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Ensembles Ensemble Obere Stadt

Kern des Ensembles, dem auch die inneren Teile der beiden Vorstädte, der unteren um die Luitpoldstraße, der oberen um den Wolfgang-Wilhelm-Platz sowie Elisenbrücke und Leopoldineninsel zugehören, ist die Obere Stadt. Sie dehnt sich über den gesamten, 20 m über der Donau aufragenden Jura-Rücken. Rückgrat und organisierende Achse des Stadtgrundrisses in diesem Kernbereich ist die Amalienstraße. Sie legt sich von W nach O, vom oberen zum unteren Tor, über den Kamm des Hügels, dessen westliche Spitze sie jedoch von Süden her in kurzem, steilem Anstieg erreicht. In ihrem Nordostteil, einschließlich Karlsplatz und südliche Nebengassen, ist die befestigte agilolfingische „Civitas nova“, eine Marktsiedlung des 7. Jahrhunderts, zu sehen, welcher keltische und römische Besiedlung und Befestigung vorausgehen.

Das Castell Venaxamodurum der späten Kaiserzeit befand sich an der Westspitze des Stadtberges im Bereich der heutigen Münz. Auf dem Platz der späteren Hofkirche stiftete Herzog Heinrich IV. von Bayern (als deutscher König Heinrich II.) 1002 ein Benediktinerinnenkloster, das gleichzeitig der civitas als Pfarrkirche diente. Der Provinzialbibliothek am Karlsplatz ging eine romanische Martinskirche voraus. Auf dem Westteil der Amalienstraße besteht mit St. Peter seit dem 7. Jahrhundert die älteste Pfarrkirche Neuburgs. (In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts war sie Diözesansitz eines kurzlebigen agilolfingischen Bistums Neuburg.) Südlich gegenüber, in der Münz, errichteten die Marschälle von Kalendin als königliche Burggrafen seit dem 12. Jahrhundert eine Stadtburg, seit 1247 bauten die Wittelsbacher als Stadtherren diese Anlage aus. Der gesamte Bereich der westlichen Oberstadt wurde erst im frühen 15. Jahrhunderts vollständig besiedelt und befestigt.

Die Blütezeit Neuburgs, durch welche das Bild der oberen Stadt neu geprägt wurde, begann 1503 mit der Installierung eines Fürstentums Pfalz-Neuburg und dem Ausbau der Stadt zur Residenz. Das neue Fürstenschloss des Pfalzgrafen Ottheinrich am Nordostrand des Stadtberges ließ dort das neue städtebauliche Schwergewicht entstehen, wie es bis zur Gegenwart wirksam ist. Hofbauten, Hofkirche, ehemaliges Jesuitenkolleg, stattliche Adels- und Hofbeamtenhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert in der Amalien- und der parallel laufenden Herrengasse bestimmen seitdem die Physiognomie der oberen Stadt. Spätbarocke Ausgestaltungen fehlen fast ganz, da Neuburg 1685 seine Residenzfunktion verlor.

Der innere Teil der unteren Vorstadt an der Luitpoldstraße ist durch den alten nord-südlichen Verkehrsweg am Fuße des Stadtberges und durch den Donauübergang bestimmt. An diesem zwar ungeschützten, doch verkehrsgünstigen Platz, beim jetzigen Postamt in der Luitpoldstraße, befand sich auch der agilolfingische Herzogs- und spätere Königshof. Nachdem sich das geschäftliche Leben Neuburgs im frühen 19. Jahrhundert vorwiegend von der oberen Stadt in die untere Vorstadt verlagerte, entstand in der dortigen Hauptstraße, der Luitpoldstraße, auch eine Reihe repräsentativer Bauten, die sich von der niederen Bebauung der ostwärts anschließenden Nebenstraßen abhebt.

Die obere Vorstadt um den Wolfgang-Wilhelm-Platz nahm eine der großen gegenreformatorischen Klosteranlagen Neuburgs, das Ursulinenkloster (seit 1816 Seminar) auf. Um diesen Komplex vor dem oberen Tor ordnen sich Bürgerhäuser und einige Adelspalais; der ganze Bereich unterscheidet sich deutlich von den südlich anschließenden Stadterweiterungen des 19. Jahrhunderts.

Aktennummer: E-1-85-149-1

Ensemble Bahnhofstraße Die Anlage der Straße geht auf die spätrömische Zeit zurück. Die Straße führte von dem auf der Westspitze des Stadtberges befindlichen Kastell über das abgebrochene Feldkirchener Tor nach Feldkirchen. In dieser Form im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts angelegte breite Vorstadtstraße mit seitlicher Bepflanzung, auf das Bahnhofsgebäude zielend. Beiderseits lockere Bebauung durch Villen in historisierendem Stil, dazwischen Gärten. Aktennummer: E-1-85-149-2.

Stadtbefestigung (Amalienstraße A 7; Ottheinrichplatz A 119; Schlagbrückchen C 7) Stadtbefestigung, Bering der Altstadt Neuburg, nach 1392 und später (15. Jahrhundert), noch weitgehend unverbaut erhaltener Befestigungsring um die Altstadt mit vorgelagerten Terrassen, Bastionen und Zwinger; West- und Südfront: weitgehend vollständig erhalten, Grabenanlage mit Wallaufschüttung, äußerer Stadtmauerzug mit Stützpfeilern, obere Stadtmauer mit Schalentürmen und mehreren Bastionen, Ausbildung eines Zwingers, Innere Stadtmauer mit ehemaliger Fronfeste (Bereich Gerichtsgasse A 109), Umgestaltung zum Hofgarten unter Herzogin Anna Amalia 1795/1800; Nordfront: in Teilstücken erhalten, mit vorgelagerten Terrassen bis zum Donauufer, teilweise mit Wehrgang; Ostfront: durch neuen Zugang zur Oberstadt 1868 teilweise abgetragen, entlang der Luitpoldstraße restliche Mauern; Sogenannter Hexenturm, siehe Amalienstraße A 36; Sogenannter Hugenottenbau (Teil der inneren Barbakane zwischen innerem und äußerem Oberen Tor), siehe Amalienstraße A 37; Sogenanntes Unteres Stadttor, siehe Residenzstraße A 2; Sogenanntes Oberes Tor, siehe Amalienstraße A 32; Sogenannte Burgwehr, siehe Hofgartenstraße A 119. Aktennummer: D-1-85-149-270.

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Siehe auch Liste der Bodendenkmäler in Neuburg an der Donau

Anmerkungen

Literatur

Weblinks

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