Grethen ist ein Gemeindeteil der sächsischen Gemeinde Parthenstein im Landkreis Leipzig. mini|Großer Kirchteich
Geografie Grethen liegt etwa 5,5 Kilometer westlich von Grimma. Durch den Ort fließt die Parthe und deren Zufluss der Gladegraben.
Nachbarorte von Grethen sind Beiersdorf im Nordosten, Grimma im Osten, Großbardau im Südosten, Bernbruch im Süden, Großbuch und Otterwisch im Südwesten, Pomßen im Westen, sowie Großsteinberg im Nordwesten.
Geschichte mini|hochkant|Kirche (1999) mini|Kirche 2014
Ortsgeschichte Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes datiert von 1251 als Greden.Vgl. Im Jahre 1351 überließ Landgraf Friedrich der Strenge der Grimmaischen Bürgerin Jutta von Geithain die Hälfte des Dorfes Grethen, mit allem Zubehör. Die beiden so genannten Kirchteiche wurden 1401-04 sowie 1418 angelegt. 1545 wurde Grethen samt den Teichen und anderen Dörfern und Gütern vom sächsischen Kurfürsten an Hans von Ponickau auf Pomßen verkauft, wo es bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit 1856 verblieb.Die Parochie Großbardau mit Kleinbardau und Grethen. In: Neue Sächsische Kirchengalerie Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, S. 349–350.
August Schumann nennt 1816 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Grethen betreffend u. a.:
1826 wurde das älteste Schulhaus, auf der Südseite des Kirchhofs gelegen, verkauft und an dessen Stelle ein Neues errichtet. 1879 reichte auch dieses für die Schülerzahl nicht mehr aus und wurde durch ein Neubau ersetzt.Die Parochie Großbardau mit Kleinbardau und Grethen. … S. 354.
Die Erwerbszweige um 1900 betreffend nennt das Werk „Neue Sächsische Kirchengalerie“:
Im Jahre 1911 gründete sich in Leipzig eine Naturfreunde-Ortsgruppe. 1922 erwarb der Verein käuflich zwischen Großsteinberg und Grethen 2500 m² Land und begann mit dem Bau eines Naturfreundehauses. Die Grundsteinlegung fand am 9. Juli 1922 statt, eingeweiht wurde das Gebäude am 17. Mai 1925. 1933 wurde der Verein verboten und im Gebäude eine HJ-Führerschule eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte man das Haus als Unterkunft für Umsiedler. Ab 1949 war es die Jugendherberge „Erich Weinert“. 1996 erhielt der Verein der Naturfreunde das Anwesen zurück. Aufgrund dessen, dass das Gebäude den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügte und zudem stark sanierungsbedürftig war, wurde es 2002 abgerissen und vollständig neu aufgebaut. Die Neueinweihung fand am 21. Juni 2003 statt, seitdem nutzt es der Verein „Leipziger Naturfreundehaus Grethen e. V.“, abgerufen am 29. Februar 2012.
Zum 1. Januar 1994 wurde aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Grethen, Großsteinberg, Klinga und Pomßen die Gemeinde Parthenstein neugebildet.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen, S. 7. (PDF; 64 kB), abgerufen am 24. Februar 2012.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1548/51 24 besessene Mann, 24 Inwohner, 13 ½ Hufen1764 23 besessene Mann, 16 Häusler, 9 Hufen1834 2911871 3411890 482 Jahr Einwohnerzahl1910 5661925 5481939 5941946 7511950 671 Jahr Einwohnerzahl1964 6091990 4572010 433Zahlen und Fakten auf parthenstein.de, abgerufen am 29. Februar 2012.2013 403Zahlen und Fakten auf parthenstein.de, abgerufen am 23. März 2015.
Kirche Grethen Die Grethener Kirche ist in ihren Ursprüngen ein romanischer Bau aus dem 13. Jahrhundert und bis heute im Wesentlichen baulich unverändert geblieben. Der Turm steht im Osten zwischen Langhaus und Apsis. 1776 wurde der Innenraum erneuert, eine neue Empore errichtet, Altar und Kanzel erneuert sowie die Kirche neu ausgemalt. 1787 erfolgte eine äußere Erneuerung des Baus. 1841 wurde abermals die Ausmalung erneuert sowie eine vom Orgelbauer Weineck in Eilenburg geschaffene, neue Orgel für 335 Taler angeschafft – das Vorgängerinstrument stammte aus dem Jahr 1763. 1875 ist die bestehende Kirchenuhr durch eine neue ersetzt worden. 1902 wurde der Kirchbau umgebaut und erneuert. Dabei wurde u. a. das Langhaus um 5 Meter verlängert, die Decke für den Einbau einer größeren Orgel erhöht und die Zahl der Sitzplätze von 150 auf 200 erhöht. Die Wiedereinweihung nach diesen Umbauten erfolgte am 1. Dezember 1902.Die Parochie Großbardau mit Kleinbardau und Grethen. … S. 351–354.
mini|Alte See mini|Feuerwehrmuseum mini|Kgl.-sächs. Ganzmeilenstein und Chausseekilometerstein am Ortsausgang S38 Richtung Pomßen
Sehenswürdigkeiten Romanische Kirche Naturschutzgebiet Alte See Feuerwehrmuseum (jeden 1., 3. und 5. Samstag Nachmittag geöffnet) Großer und Kleiner Kirchteich, 1404 bzw. 1418 angelegt Königlich-sächsischer Ganzmeilenstein (um 1860) und Straßenwärter-Chaussee-Kilometerstein des ehem. Straßen- und Wasserbauamtes Leipzig (um 1900) an der Straße (S38) nach Pomßen
Persönlichkeiten Georg Lehmann (1870–1931), Politiker
Literatur
Die Parochie Grossbardau mit Kleinbardau und Grethen. In: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Grimma links der Mulde. Strauch Verlag, Leipzig 1911, S. 348–355
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Leipzig Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leipzig) Kategorie:Parthenstein Kategorie:Ersterwähnung 1251 Kategorie:Gemeindeauflösung 1994