Die ecuadorianische Fußballnationalmannschaft ist die Auswahlmannschaft der Federación Ecuatoriana de Fútbol. Der erste ecuadorianische Fußballbund wurde am 30. Mai 1925 als Teil der Federación Deportiva Nacional del Ecuador gegründet und trat 1926 der FIFA und 1927 der CONMEBOL bei. Ihr erstes Länderspiel bestritt die Nationalmannschaft am 8. August 1938 in Bogotá gegen Bolivien im Rahmen der ersten Bolivarianischen Spiele 1938. Es endete 1:1.

Die Spieler tragen traditionell gelbe Trikots, blaue Hosen und rote Stutzen. Die Mannschaft belegte im April 2013 in der offiziellen FIFA-Weltrangliste mit dem 10. Rang ihre bisher beste Platzierung.

Die jüngere Vergangenheit

mini|links|Die ecuadorianische Nationalmannschaft während ihrer Teilnahme an der Südamerikameisterschaft 1945.|250px mini|links|La selección ecuatoriana en el Campeonato Sudamericano de 1955.|250px Der Aufstieg der ecuadorianischen Nationalmannschaft zu einer der erfolgreichsten Südamerikas ist auf einen Prozess zurückzuführen, der Ende der 1980er Jahre mit der Verpflichtung des Montenegriners Dušan Drašković als Nationaltrainer begann, als moderne Strukturen in das Umfeld der Nationalmannschaft einzogen. 1994 gelang es Ecuador unter Drasković erstmals, eine der beiden großen Mannschaften Südamerikas zu besiegen, als die Tricolor am 25. Mai Argentinien mit 1:0 bezwang. Zur Qualifikationsrunde für die Weltmeisterschaft 1998 folgte der Kolumbianer Francisco Maturana Drasković nach. Die Tricolor machte unter Maturana weitere große Fortschritte in den Bereichen Taktik und mannschaftliche Geschlossenheit, wenn sie sich auch nicht für die Weltmeisterschaft in Frankreich qualifizierte. 1996 erreichte die Mannschaft aber den ersten Sieg gegen Argentinien in einem offiziellen Turnier, mit einem 2:0 im WM-Qualifikationsheimspiel in Quito.

mini|links|Ecuador trifft bei der Copa América 1983 auf Argentinien.|250px Auf Maturana folgte zunächst kurz (für die Copa América 1997) sein Co-Trainer Suárez, dann die Ecuadorianer Polo Carrera (1998) und Carlos Sevilla (1998–1999), die jedoch als Trainer nicht überzeugten. Nachdem Ecuador bei der Copa América 1999 den letzten Platz belegt hatte, trat Sevilla zurück und mit Hernán Darío „El Bolillo“ Gómez wurde erneut ein Kolumbianer verpflichtet, der Maturanas Co-Trainer bei der kolumbianischen Nationalmannschaft gewesen war. Unter Gómez gelang es Ecuador erstmals, sich für eine Weltmeisterschaft zu qualifizieren, die WM 2002 in Japan und Südkorea. Gómez erreichte unter anderem, die zuvor oft gegeneinander arbeitenden Interessen der großen Vereine aus Quito und Guayaquil nun verstärkt für die Nationalmannschaft zusammenzuführen, und eine große Begeisterung im Land zu entfachen. Dazu trug ein Sieg über Brasilien (1:0 am 28. März 2000 in Quito durch ein Tor von Delgado), der erste in der ecuadorianischen Fußballgeschichte, bei.

Nach dem Rücktritt von Gómez nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Copa América 2004 in Peru (3 Niederlagen in 3 Spielen) wurde die Nationalmannschaft vom Kolumbianer Luis Fernando Suárez trainiert, der zuvor Trainer von SD Aucas in Quito war und bereits von 1994 bis 1997 mit der Nationalmannschaft gearbeitet hatte. Unter seiner Leitung erreichte Ecuador in der Qualifikation zur WM 2006 wieder unter anderem Siege gegen Brasilien und Argentinien und qualifizierte sich erneut für die WM. In Deutschland erreichte die Mannschaft dann erstmals das Achtelfinale, dank zweier herausragender Vorrundenspiele (2:0 gegen Polen und 3:0 gegen Costa Rica).

Suárez trat im November 2007 zurück, nachdem Ecuador bei der Copa América alle drei Vorrundenspiele verloren hatte und in die Qualifikation zur WM 2010 mit einer Heimniederlage gegen Venezuela und zwei hohen Niederlagen gegen Brasilien (0:5) und Paraguay (1:5) gestartet war. Interimistisch übernahm Sixto Vizuete das Traineramt, der im Frühjahr 2007 mit der U18-Nationalmannschaft Ecuadors den Fußballwettbewerb der Panamerikanischen Spiele gewonnen hatte. Am 26. Februar 2008 wurde er zum offiziellen Cheftrainer ernannt, nachdem unter anderem Verhandlungen mit Hernán Darío Gómez über seine Rückkehr nach Ecuador gescheitert waren. Ecuador verpasste durch den schlechten Start in die Qualifikationsrunde und zwei Niederlagen gegen Uruguay und Chile an den letzten beiden Spieltagen seine dritte WM-Qualifikation in Folge knapp und nahm daher nicht an der Weltmeisterschaft in Südafrika teil.

Internationale Turniere Fußball-Weltmeisterschaften

Ecuador nahm erstmals an der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 1962 in Chile teil, scheiterte aber an Argentinien. Bei der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1966 wäre die Mannschaft beinahe erfolgreich gewesen, verlor aber das letzte Spiel, ein Entscheidungsspiel in Lima, mit 1:2 gegen Chile. Dennoch galt jene Mannschaft um Alberto Spencer, Washington Muñoz, Carlos Alberto Raffo, Enrique Raymondi und Jorge Bolaños lange als die beste Mannschaft, die Ecuador je hatte. Es dauerte bis zur Weltmeisterschaft 2002, ehe Ecuador sich erstmals für eine WM qualifizierte.

1930 in Uruguay nicht teilgenommen 1934 in Italien nicht teilgenommen 1938 in Frankreich nicht teilgenommen 1950 in Brasilien nicht teilgenommen 1954 in der Schweiz nicht teilgenommen 1958 in Schweden nicht teilgenommen 1962 in Chile nicht qualifiziert 1966 in England nicht qualifiziert 1970 in Mexiko nicht qualifiziert 1974 in Deutschland nicht qualifiziert 1978 in Argentinien nicht qualifiziert 1982 in Spanien nicht qualifiziert 1986 in Mexiko nicht qualifiziert 1990 in Italien nicht qualifiziert 1994 in den USA nicht qualifiziert 1998 in Frankreich nicht qualifiziert 2002 in Südkorea/Japan Vorrunde 2006 in Deutschland Achtelfinale 2010 in Südafrika nicht qualifiziert 2014 in Brasilien Vorrunde 2018 in Russland nicht qualifiziert 2022 in Katar Vorrunde 2026 in Kanada/Mexiko/USA Sechzehntelfinale

Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea

Der bis dahin größte Erfolg der ecuadorianischen Nationalmannschaft war die erstmalige Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea. Hier verlor man gegen Italien und Mexiko und besiegte Kroatien durch ein Tor von Edison Méndez mit 1:0.

Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland

mini|Ecuador bestreitet sein Achtelfinalspiel gegen England im MHPArena-Stadion.|250px Ecuador hatte sich zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland als Dritter der Südamerika-Qualifikation hinter Argentinien und Brasilien qualifiziert. Nach zwei Siegen gegen Polen (2:0) und Costa Rica (3:0) war die Mannschaft vor dem abschließenden Spiel gegen Gastgeber Deutschland, das mit einer nicht nur aus Stammspielern bestehenden Mannschaft 0:3 verloren wurde, Tabellenführer ihrer Gruppe und bereits für das Achtelfinale qualifiziert. Das erstmalige Erreichen der K.O.-Runde wurde international als Überraschung gewertet.

Im Achtelfinale unterlag Ecuador der Mannschaft aus England mit 0:1 (0:0) und schied aus. Die Mannschaft stand sicher in der Defensive. Nach einer Stunde entschied David Beckham durch einen Freistoß das Spiel. Das Erreichen des Achtelfinals ist der größte Erfolg der Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften.

Die Mannschaft gastierte während der Weltmeisterschaft im unterfränkischen Bad Kissingen.

Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien

Ecuador qualifizierte sich als Vierter des südamerikanischen Ausscheids. In der Gruppe E schied die Mannschaft nach einer 2:1-Niederlage gegen die Schweiz, einem 1:2-Sieg gegen Honduras sowie einem 0:0-Unentschieden gegen Frankreich mit vier Punkten als Drittplatzierter in der Gruppenphase aus dem Turnier aus.

Weltmeisterschaft 2022 in Katar

Nach der verpassten Qualifikation 2018 nahm die ecuadorianische Fußballnationalmannschaft am Turnier 2022 in Katar wieder teil. Die südamerikanische Qualifikation hatte man als Vierter abgeschlossen und sich so direkt qualifiziert. Ecuador wurde der Gruppe A zugelost und bestritt das Eröffnungsspiel gegen Katar, das 2:0 gewonnen wurde. Es folgte ein 1:1-Unentschieden gegen die Niederlande. Durch die 1:2-Niederlage im abschließenden Gruppenspiel gegen den Senegal wurde erneut nur der dritte Gruppenplatz mit vier Punkten erreicht und das Achtelfinale verpasst.

Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika

In der CONMEBOL-Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Kanada, Mexiko und den USA erreichte Ecuador mit nur zwei Niederlagen aus 18 Spielen den zweiten Platz hinter Argentinien. Nach einer 1:0-Auftaktniederlage in der Gruppe E gegen die Elfenbeinküste folgte ein 0:0 gegen Curaçao und im entscheidenden Spiel um die Qualifikation für das Sechzehntelfinale ein 2:1-Erfolg gegen Deutschland. Durch den Sieg hatte Ecuador wieder vier Punkte und den dritten Gruppenplatz erreicht und damit zwar die direkte Qualifikation für die K.O.-Phase verpasst, zog aber als einer der acht besten Drittplatzierten aller Gruppen in das Sechzehntelfinale ein.

Copa América Darüber hinaus erreichte Ecuador zweimal Platz vier bei den jeweils im eigenen Land ausgetragenen Turnieren um die Copa América 1959 und 1993.

Aktueller Kader Für den Kader bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, siehe:

Spieler mini|rechts|Alberto Spencer gilt als der beste Fußballer Ecuadors.|250px Bekannte aktuelle Spieler sind die Verteidiger Iván Hurtado (Rekordnationalspieler und Mannschaftskapitän, Deportivo Quito) und Néicer Reasco (LDU Quito), die Mittelfeldspieler Antonio Valencia (LDU Quito), Edison Méndez (Atlético Mineiro) und Segundo Castillo (Deportivo Quito) sowie die Stürmer Carlos Tenorio (Al-Nasr), Joffre Guerrón (Athletico Paranaense). Die meisten derzeitigen Spieler der Nationalmannschaft sind Afroecuadorianer und stammen zu einem Großteil aus der Provinz Esmeraldas und dem kleinen Chota-Tal bzw. aus von dort in größere Städte gewanderten Familien.

Mittelfeldregisseur Álex Aguinaga, der herausragende Akteur der vergangenen beiden Jahrzehnte, erklärte 2004 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und beendete Ende 2005 seine Fußballerkarriere. Agustín Delgado, der in Deutschland bekannteste ecuadorianische Fußballer, trat nach der Weltmeisterschaft 2006 aus der Nationalmannschaft zurück. Iván Kaviedes spielte bis 2011 in der Nationalmannschaft.

Als bester ecuadorianischer Fußballer aller Zeiten gilt Alberto Spencer, der in den sechziger Jahren als Torjäger der uruguayischen Vereinsmannschaft Peñarol Montevideo große Erfolge feierte. Er ist noch immer mit Abstand der Rekordtorjäger der Copa Libertadores und gewann unter anderem 1966 den Weltpokal. Er bestritt elf Länderspiele für Ecuador, in denen er vier Tore erzielte.

Rekordspieler (Stand: 18. November 2025)

+ Rekordspielerrsssf.org: Ecuador – International Appearances by Player Spiele Spieler Zeitraum Tore 168 Iván Hurtado 1992–2014 5 121 Walter Ayoví 2001–2017 8 111 Edison Méndez 2000–2014 18 109 Álex Aguinaga 1987–2004 23 103 Enner Valencia 2012– 48 101 Ulises de la Cruz 1995–2010 6 100 Luis Capurro 1985–2003 1 99 Antonio Valencia 2004–2019 11 90 Giovanny Espinoza 2000–2012 3 88 Segundo Castillo 2003–2016 9 88 José Cevallos 1994–2009 0 86 Cléber Chalá 1992–2004 6 83 Christian Noboa 2009–2021 4 78 Alexander Domínguez 2011– 0 78 Edwin Tenorio 1998–2007 0+ Rekordschützen Tore Spieler Zeitraum Spiele 48 Enner Valencia 2012– 103 31 Agustín Delgado 1994–2006 72 26 Eduardo Hurtado 1992–2000 72 25 Christian Benítez 2005–2013 61 23 Álex Aguinaga 1987–2004 109 22 Felipe Caicedo 2005–2017 66 18 Edison Méndez 2000–2014 112 16 Raúl Avilés 1987–1993 55 16 Iván Kaviedes 1998–2011 57 15 Ariel Graziani 1997–2000 34 12 Ángel Fernández 1991–2004 77 12 Carlos Tenorio 2001–2009 51 11 Antonio Valencia 2004–2019 99 10 Jefferson Montero 2007–2018 63 10 Carlos Raffo 1959–1963 <20

Trainer (1970) (1973) (1984–1985) (1988–1993) (1995–1997) (1999) (1999–2004) (2004–2007) (2007–2010) (2010–2014) (2014–2015) (2015–2017) (2017–2018) (2018–2019) (2019–2020) (2020) (2020–2022) (2023–2024) (2024–2026)

Heimstärke