlage des Platzes. Der ComeniusplatzComeniusplatz im Jahr 1910: Blick von der Memeler Straße (heute Marchlewskistraße), Ecke Torellstraße, im Hintergrund die Lazarus-Kirche. (Fotoarchiv: Rudolf Albert Schwartz, Quelle: bpk - Bildportal der Kunstmuseen Stiftung, Preußischer Kulturbesitz) ist der östliche Teil des bei Hobrecht geplanten Stadtplatzes B, der nach beiden Seiten liegen sollte. Der Straßenzug war auf der landwärtigen Seite (also vormals an der Äußeren Communication) als Straße 4 im Plan von Hobrecht und als 4a im präzisierten Bebauungsplan benannt. Rüdersdorfer Straße (nach West) und Torellstraße (nach Ost) sind der leicht schräg kreuzende StraßenzugLage der kreuzenden Straßen: am Südrand des Planplatzes B. Die Rüdersdorfer Straße erhielt ihren schrägen Verlauf durch die Lage am alten Bahnhof der Ostbahn (Küstriner Bahnhof, er ist bei Hobrecht noch nicht vorhanden) und knickt erst wenig vor der Marchlewskistraße (an der geplanten Bromberger Straße) mehr nach Ost. Östlich der Marchlewskistraße setzt die Torellstraße am Südrand des Comeniusplatzes den Verkehrszug zur Kopernikusstraße fort. Pillauer Straße:Lage der Pillauer Straße Sie mündet von der Helsingforser Straße aus Südwest. Im Hobrechtplan entspricht ihre Lage der Straße 14. Der ursprünglich längere Planabschnitt jenseits der Helsingforser (damals Bromberger) Straße ging an das Bahngelände der Ostbahn verloren. Der Straßenname von 1876 wurde nach der Stadt Pillau im Regierungsbezirk Königsberg (Ostpreußen) gewählt. In den 1950er Jahren wurde nicht wie bei ähnlichen auf Ostpreußen bezogene Straßennamen umbenannt (zu kurz und nahezu unbedeutend).Pillauer Straße: Mal falsch, mal richtig auf dem Schild Revaler Straße: Sie führt von der Marchlewskistraße nach Osten und wurde 1903 benannt und angelegt. Durch die Geländeverhältnisse verzögerte sich die Nutzung des Baulandes an den zur „Warschauer Brücke“ ansteigendenAus Karte von Berlin 1:5000: Anstieg von der Marchlewski-/Revaler Straße auf 120 Meter und von der Warschauer-/Revaler Straße auf 130 Meter zur Marchlewski-/ Warschauer Straße . Auf den 750 Metern zwischen Hildegard-Jadamowitz- bis an die Pillauer Straße besteht praktisch kein Anstieg, erst auf 250 Meter zur (35,9…36,0…35,6…35,9…36,2→37,5) Revaler Straße folgen 1,3 Meter. Straßenteilen.