Oberhegenau ist ein Gemeindeteil des Marktes Colmberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Oberhegenau liegt in der Gemarkung Binzwangen.

Geografie Der Weiler liegt am Furtgraben, einem linken Zufluss der Altmühl. Im Nordwesten liegt das Bergfeld, im Nordosten das Lange Strichfeld, 1 km nördlich erhebt sich der Sauberg (). Die Staatsstraße 2245 führt über Anfelden zu einer Anschlussstelle der B 13 bei Oberdachstetten (4,5 km nördlich) bzw. zur Staatsstraße 2250 bei Unterfelden (1,7 km südlich). Die Kreisstraße AN 2 zweigt von der St 2245 nach Unterhegenau ab (1,3 km östlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 wurden für Oberhegenau zehn Mannschaften verzeichnet: zwei Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg und acht Anwesen dem eichstättischen Propsteiamt Herrieden. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 9r. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 704. Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 sind die grundherrschaftlichen Verhältnisse für Oberhegenau unverändert. Das Hochgericht übte weiterhin das Vogtamt Colmberg aus, was aber vom brandenburg-bayreuthischen Schultheißenamt Markt Bergel strittig gemacht wurde.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 26. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 709.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Binzwangen mit Oberhegenau eine Realgemeinde. In Oberhegnau gab es weiterhin zehn Anwesen. Das Hochgericht übte das Schultheißenamt Markt Bergel aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das eichstättische Vogtamt Aurach. Grundherren waren das Kastenamt Colmberg (zwei Anwesen) und das Propsteiamt Herrieden (acht Anwesen). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 896.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 174f.: „Oberhegenau, Eichstättischer Weiler im Ober- und Vogtamte Wahrberg-Aurach, wohin acht Unterthanen dieses Orts nebst dem Hirtenstabe und der Gemeindsherrlichkeit gehören. Der Ort ist [Sp. 175] nach Binzwang gepfarrt, wovon er nur ein Paar Büchsenschuß weit südöstlich entfernt und eben so dem Weiler Unterfelden, wie unweit davon Unterhegenau dem Weiler Unterfelden gegenüber liegt, so daß diese 4 Weiler ein vollkommenes Viereck zusammen bilden. Die übrigen Unterthanen allda sind nebst der Fraisch Ansbachisch.“

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Oberhegenau dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Binzwangen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Binzwangen zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Am 1. Mai 1978 wurde Oberhegenau im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Colmberg eingemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 980.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2020Einwohner 77 77 58 68 72 54 66 81 49 50 60 36 33HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 11 11 11 10 10 11 11 9 Quelle (Abgerufen am 29. Februar 2012). Die Einwohnerzahlen berufen sich im Abgleich mit der amtlichen Statistik vermutlich auf einen Einwohnerstand zwischen 2007 und 2008.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Sebastian, Cornelius und Cyprian (Binzwangen) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Colmberg) Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach