Georg Gütlich (* 12. November 1903 in Frankfurt am Main; † 26. Juni 1981 in Tegernsee) war ein deutscher Schauspieler, Opernsänger, Kabarettist und Synchronsprecher.

Leben und Wirken Der Sohn des Kaufmanns Jakob Gütlich und seiner Frau Therese Christine, geb. Kissel,Institut für Stadtgeschichte (Frankfurt am Main), Geburtsregister Standesamt Frankfurt am Main, Nr. 5947/1903. besuchte zunächst die Oberrealschule bis zur Obersekundareife und dann eine Handelsschule. Anschließend erhielt er an der Schauspielschule seiner Heimatstadt Frankfurt bei Carl Beines, Richard Weichert und Clemens Krauss seine künstlerische Ausbildung und wirkte dann als Schauspieler, Sänger (Heldenbariton) und Regisseur an verschiedenen Bühnen.Bundesarchiv, Akten der Reichstheaterkammer, Personalakte Georg Gütlich, R 9361-V/51591 (vgl. Eintrag im Archivportal-D). Lange Zeit spielte er in Berlin, so an der Komödie, an der Tribüne und am Theater am Kurfürstendamm, wo er unter anderem den „Affriduro“ in Ferdinand Raimunds Die gefesselte Phantasie und den Gärtner in Eugene O’Neills Trauer muss Elektra tragen verkörperte. Gütlich spielte unter namhaften Regisseuren wie Oscar Fritz Schuh, Harald Benesch, Walther Suessenguth und Rudolf Steinboeck.

Daneben trat er in verschiedenen Programmen von Günter Neumanns Kabarettsendung Die Insulaner auf, etwa 1951 im zehnjährigen Rückblick Der Insulaner verliert die Ruhe nicht!.

In den 1950er und 1960er Jahren war Gütlich auch regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Im Kino verkörperte er Wilhelm Keitel in Falk Harnacks Drama Der 20. Juli und den alten König in Herbert B. Fredersdorfs König Drosselbart. Zu seinen weiteren Filmen zählen Werner Klinglers Thriller Banktresor 713, Géza von Bolvárys Kompilationsfilm Das gab’s nur einmal, Josef von Bákys Kriminaldrama Gestehen Sie, Dr. Corda! mit Hardy Krüger in der Titelrolle, Helmut Käutners Kriegssatire Die Gans von Sedan sowie die Heinz-Rühmann-Filme Der eiserne Gustav und Das Haus in Montevideo.

Außerdem arbeitete Gütlich umfangreich als Sprecher für Hörspiel, Abfragedatum: 2. März 2012. und Filmsynchronisation. Als Synchronsprecher lieh er seine Stimme unter anderem Leon Ames in Die Letzten von Fort Gamble, Brian Donlevy in Cowboy, James Robertson Justice in Dämon Uran und Hayden Rorke in Zu jung.

Georg Gütlich war ab 1944 mit Helga Barthel verheiratet. Zuletzt in Rottach-Egern wohnhaft, starb er 1981 im Kreiskrankenhaus Tegernsee.Stadtarchiv Tegernsee, Sterberegister Standesamt Tegernsee, Nr. 115/1981.

Filmografie 1954: König Drosselbart 1955: Der 20. Juli 1957: Banktresor 713 1958: Das gab’s nur einmal 1958: Gestehen Sie, Dr. Corda! 1958: Der Greifer 1958: Der eiserne Gustav 1959: Die Gans von Sedan 1963: Das Haus in Montevideo 1966: Leben wie die Fürsten (Fernsehfilm)

Hörspiele (Auswahl) 1949: Der Kampf mit dem Himmel; Regie: Hanns Korngiebel, mit Alice Decarli, Wilhelm Borchert, RIAS 1949: Am hellichten Tag; Regie: Hanns Korngiebel, mit Hilde Volk, Georg Thomalla, RIAS 1949: XYZ; Regie: Hanns Korngiebel, mit Georg Thomalla, Hilde Volk, RIAS 1949: Das träumende Mädchen; Regie: Hanns Korngiebel, mit Hilde Volk, Erna Sellmer, RIAS 1949: Der Mond ging unter; Regie: Hanns Korngiebel, mit Hans Wiegner, Kurt Fischer-Fehling, RIAS 1950: Geschiedene Leute; Regie: Hanns Korngiebel, mit Georg Thomalla, Hilde Volk, RIAS 1951: Salto mortale (Theatermitschnitt); Regie: Ernst Schröder, mit Hans Nielsen, Tatjana Sais, RIAS 1952: Apoll an der Seine; Regie: Fritz Schröder-Jahn, mit Walter Bluhm, Gisela Trowe, NWDR 1953: Sir Michaels Abenteuer; Regie: Ludwig Cremer, mit Agnes Windeck, Herbert Wilk, RIAS 1953: Bei Kerzenlicht (Theatermitschnitt); Regie: Rolf Kutschera, mit Friedrich Luft, Oskar Karlweis, RIAS 1953: Minister der neuen Methode; Regie: Erik Ode, mit Carl Raddatz, Agi Haensel, RIAS 1953: Wir waren drei; Regie: Hanns Korngiebel, mit Gisela von Collande, Hans Söhnker, RIAS 1954: Zu den Akten; Regie: Curt Goetz-Pflug, mit Eva-Ingeborg Scholz, Klaus Miedel, NWDR 1954: Abendschatten; Regie: Peter Thomas, mit Lucie Höflich, Aenne Bruck, RIAS 1956: Stresemann; Regie: Ludwig Berger, mit Ernst Schröder, Maria Wimmer, SFB 1956: Keine Angst, sie kriegen sich (Theatermitschnitt); Regie: Leonard Steckel, mit Hans Putz, Brigitte Grothum, RIAS 1956: Küss mich, Kätchen! (Theatermitschnitt); Regie: Leonard Steckel, mit Wolfgang Preiss, Hannelore Schroth, RIAS 1958: Thierry: Pension Spreewitz (Ein Betrüger wohnt in der Pension, Folge 18, Erstsendung 9. August 1958); Regie: Ivo Veit, RIAS 1959: Der Fall Dr. Sorge; Regie: Rolf von Goth, mit Martin Held, Helmuth Rudolph, SFB

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 236.

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Einzelnachweise

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