Althüttendorf ist eine Gemeinde im Amt Joachimsthal (Schorfheide) am Nordrand des Landkreises Barnim im Bundesland Brandenburg. mini|Dorfstraße mini|Restauriertes Backhaus Geographie Der Ort liegt im Endmoränengebiet der pommerschen Eisrandlage der Weichseleiszeit am Ostufer des Grimnitzsees.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Osten an die Gemeinde Ziethen, im Süden an die Gemeinde Chorin, im Westen an die Stadt Joachimsthal (alle Landkreis Barnim) und im Norden an die Stadt Angermünde im Landkreis Uckermark.

Gemeindegliederung Althüttendorf besteht aus den Ortsteilen Althüttendorf und Neugrimnitz.. Abgerufen am 7. April 2024.

Geschichte Althüttendorf gehörte von 1817 bis 1952 zum Landkreis Angermünde, von 1952 bis 1990 zum Kreis Eberswalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder) und ist seit 1993 Teil des Landkreises Barnim. Die Gemeinde Neugrimnitz wurde am 1. Januar 2003 nach Althüttendorf eingemeindet.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003

Althüttendorf Das Dorf Althüttendorf entstand aus einer Glashütte, die von der Burg Grimnitz hierher verlegt wurde. Die Grimnitzer Glashütte in Althüttendorf wurde im Jahr 1653 vom kurfürstlichen Oberjägermeister gegründet, der hier böhmische und hessische Glasmacher ansiedelte. Mit der Inbetriebnahme des Bahnhofs im Jahre 1898 entwickelte sich daneben die Steinschlägerei. Hierfür wurden die bis zu acht Meter mächtigen Blockpackungen in den Ihlowbergen abgebaut. Ende der 1960er Jahre wurde der Abbau eingestellt.

Im Ortsteil wurde zu DDR-Zeiten ein Ferienlager errichtet und unterhalten.

Neugrimnitz In der heutigen Ortslage von Neugrimnitz entstand während des Brandenburgisch-Schwedischen Krieges (1675–1679) eine Glashütte. Später kamen ein Brauhaus, ein Backhaus und umfangreiche Stallungen hinzu. 1682 wurde hier die dritte Grimnitzer Glashütte von Gabriel Supe errichtet.

Bis in das Jahr 1749 unterstanden die Vorwerke Neugrimnitz, Grumsin und Mellin der Verwaltung des Liebenwalder Amtes. Bis 1839 bildeten sie dann das königliche Amt Grimnitz. Im Jahr 1745 wurde eine neue Glashütte eingeweiht. Sie existierte bis Ende des 18. Jahrhunderts und stellte grüne Gläser her. Neben der Glasherstellung entwickelte sich die Landwirtschaft zum zweiten Standbein von Neugrimnitz. So wurden um 1850 883 Morgen Land von 13 Tagelöhnerfamilien bestellt. Zeitweilig wurden hier auch bis zu 2000 Schafe gehalten. Andere wichtige Einnahmen kamen aus dem Betrieb der ansässigen Brauerei und der Brennerei.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Althüttendorf Neugrimnitz Jahr Althüttendorf Neugrimnitz Jahr Althüttendorf1875 598 352 1946 719 193 2003 7341890 519 194 1950 769 197 2005 7421910 562 201 1964 676 131 2010 7491925 590 180 1971 654 129 2015 6141933 622 164 1981 560 100 2020 6071939 630 143 1985 575 89 2021 628 1990 540 85 2022 700 1995 704 68 2023 687 2000 678 88 2024 675 2002 646 91 2025 670 Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Ab 2022 auf Basis Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Althüttendorf besteht aus acht Mitgliedern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:

Wählergruppe Sitze 2019Sitze 2024 Stimmenanteil 2024 Freiwillige Feuerwehr Althüttendorf 33 39,8 %Heimatverein Althüttendorf—222,6 % Einzelbewerberin Marion Pieper —1 16,9 %Einzelbewerber Volker Gaedeke—115,3 %Einzelbewerber Matthias Schlesinger—15,3 % Tradition und Zukunft Althüttendorf 3— — Einzelbewerberin Madita Vogel 1— — Einzelbewerberin Gudrun Gaedeke 1— —

Bürgermeister 1998–2019: Siegfried Ortlieb (Wählergruppe Tradition und Zukunft). Abgerufen am 7. April 2024. seit 2019: Wilfried Kornack (Wählergruppe Freiwillige Feuerwehr)

Kornack wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 61,4 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtsdauer von fünf JahrenBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1) gewählt.. Abgerufen am 7. April 2024. Er wurde am 9.6.24 ohne Gegenkandidaten mit 66,7 % der gültigen Stimmen für eine fünfjährige Amtszeit wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Althüttendorf am 9.6.24

mini|Dorfkirche Althüttendorf

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Althüttendorf und in der Liste der Bodendenkmale in Althüttendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde zählt die Dorfkirche, die 1803–1810 aus Stein und Holz gebaut wurde. Als „Wanderkirche“ bietet sie Wanderern und Fahrradfahrern einen Ruhepunkt. 2013 wurde am Dorfplatz eine Skulpturengruppe (drei nordische Schicksalsgöttinnen) des Metallbildhauers Eckhard Herrmann enthüllt.

Am Nordrand des Ortes befinden sich an der Neugrimnitzer Straße am Ostufer des Grimnitzsees der Naturbeobachtungspunkt, von dessen Galerie man einen guten Blick über den See hat, und eine privat genutzte Bockwindmühle.

Naturdenkmale

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Althüttendorf ist dörflich geprägt, in den Sommermonaten gewinnt der Individualtourismus (Urlaub auf dem Bauernhof) immer mehr an Bedeutung.

Verkehr mini|Bahnhof Alt Hüttendorf

Straßenverkehr

Die Bundesautobahn 11 Berlin–Stettin durchquert von Südwesten nach Norden das Gemeindegebiet. Am Südostrand des Ortsteils Althüttendorf liegt die Autobahnanschlussstelle Joachimsthal. Hier enden die von Osten aus Richtung Angermünde in die Gemeinde führende Bundesstraße 198 und die von Westen aus Richtung Joachimsthal kommende Landesstraße 220.

Eisenbahnverkehr

Am Westrand des Ortsteils Althüttendorf befindet sich der Bahnhof Alt Hüttendorf an der Bahnstrecke Britz–Templin-Fürstenberg/Havel, auf der Züge der Regionalbahnlinie RB 63 der NEB Betriebsgesellschaft mbH zwischen Eberswalde und Joachimsthal verkehren.

Literatur Frauke Gränitz, Luise Grundmann im Auftrag Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig und Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (Hrsg.): Um Eberswalde, Chorin und den Werbellinsee. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Eberswalde, Hohenfinow und Joachimsthal (= Landschaften in Deutschland. Werte der deutschen Heimat. Band 64). Böhlau Verlag, Köln / Weimar / Wien 2002, ISBN 3-412-02401-5. Lieselott Enders (Bearbeitung): Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Uckermark. Mit einer Übersichtskarte im Anhang (= Friedrich Beck [Hrsg.]: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil VIII; Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam. Band 21). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2 (gibt einen Nachdruck von 2012).

Weblinks

Gemeinde Althüttendorf beim Amt Joachimsthal Beschreibung der Althüttendorfer Kirche

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Barnim Kategorie:Gegründet 1653