Raum () ist ein Roman der irisch-kanadischen Schriftstellerin Emma Donoghue aus dem Jahr 2010.
Inhalt Die Geschichte wird aus der Sicht und in der Sprache des fünfjährigen Jack erzählt, der mit seiner Mutter in einem 16 Quadratmeter großen Raum lebt und diesen noch nie verlassen hat. Der Roman gliedert sich in zwei Handlungsabschnitte:
Die Zeit im Raum. Für Jack ist die Außenwelt nicht real. Er und seine Mutter besitzen zwar in ihrem Raum einen Fernseher, sie erzählt ihm aber, dies sei alles nicht echt, sondern Phantasie. So werden für Jack die wenigen Einrichtungsgegenstände – etwa Lampen oder Bücher – zu Ersatzfreunden, mit denen er seine Gedanken teilt, und er baut zu seiner Mutter als einziger Kontaktperson ein sehr inniges Verhältnis auf. Später erfährt der Leser, dass Jacks Mutter vor vielen Jahren von einem Mann – der von Jack nur „Old Nick“ genannt wird (in der englischen Sprache eine Bezeichnung für den Teufel) – entführt wurde und von nun an eingesperrt und regelmäßig vergewaltigt wird. Er selbst wurde in dieser Gefangenschaft gezeugt und geboren. Frühere Fluchtversuche seiner Mutter waren immer wieder gescheitert und nach Jacks Geburt nicht mehr möglich. Da er nun aber alt genug ist, wagen beide einen erneuten Fluchtversuch, der dank einer List auch gelingt. Old Nick wird kurze Zeit später verhaftet und verschwindet somit aus Jacks Gedankenwelt.
Die Zeit in Freiheit. Für Jack öffnet sich eine völlig neue Welt. Ängstlich erkundet er sie, obwohl er sie noch vor wenigen Wochen für irreal hielt. Zum ersten Mal trifft er andere Menschen, lebt nicht in Mangel und auf begrenztem Raum. Er schildert aus seiner kindlichen Sicht die Umstände der neuen Umgebung. Dabei wird er mit den unterschiedlichsten Situationen konfrontiert, etwa mit dem Aufenthalt in einem psychiatrischen Krankenhaus, polizeilichen Befragungen, dem Medienrummel um seine Person, einem Suizidversuch seiner Mutter und schließlich dem neuen Leben in einer betreuten Wohngemeinschaft. Es fällt ihm allerdings schwer, von seinem alten Leben loszulassen, und er schildert oft Momente, in denen er das Leben im Raum dem der Freiheit vorziehen würde.
Der Roman endet damit, dass Jack Abschied von seinem Raum nimmt.
Hintergrund Der Roman ist an den Kriminalfall von Josef Fritzl angelehnt, der seine Tochter rund 24 Jahre lang in einer Kellerwohnung gefangen hielt, sie vergewaltigte, Kinder mit ihr zeugte und diese ebenfalls unterirdisch gefangen hielt.
Rezensionen
Auszeichnungen 2010: Irish Book Award (bester Roman) 2010: Rogers Writers’ Trust Fiction Prize (bester kanadischer Roman des Jahres)
Verfilmung
2015 wurde der Roman von Regisseur Lenny Abrahamson verfilmt. Die Romanautorin Donoghue schrieb auch das Drehbuch für den Film. Die Hauptrollen übernahmen Brie Larson, Joan Allen, William H. Macy und Jacob Tremblay. Der Film feierte seine Premiere beim Telluride Film Festival 2015Telluride Film Review: ‘Room’ bei variety.com, abgerufen am 10. September 2015. und wurde im selben Jahr auf dem 40. Toronto International Film Festival mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Ausgaben Emma Donoghue: Room: A Novel. Verlag Little, Brown and Company (2010). ISBN 978-0-316-09833-5 (englisch) Emma Donoghue; Armin Gontermann (Übersetzer): Raum: Roman. Piper Verlag (2011). ISBN 978-3-492-05466-9 (deutsch)
Weblinks Rezensionen bei Perlentaucher „Raum“ auf der Homepage des Piper-Verlages
Einzelnachweise
Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Emma Donoghue