mini|hochkant|Lutherkirche Westportal Die Lutherkirche ist ein evangelisch-lutherisches Gotteshaus in Rudolstadt in Thüringen. Die Kirche wurde 1906 nach Entwurf des Architekten Theodor Quentin erbaut und steht unter Denkmalschutz.
Sie wurde als dezidiert „lutherische“ Gottesdienststätte konzipiert. Architektonisch stehen sich die Elemente der Verkündigung gegenüber, so ergänzen Kirchenmusik (Kultur) und Predigt sowie Sakrament (Kult) einander.
Geschichte und Architektur Der Grundstein zur Lutherkirche wurde am 10. Oktober 1904 gelegt, am 10. November 1906 wurde die Kirche unter Beteiligung des Fürstenhauses als Nachfolger der alten Garnisonkirche eingeweiht. Sie ist im neugotischen Stil errichtet und spiegelt die Aufbruchstimmung in einem neu entstehenden, bürgerlichen Stadtteil der Residenz um die Jahrhundertwende wider. Alle Architekturteile als Maßwerke sind in rotem Sandstein ausgeführt, alle glatten Mauerflächen in grauem, einheimischem Sandstein. Wie aus einem Ankersteinbaukasten zusammengebaut erscheint die Kirche.
Hoch interessant ist die einheitliche Ausstattung und deren theologische Konzeption. Wesentlicher Bestandteil sind die drei Altarraum-Glasfenster mit der Heilsgeschichte sowie die sich an den Seiten gegenüberliegenden Musiker- und Theologenfenster. Sie setzen biblische und theologie- und frömmigkeitsgeschichtliche Schwerpunkte, die neben einer lutherischen Sichtweise auch ein Spiegelbild der damaligen zeitgeschichtlichen Denkweise sind.Lutherkirche Rudolstadt, auf ekmd.de
Stifterfenster Das „lutherische“ Konzept findet auch Ausdruck in den Stifterfenster-Paaren. In einem Fensterpaar stehen sich die Geschichte der Theologie mit Luther, deshalb „Lutherfenster“, Augustinus, Zinzendorf als universale theologisch-geistliche Väter, den lokalen Verteidigern des reformatorischen Glaubens Heinrich XXII. und Katharina die Heldenmütige, beide Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt, sowie den zeitgenössischen Stiftern Familie Mohr, Rudolstadt, gegenüber.
Die Geschichte der Kirchenmusik („Dichtkunst und Musik“) findet ihre zentrale Darstellung im Harfenspieler David, dem Dichter Paul Gerhardt und dem Komponisten Johann Sebastian Bach, die von zwei Liederdichterinnen aus Schwarzburg-Rudolstadt, z. B. Aemilie-Juliane eingerahmt werden.
Bestimmt werden die Stifterfenster von den drei „heilsgeschichtlichen“ Fenstern Weihnachten, Kreuztragung und Auferstehung, sowie Pfingsten im Chorraum.
Orgel mini|Steinmeyer-Orgel Die Orgel mit zwei Manualen, Pedal und 27 Registern wurde im Jahr 1906 fertiggestellt, geschaffen von G. F. Steinmeyer & Co. aus Oettingen. Restaurierung: im Jahr 1998 von Rösel & Hercher und Jean-Paul Edouard, Frankreich, IntonationSteinmeyer-Orgel Rudolstadt, auf kirchenkreis-rudolstadt-saalfeld.de
Disposition: I Hauptwerk C–g3 Bourdon 16′ Prinzipal 8′ Konzertflöte 8′ Viola di Gamba 8′ Gedeckt 8′ Octave 4′ Rohrflöte 4′ Octave 2′ Cornett 3fach ′ Mixtur 2-3fach ′ Trompete 8′ II Schwellwerk C–g3 Stillgedeckt 16′ Prinzipal 8′ Lieblich Gedackt 8′ Gemshorn 8′ Vox coelestis 8′ Geigenprinzipal 4′ Traversflöte 4′ Waldflöte 2′ Rauschquinte 2fach ′ Fagott-Trompete 8′ Pedal C–f1 Subbaß 16′ Bourdonbaß 16′ Octavbaß 8′ Violoncello 8′ Choralbaß 4′ Posaune 16′
Koppeln: II/I, II/P, I/P Superoktavkoppel II Superoktavkoppel II/I freie Kombination, 2. freie Kombination, Auslöser Feste Kombinationen: pp, p, mf, f, ff, Tutti Walze ab, Auslöser, Handregister ab, Piano Pedal, Walze, Schweller für II. ManualDie Orgel (PDF), auf kirchenkreis-rudolstadt-saalfeld.de
Weblinks
Kirchenmusik Rudolstadt Orgel: Hörprobe mit Kreiskantor Frank Bettenhausen: Lutherkirche Rudolstadt, Bachs Geburtstag am 21.03.21, KMD Frank Bettenhausen, Steinmeyer-Orgel, auf youtube.de
Einzelnachweise
Rudolstadt Rudolstadt Luther Kategorie:Kirchengebäude in Rudolstadt Rudolstadt Kategorie:Erbaut 1906 Rudolstadt Kategorie:Kulturdenkmal in Rudolstadt Kategorie:Disposition einer Orgel