Als Wunder von BraunschweigMaëlle Boudet: « Un donateur anonyme a distribué 190 000 euros en Allemagne ». In: Planet.fr, 27. Februar 2012: …Ce que l’on appelle désormais le „miracle de Brunswick“ a débuté en novembre dernier … (…Das, was man seither als „Wunder von Braunschweig“ bezeichnet, hat letzten November begonnen …), vom 27. Februar 2012. wird eine Serie zahlreicher anonymer Bargeld-Spenden in Braunschweig an soziale und karitative Einrichtungen sowie unverschuldet in Not geratene Einzelpersonen bezeichnet, die im November 2011 begann.Katrin Bölstler: Schon wieder anonyme Spende gefunden. In: Braunschweiger Zeitung, 2. Februar 2012.

Ablauf Es wird vermutet, dass Auslöser für die Spenden, die sich im Januar 2014 auf über 260.000 Euro beliefen,Anonymer Wohltäter. Das Wunder von Braunschweig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Juni 2013. verschiedene Artikel der Braunschweiger Zeitung waren, da den meisten Geldbeträgen, die sich jeweils in einem weißen Briefumschlag befanden, aktuelle Zeitungsausschnitte beilagen, in denen die Situation der Spendenempfänger dargestellt wurde.Henning Noske, Katrin Bölstler: Der anonyme Spender meldet sich zurück. In: Braunschweiger Zeitung, 17. Mai 2012. Die Spenden, meist jeweils 10.000 Euro in 500-Euro-Scheinen, gingen bei der Stiftung OpferhilfeBettina Thoenes: Briefumschlag mit 10 000 Euro – anonyme Spende für Opferhilfe. In: Braunschweiger Zeitung, 19. Dezember 2011., der Braunschweiger Verkehrswacht, dem Naturhistorischen Museum, mehreren Kindertagesstätten, verschiedenen Kirchengemeinden, einer SuppenkücheBeate Hornack: 10.000-Euro-Spende für die Suppenküche im Heidberg. In: Braunschweiger Zeitung, 7. Februar 2012., den Braunschweiger SternsingernAndre Dolle: Unbekannte spenden 20.000 Euro. In: Braunschweiger Zeitung, 1. Februar 2012., der Braunschweiger TafelBettina Habermann, Henning Noske: Neue Spenden tauchen auf – Das Märchen geht weiter. In: Braunschweiger Zeitung, 10. Februar 2012. und dem Hospiz ein.Bettina Habermann: 10.000 Euro lagen unter Fußmatte am Hospiz. In: Braunschweiger Zeitung, 24. Februar 2012. Auch Einzelpersonen wurden bedacht, so beispielsweise eine alte Frau, die Opfer von Trickdieben geworden war, und ein Junge, der seit einem Schwimmunfall schwerbehindert ist. Am 17. Mai 2012 wurde bekannt, dass Grundschülern der britischen Partnerstadt Bath mit einer Spende von 5000 Euro ein Besuch in Braunschweig ermöglicht werden sollte. Zum Weihnachtsfest 2012 erhielt die Braunschweiger Stadtverwaltung einen Umschlag mit 50.000 Euro und einer Liste mit Vorschlägen, welchen Institutionen der Betrag zugutekommen sollte.Der anonyme Spender – In Braunschweig gibt es einen neuen Robin Hood. In: Parkbank-Zeitung.de, 16. Februar 2012. Am 2. Januar 2013 wurden 4000 Euro für die deutsche Kirchenschule in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gespendet,Henning Noske: Neue anonyme Spende – „Das Jahr fängt richtig gut an!“ In: Braunschweiger Zeitung, 2. Januar 2013 und am 30. Januar wurde das Gewaltpräventionsprojekt an der Grund- und Hauptschule Sophienstraße mit 2600 Euro bedacht.Bettina Habermann: Das Wunder von Braunschweig – die nächste Spende ist da. In: Braunschweiger Zeitung, 30. Januar 2013. Im März und MaiRentnerin spendete ein zweites Mal. In: Braunschweiger Zeitung, 2. Mai 2013. 2013 spendete eine ältere Dame zusammen 30.000 Euro für das Hospiz in Braunschweig. Die Dame gab das Geld persönlich ab, wollte aber ihren Namen auch auf Nachfrage nicht nennen.Alte Dame spendete 20.000 Euro fürs Hospiz. In: Braunschweiger Zeitung, 21. März 2013. Mitte 2013 erhielt die Braunschweiger Bürgerstiftung eine anonyme Spende, da ihr Bürgerbrunch wegen schlechten Wetters nicht kostendeckend ausgerichtet werden konnte,Birgit Leute: Spende kam per Post. Anonymer Wohltäter half der Bürgerstiftung mit 1000 Euro. (PDF; 14,0 MB) In: Neue Braunschweiger (Online), 9. Juni 2013, S. 7. und dem Naturhistorischen Museum wurde mit 1000 Euro über Finanzierungsengpässe hinweggeholfen.Bettina Habermann: Anonymer Spender gibt 1000 Euro. Im Naturhistorischen Museum herrscht Freude. In: Braunschweiger Zeitung, 1. Juli 2013. Auch im nur wenige Kilometer entfernten Wolfenbüttel wurde anonym für den Erhalt einer Kirchenorgel gespendet.Karl-Ernst Hueske: Anonymer Spender gab 1000 Euro für das Orgelputzen. In: Braunschweiger Zeitung, 21. Mai 2013. Kurz vor Weihnachten 2013 spendete erneut eine ältere Dame 10.000 Euro an ein Braunschweiger Hospiz, die jedoch anonym bleiben wollte.Bettina Jordan: Rentnerin spendete Hospiz 10000 Euro. In Braunschweiger Zeitung, 17. Dezember 2013. Im Oktober 2024 erhielt das Tierheim Braunschweig eine Spende über 10.000 Euro.

Fraglich ist, ob es sich dabei immer um eine Person handelte oder ob sich eine besondere Spendenkultur etabliert hatte.1000 Euro für Naturhistorisches Museum. In Braunschweig schlägt wieder ein anonymer Spender zu. In: Kreiszeitung Syke, 2. Juli 2013. Im November 2015 setzte sich diese Serie von anonymen Spenden fort, als die katholische Kindertagesstätte St. Marien eine Spende in Höhe von 4000 Euro erhielt.http://regionalbraunschweig.de/barmherziger-geldsegen-unbekannter-hinterlaesst-briefumschlag/ Im Jahr 2019 erhielt ein Braunschweiger Hospiz eine Spende in Höhe von 100.000 Euro.https://rp-online.de/panorama/deutschland/braunschweig-anonymer-spender-schenkt-hospiz-in-100000-euro-in-bar_aid-44812669

Aufregung um unverdiente Spende Am 14. Februar 2013 erhielt ein 27-Jähriger 5000 Euro, der nach eigenen Angaben Zivilcourage gezeigt hatte und dabei selbst zum Opfer geworden sei. Dem Umschlag mit dem Geld lag ein entsprechender Artikel der Braunschweiger Zeitung bei. Auf den Umschlag hatte der Spender „Danke“ geschrieben.Bettina Thoenes: Unbekannter spendet 5000 Euro für Florian Dressel. In: Braunschweiger Zeitung, 14. Februar 2013 Im weiteren Verfahren stellte es sich jedoch so dar, dass es sich bei dem Empfänger der Spende in Wirklichkeit mit großer Wahrscheinlichkeit um den eigentlichen Täter handelte, der sich seine Verletzungen bei einem selbstverschuldeten Sturz zugezogen hatte, während er seine Opfer verfolgt hatte. Die Ermittlungen gegen die zunächst von ihm beschuldigten Jugendlichen wurden eingestellt. Vielmehr erhielt der 27-Jährige nun selbst einen Strafbefehl des Amtsgerichts Braunschweig, den er auch akzeptierte, so dass das Geschehen nicht noch einmal im Rahmen einer Gerichtsverhandlung aufbereitet wurde.Jörg Fiene: "Helfer vom Bohlweg" doch nicht vor Gericht In: Braunschweiger Zeitung, 18. August 2013

Mediale Aufmerksamkeit Neben der kontinuierlichen Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung nahmen sich weitere, auch überregionale Medien wie beispielsweise das Hamburger AbendblattHanna-Lotte Mikuteit: Guter Geist von Braunschweig spendete schon 180.000 Euro. In: Hamburger Abendblatt, 18. Februar 2012., Spiegel OnlineNora Gantenbrink: Das Wunder von Braunschweig. In: Spiegel Online, 17. Februar 2012. die tazLina Sulzbacher: Anonymer Samariter. In: die tageszeitung, 1. März 2012. oder der SternEine Stadt im Glück. In: Stern, 4. April 2013, S. 60–66. und internationale In: Kleine Zeitung (Österreich) vom 27. Februar 2012, « Allemagne: 190.000 euros distribués anonymement dans des enveloppes ». In: Le Point (Frankreich) vom 26. Februar 2012, Miracle de Brunswick. 190‘000 euros distribués anonyment. In: 20 minutes (Schweiz) vom 26. Februar 2012, Cash Left under Doormat at German Hospice Part of Anonymous Spree. In: Herald Sun (Australien) vom 27. Februar 2012, The German Who Does a Lot of Good Work for Charity (But Doesn’t Like to Talk about it). In: The Independent (Vereinigtes Königreich) vom 1. März 2012, Tony Paterson: Mystery Envelopes Bring Cash Bonanza to Needy. In: The New Zealand Herald (Neuseeland) vom 2. März 2012, Tajemný dobrodinec v Německu rozdává obálky nadité penězi. In: Týden.cz (Tschechien) vom 2. März 2012, Matthew Day: Generous but Mysterious German Baffles Town with €190k in Donations on Doormats. In: Irish Independent (Irland) vom 2. März 2012, German ‘Robin Hood’: Town Has Mystery Benefactor. In: The Huffington Post (USA) vom 3. März 2012. Medien des Themas an. Auch Rundfunk-Frank Ihben: In: NDR 1 Niedersachsen, 2. Februar 2012. und Fernsehsender berichteten darüber, so beispielsweise RTL, Das Erste und das ZDF. Nachdem der 11-jährige Pablo im argentinischen Fernsehen einen Bericht über die Braunschweiger Spenden gesehen hatte, wandte er sich online an die Braunschweiger Zeitung, um auf die existenzielle Not seiner Familie und den drohenden Wohnungsverlust aufmerksam zu machen. Darüber wurde in der Zeitung berichtet, woraufhin eine unbekannte Person eine Spende von 2000 Euro für Pablos Familie übermittelte.Katrin Bölstler, Bettina Thoenes: Braunschweiger Spende macht Pablo glücklich. In: Braunschweiger Zeitung, 23. März 2012. Das Spendenwunder wurde vom österreichischen Bestsellerautor Daniel Glattauer in seinem Roman Geschenkt (2014) verarbeitet. Basierend auf Glattauers Erzählung inszenierte Daniel Prochaska 2018 die ORF-Stadtkomödie Geschenkt.

Weblinks Henning Noske: Kommentar: Wie im Märchen. In: Braunschweiger Zeitung vom 7. Februar 2012. Bettina Habermann: 10.000 Euro lagen unter Fußmatte am Hospiz. In: Braunschweiger Zeitung vom 24. Februar 2012. Katja Dartsch: Braunschweiger Spendenwunder begeistert Welt. In: Braunschweiger Zeitung vom 9. März 2012. Hayley Platt: Mystery Donor Keeps German Town Guessing. Video bei Reuters (Vereinigtes Königreich) vom 9. März 2012.

Einzelnachweise

Wunder von Braunschweig Kategorie:Braunschweigische Geschichte Kategorie:Anonymität Kategorie:Ereignis (21. Jahrhundert) Kategorie:2010er