mini|Logo des 70000 Tons of Metal mini|Die Majesty of the Seas
Das 70000 Tons of Metal (kurz: 70000 Tons) Metal-Festival wurde 2011 zum ersten Mal ausgerichtet. Veranstaltungsort dieses bislang größten Metal-Festivals auf einem Schiff war das Kreuzfahrtschiff Majesty of the Seas, das zwischen dem 24. und 28. Januar 2011 von Miami (Florida) nach Cozumel (Mexiko) und wieder zurückfuhr. Insgesamt traten 42 verschiedene Metal-Bands aus den unterschiedlichsten Metal-Genres auf. Inklusive der Besatzung befanden sich rund 3500 Personen an Bord.
Für weitere Informationen über den Hintergrund des Festivals, die Preise und weiteres siehe:
Reiseverlauf 2011 Montag, 24. Januar mini|Route der Majesty of the Seas beim 70000 Tons of Metal
Das Auslaufen des Schiffes aus dem Hafen war für 17.00 Uhr geplant. , 70000tons.com, abgerufen am 5. März 2011 (englisch) Da aber an diesem Tag eine Trauerfeier für zwei getötete Polizisten in Miami stattfand, waren weite Teile des Stadtgebietes gesperrt, was zahlreiche Staus zur Folge hatte.70000 Tons of Metal Festivalbericht von Rage Sänger Peavy Wagner, burnyourears.de, abgerufen am 7. März 2011 Weil durch die Staus ein Verladekran, der die Bühnenelemente auf das Pool-Deck heben sollte, drei Stunden später als geplant ankam,Alf Burchardt: Ganz schwere See. In: Stern Nr. 8 17. Februar 2011, Gruner + Jahr, Hannover 2011, S. 102 f.Christof Leim: "70000 Tons Of Metal – Die Cruise legt ab", Live-Blogging, blog.metal-hammer.de, abgerufen am 7. März 2011 verzögerte sich die Abfahrt des Schiffes um etwas mehr als eine Stunde, so dass das Schiff um ca. 18.15 Uhr ablegte. Die drei Bühnen konnten dennoch in einer Rekordzeit von nur sieben Stunden aufgebaut werden. Mit der Verspätung ging auch ein zusätzlicher Kostenaufwand von rund 100.000 Euro einher.
Eröffnet wurde das Festival unmittelbar nach dem Auslaufen des Schiffes und einer kurzen Sicherheitsunterweisung um 19.00 Uhr Ortszeit, mit den Auftritten der Bands Exodus und Arsis.Christof Leim: "70000 Tons Of Metal – Der erste Abend auf See", Live-Blogging, blog.metal-hammer.de, abgerufen am 7. März 2011 Verteilt auf die drei Bühnen spielten an diesem Tag neben Exodus und Arsis noch 13 weitere Bands. Abgerundet wurde das Programm durch eine Karaoke-Nacht in der Boleros Lounge.
Dienstag, 25. Januar mini|Mark Osegueda von Death Angel live auf der Poolstage
Eröffnet wurde das Konzertprogramm um 10 Uhr morgens mit dem Auftritt der deutschen Thrash-Metal-Band Cripper,Christof Leim: "70000 Tons Of Metal – Der zweite Tag auf See", Live-Blogging, blog.metal-hammer.de, abgerufen am 7. März 2011 und damit deutlich früher als auf vielen anderen Festivals. Es folgten weitere 26 Bands verteilt über den ganzen Tag, wobei es ab 12 Uhr mittags bis zum frühen Abend auch durchgehend „offizielle“ Meet&Greets mit den Bands gab. Wie auch am Vortag konnte man den Abend bei Karaoke in der Boleros Lounge ausklingen lassen.
Ungewöhnlich am Auftritt der Band Unleashed war, dass als Sänger Alan „Naihmass Nemtheanga“ Averill von Primordial bzw. Twilight of the Gods mitwirkte. Dies lag daran, dass Unleashed-Sänger Johnny Hedlund es verpasst hatte, rechtzeitig an Bord zu gelangen, so dass die Majesty of the Seas ohne ihn abgelegt hatte.Live-Blog des 70000 Tons of Metal, metalinjection.net, abgerufen am 7. März 2011 (englisch)
Mittwoch, 26. Januar An diesem Tag fand ein Landgang auf die mexikanische Insel Cozumel statt. Bereits um 7 Uhr morgens lief dazu die Majesty of the Seas den Hafen von San Miguel de Cozumel an.Christof Leim: "70000 Tons Of Metal – Der dritte Tag mit Landgang", Live-Blogging, blog.metal-hammer.de, abgerufen am 7. März 2011 Geboten wurden als Programm Touren zu Maya-Pyramiden in Tulum und anderen Ruinen, Pferdereiten, Jetski-Fahren sowie freier Aufenthalt in der Hafenstadt und am Strand. Das Schiff legte am Abend wie geplant, pünktlich um 18.30 Uhr ab. Ab 19.00 traten dann auch wieder Bands, verteilt auf die drei Bühnen des Schiffes, auf.
Da das Merchandise des 70000 Tons of Metal bereits am Dienstag vergriffen war, hatte das Festivalmanagement kurzfristig in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch neue T-Shirts drucken lassen. Diese sollten dann per Hubschrauber nach Cozumel geflogen und dort an Bord gebracht werden. Aufgrund von Problemen mit dem Zoll konnten die T-Shirts jedoch nicht nach Mexiko eingeflogen werden.Christof Leim: "70000 Tons Of Metal – Der dritte Abend", Live-Blogging, blog.metal-hammer.de, abgerufen am 7. März 2011
Donnerstag, 27. Januar mini|Joakim Brodén, Sänger der Band Sabaton beim Crowdsurfen in den Pool
Wie auch am Dienstag standen am Donnerstag die Auftritte der Bands wieder im Vordergrund. Insgesamt traten an diesem Tag 28 Bands auf. Auch konnte man wieder zahlreiche Meet & Greets besuchen. Der besonders lockere Umgang zwischen Fans und Musikern während des ganzen Festivals wurde unter anderem auch beim Auftritt der schwedischen Power-Metal-Band Sabaton auf der Poolstage deutlich. Sänger Joakim Brodén ließ sich während des Auftritts seiner Band beim Crowdsurfen durch das Publikum tragen und anschließend in den Pool werfen.Christof Leim: "70000 Tons Of Metal – Der vierte und letzte Tag", Live-Blogging, blog.metal-hammer.de, abgerufen am 7. März 2011
Freitag, 28. Januar Das eigentliche Festivalprogramm dauerte bis in die frühen Morgenstunden des 28. Januars. Bereits wenig später, um 9 Uhr Ortszeit, mussten jedoch alle Festivalgäste das Schiff verlassen haben, welches am selben Abend wieder auslief.
Line-up An den vier Tagen spielten insgesamt 42 Bands, verteilt auf drei Bühnen, wobei jede Band zwei Auftritte absolvierte. Das Line-up bestand aus folgenden Bands:
Agent Steel, Amon Amarth, Arsis, Blackguard, Blind Guardian, Circle II Circle, Cripper, Dark Tranquillity, Death Angel, Destruction, DuskMachine, Ensiferum, Epica, Exodus, Fear Factory, Finntroll, Forbidden, Gamma Ray, Iced Earth, Korpiklaani, Malevolent Creation, Marduk, Moonspell, Nevermore, Obituary, Rage, Raven, Sabaton, Sanctuary, Saxon, Sodom, Sonata Arctica, Swashbuckle, Testament, The Absence, Trouble, Twilight of the Gods, Týr, Uli Jon Roth, Unleashed, Voivod und Witchburner.
Die Hauptbühne stellte das Schiffstheater „A Chorus Line“ über die Decks 5–7 dar. Auf Deck 8 gab es noch eine kleinere Bühne in der „Spectrum“-Lounge und auf Deck 12 mit der „Poolside Stage“ auch eine Open-Air-Bühne.
Unterkünfte, Besucher und Statistisches An dem Festival nahmen 2038 Besucher aus insgesamt 49 Ländern teil. Mit einem Anteil von rund 30 % stammten die meisten aus den Vereinigten Staaten. Die zweitgrößte Besuchergruppe kam bei einem Anteil von etwa 17 % aus Deutschland. Ebenfalls noch stark vertreten waren Besucher aus Kanada (12 %) und Australien (7 %)., thesilvertongueonline.com, abgerufen am 7. März 2011 (englisch) Die übrigen Besucher, welche noch 36 % der Gesamtbesucheranzahl ausmachten, stammten aus Argentinien, Belgien (34),Metal Mike: 70000 Tons of Metal – Metal Rules the Waves (PDF; 1,1 MB). In: Aardschok, Ausgabe März 2011, S. 21–27 (niederländisch). Bolivien, Bosnien, Brasilien, Bulgarien, Chile, Volksrepublik China, Costa Rica, Dänemark, Dominikanische Republik, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Hongkong, Irland, Israel, Italien, Japan, Kolumbien, Luxemburg, Mexiko, Niederlande (86), Neuseeland, Norwegen, Österreich, Peru, Philippinen, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Saudi-Arabien, Slowakei, Slowenien, Südafrika, Spanien, Schweden, Schweiz, Tschechien, Türkei und Ungarn. , 70000tons.com, abgerufen am 5. März 2011 (englisch) Weiterhin waren rund 100 Journalisten, die technischen Crews der Bands und die gut 900 Mann starke Schiffsbesatzung mit an Bord, so dass sich die Gesamtpersonenkapazität auf 3571 Teilnehmer belief.Christof Leim: 70000 Tons of Metal - Schwermetall & Leichtmatrosen. In Metal Hammer, Ausgabe April 2011, Axel Springer Mediahouse Berlin GmbH, Berlin 2011, S. 42–45.
Über die Konzerte hinaus standen zur Freizeitbewältigung auch ein Fitnessstudio, ein Casino, ein Basketballfeld sowie eine Kletterwand zur Verfügung.
Zuerst zeigten sich die Reederei und die Crew skeptisch ob des ungewöhnlichen Reisepublikums. So wurde das Personal im Vorfeld auf die Besucher in einer nicht genannten Art und Weise „vorbereitet“ und beispielsweise der Presse anfangs das Interviewen von Besatzungsmitgliedern strengstens untersagt. Auch durften der Schiffs- und Reedereiname nicht genannt werden, was sich jedoch schnell änderte. Dies lag zum einen am unerwartet freundlichen und gesitteten Verhalten der Gäste,Bericht in der Onlineversion der Berliner Zeitung: Eine Rocker-Kreuzfahrt, die ist bierig, bz-berlin.de, abgerufen am 7. März 2011 zum anderen aber auch am wirtschaftlichen Erfolg des gesamten Festivals. So betrugen bereits am ersten Tag die Einnahmen durch Getränke das Vielfache dessen, was sonst in einer ganzen Woche umgesetzt wird. Der unverhältnismäßig hohe Bierkonsum führte auch dazu, dass bereits am Dienstag die erste Biersorte ausverkauft und auch bei anderen Sorten der Vorrat stark geschrumpft war.
Rezeption Dem 70000 Tons of Metal kam eine große nationale und internationale Wahrnehmung durch die Presse zu. Insgesamt befanden sich rund 100 Journalisten aus aller Welt an Bord. Neben zahlreichen Szenemagazinen, sowohl in gedruckter als auch in Online-Form, berichtete auch die allgemeine Presse teils sehr ausführlich. Im deutschsprachigen Raum geschah dies unter anderem durch den Stern, RTL, den Norddeutschen Rundfunk, und das ZDF. Letzteres drehte neben einem kurzen Beitrag für das Heute-journal auch eine halbstündige Dokumentation für den ZDFinfokanal mit dem Titel Heavy Metal auf dem Traumschiff.
Dokumentationen Peter Theisen, Harald Hamm: Heavy Metal auf dem Traumschiff, ZDF 2011, 29.52 Minuten Das Alptraumschiff (Radioreportage), NDR 2011, 7.30 Minuten
Weblinks Website des 70000 Tons of Metal (englisch) Interview mit dem Veranstalter Andy Piller (englisch) Ausführlicher Reisebericht mit Fotos, Videos, etc. von lalasreisen.de Festivalbericht der deutschen Band Cripper (englisch)
Videointerview mit Sternredakteur Alf Burchardt über das 70000 Tons of Metal Umfangreiche Fotogalerie des Festivals
Einzelnachweise
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