Das 2. Jäger-Bataillon Nr. 13 war ein Verband der Sächsischen Armee, der am 13. August 1809 durch den sächsischen König Friedrich August I. als Jägerkorps gestiftet, vier Jahre später in ein Bataillon umgewandelt wurde und bis 1919 existierte.
Organisation Unterstellung 1810 Brigade leichte Infanterie 1. Infanterie-Regiment 2. Infanterie-Regiment Jägerkorps
1813–1821 III. Deutsches Armeekorps Brigade Leichte Infanterie alle drei sächsischen Jägerbataillone
1821–1853 IX. Bundesarmeekorps Brigade Leichte Infanterie alle drei Schützenbataillone
1853–1866 IX. Bundesarmeekorps Jägerbrigade alle vier Jägerbataillone
1866 1. Division 2. Infanterie-Brigade 2. Jäger-Bataillon Nr. 12 3. Infanterie-Brigade 3. Jäger-Bataillon Nr. 13
1867 II. Infanterie-Division 4. Infanterie-Brigade Schützen-Regiment (I., II., III. Bataillon) 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 2. Jäger-Bataillon Nr. 13
1870 XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 2. Division Nr. 24 4. Infanterie-Brigade Nr. 48 7. Infanterie-Regiment „Prinz Georg“ Nr. 106 8. Infanterie-Regiment Nr. 107 Jäger-Bataillon Nr. 13
1887 XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 3. Division Nr. 32 6. Infanterie-Brigade Nr. 64 Schützen-Regiment Nr. 108 1. Jäger-Bataillon Nr. 12 2. Jäger-Bataillon Nr. 13
Friedensgliederung 1914 XII. (I. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 3. Division Nr. 32 6. Infanterie-Brigade Nr. 64
1. Oktober 1914 XIX. (II. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 2. Infanterie-Division Nr. 24 3. Infanterie-Brigade Nr. 47
4. März 1915 XIX. (II. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 28. Infanterie-Division 56. Infanterie-Brigade Füsilier-Regiment „Fürst Karl-Anton von Hohenzollern“ (Hohenzollernsches) Nr. 40
5. Mai 1915 XIV. Armee-Korps 28. Infanterie-Division 56. Infanterie-Brigade Infanterie-Regiment „Markgraf Ludwig Wilhelm“ (3. Badisches) Nr. 111
1. Juni 1915 XIX. (II. Königlich Sächsisches) Armee-Korps 2. Infanterie-Division Nr. 24 47. Infanterie-Brigade (3. Königlich Sächsische)
Unterstellung bei verschiedenen Infanterieregimentern im Frühjahr und Sommer 1916 (10. Infanterie-Regiment Nr. 134, 11. Infanterie-Regiment Nr. 139 und 5. Infanterie-Regiment „Kronprinz“ Nr. 104)
1. August 1916 197. Infanterie-Division Jäger-Regiment Nr. 7 (Neu errichtetes Regiment. Damit ist nicht das Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 7 gemeint.)
14. Oktober 1918 241. Infanterie-Division (11. Königlich Sächsische) Jäger-Regiment Nr. 7
10. November 1918 192. Infanterie-Division (8. Königlich Sächsische) Jäger-Regiment Nr. 7
Gliederung und Stärke 1810 Bei Gründung des Jägerkorps betrug dessen Gesamtstärke 3 Offiziere, 122 Oberjäger (Unteroffiziere) und Jäger (Mannschaften).
1813 Der Etat betrug jetzt 20 Offiziere und 602 Mannschaften, aufgeteilt in 4 Fußkompanien.
1866/67 Mit der Umstrukturierung der sächsischen Armee wurde das Bataillon auf insgesamt 1.000 Mann aufgestockt, weiterhin mit 4 Fußkompanien.
1914 Das Bataillon bestand bei Kriegsbeginn aus vier Fußkompanien, einer MG- sowie einer Radfahr-Kompanie und hatte eine Stärke von 33 Offizieren, 1.272 Oberjägern und Jägern.
Im Verlauf des Ersten Weltkriegs wurde das Bataillon um eine zweite Radfahrkompanie (29. August 1914 bis 15. Juni 1916) sowie eine zweite MG-Kompanie (4. Dezember 1916 bis Ende des Krieges) erweitert.
Abgänge und Abgaben
1815 Während der Okkupation von Frankreich wurden alle „Nichtsachsen“ an preußische Regimenter überstellt. Die Abgänge betrugen bei den Mannschaften über 50 %. Diese Abgänge wurden mit Einheiten aus der Heimat ersetzt.
1867 Abgabe der 1. Kompanie zur Bildung des I. Bataillons des Schützen-Regiments 108. Das I. Bataillon des Regiments wurde aus je einer Kompanie der vier Jägerbataillone gebildet. Welche Kompanie das Bataillon verlassen musste, entschied das Los.
1887 Die 4. Kompanie einschließlich aller Offiziere und Oberjäger sowie drei Offiziere der anderen Kompanien wurden an das 3. Jäger-Bataillon Nr. 15 abgegeben.
Bewaffnung, Ausrüstung usw. Bewaffnung Bei der Gründung des Jägerkorps brachte jeder Jäger eine Büchse, Hirschfänger und den „Büchsenranzen“ (andere Bezeichnung für Tornister) selbst mit. Auf Kosten der königlichen Kasse bekamen die Jäger eiserne Ladestöcke und „Büchsenstrümpfe“ aus Capottuch mit Leinenfutter, gegen die Witterung. mini|Zündnadelgewehr 1820 wurden die Jägerbataillone mit gezogenen Büchsen ausgestattet, um die Treffsicherheit der Truppe zu erhöhen. Ab 1836 wurden die Schützenbataillone mit Perkussionsgewehren und der Perkussions-Jägerbüchse ausgestattet. Mit der Eingliederung in die Armee des Norddeutschen Bundes wurde das Zündnadel-Füsiliergewehr in der Sächsischen Armee eingeführt. Ab 1871 wurde in das Gewehr 71 in der preußischen und sächsischen Armee als Standardbewaffnung der Infanterie benutzt und ab 1886 bis 1890 das Modell 71/84 der Firma Mauser als erster Mehrlader. Von 1890 bis 1902 wurde das Modell Gewehr 88 und dann das Gewehr 98 genutzt. Später auch die Weiterentwicklung 98a. Die Soldaten der Jäger- und Schützenbataillone waren mit einem Hirschfänger als Seitenwehr ausgerüstet. Die Offiziere trugen von Beginn an einen Offizierssäbel; ab 1867 den sächsischen Kavallerie-Säbel 67, der dem preußischen Säbel 52 entsprach. Als Kurzwaffen dienten Revolver M 79 und Revolver M 83. mini|Das MG 08 Die Jägerbataillone waren die ersten Verbände die MG-Trupps aufstellten und mit dem Maschinengewehr MG 08 oder MG 08/15 ausgestattet waren.
Uniform Um 1900: grünes Tuch, schwarze sächsische Ärmelaufschläge mit rotem Vorstoß, Schulterstücke schwarzes Tuch mit roten Ziffern und rotem Horn, Tschako mit silbernem Stern und gelbem Wappen. mini|Gruppenfoto einer Inspektion des K.S. Jägerbataillons Nr. 13 in Dresden 1917 Ab 1917 wurde im Feld der Tschako gegen den Stahlhelm ausgetauscht. Der Tschako wurde nur noch in Reserve und beim Exerzieren getragen.
Wappentier Das Wappentier des Jägerbataillons war ein Hirschschädel mit kapitalem Geweih. Dieses Symbol sollte die Ursprünge des Bataillons repräsentieren. Dieses Wappentier trugen alle sächsischen Jägerbataillone (auch die Reservetruppen im Ersten Weltkrieg). Außerdem trug jedes Bataillon das Jagdhorn mit der Bataillonsnummer im Stempel und auf der Schulterklappe.
Fahne Trotz mehrfacher Bitten der Kommandeure des Bataillons wurde keine Fahne vom König gestiftet.
Geschichte der Jägertruppe Gründung und Namensgebung Jägerkorps 1809–1813 Nachdem der sächsische König dem Kaiser Napoleon im Sommer 1809 17.000 Soldaten als Tribut seiner Gefolgschaft stellen musste, war das Land fast entmilitarisiert. Nur noch 1300 Soldaten hatte Oberst Thielmann zur Bewachung der Grenzen zur Verfügung. Daraufhin erließ der König Friedrich August I. einen Erlass, woraufhin sich alle gelernten Förster des Königreiches bei Oberst Thielmann zu versammeln haben, um ein neues Jägerkorps zu gründen. Am 13. August 1809 wurde das Sächsische Jägerkorps in Dresden gegründet. Es bestand aus drei Offizieren, 122 Oberjägern und Jägern. Der erste Kommandant wurde Major von Carlowitz.
In den ersten Jahren der „Schwarzen Brigade“ wurden weiterhin Dienste im Rahmen der Forst und Jagd ausgeübt. Auch der Forstschutz und die Bekämpfung der Wilderei war ein Bestandteil der Aufgaben des Korps. Die weitere Anwerbung von Soldaten für das Korps erfolgte innerhalb der Jäger und Förster auch in angrenzenden Fürstentümern.von Einsiedel: Das 2. Königl. Sächsische Jägerbataillon Nr. 13 von 1809–1909. 1. Kapitel: Gründung des Jägerkorps.
Jägerbataillon 1813–1821 Das Jägerkorps wurde in ein Bataillon umgewandelt. Zur Verstärkung wurden die besten Schützen aus der Infanterie herangeholt, außerdem wurde das Bataillon durch ein Preußisches Freikorps verstärkt. Der Etat betrug jetzt 20 Offiziere und 602 Mannschaften. Damit war das Bataillon ein Teil der regulären Truppen des Königs von Sachsen.
3. Schützen-Bataillon 1821–1853 Auf Bundesbeschluss von 1818 sollte Sachsens Heer mit Kurhessen und Nassau das 9. Bundesarmeekorps bilden.
Die Umgestaltung der Sächsischen Armee erfolgte 1821. Das Jägerbataillon musste einen Teil seiner Mannschaften und Offiziere an die anderen beiden Schützenbataillone (1. Schützenbataillon, später Füsilierregiment Nr. 108, und 2. Schützenbataillon, später 1. Jäger-Bataillon Nr. 12), abgeben. Das Jägerbataillon wurde in 3. Schützenbataillon umbenannt.
Die Jäger wurden innerhalb der anderen Schützenbataillone als Scharfschützen und Vorposten genutzt. Die Mannschaften hießen nicht Schützen, sondern weiterhin Jäger.
3. Jäger-Bataillon 1853–1867 Im Jahre 1853 wurde eine Jägerbrigade mit vier Bataillonen gegründet.
2. Jäger-Bataillon Nr. 13 1867–1919 Nachdem Sachsen im Deutschen Krieg gegen Preußen verlor und die Sächsische Armee in die Armee des Norddeutschen Bundes eingegliedert wurde, erhielt das Jägerbataillon die laufende Nr. 13. Es war damit das 13. Jägerbataillon im deutschen Heer zur Zeit des Kaiserreichs.
Garnison In Sachsen war es üblich, dass die Einheiten oft ihre Garnison wechselten. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurden feste Garnisonsstädte bestimmt. mini|Jägerkaserne am Ufer der Elbe im Dresdner Stadtteil Johannstadt
Garnisonsort JahrDohna bei Pirna 1809–1810Eckartsberga 1810–1813Torgau 1813–1819Wurzen 1819–66Dresden 1824–1825 und 1829–1830Nossen 1866–1867Meißen 1867–1882Dresden 1882–1919
Die Jägerkaserne in der Dresdener Johannstadt war die modernste Kasernenanlage ihrer Zeit. Bei einem Besuch des Preußischen Königs und 14 anderen deutschen Fürsten wurde die Anlage in den höchsten Tönen gelobt. Sie sei ein „Abbild der Verbundenheit Seiner Majestät des Königs von Sachsen zu seinen Soldaten“. Der Sächsische König Albert wurde auch „Soldatenkönig“ genannt. Dies beruhte auf seine militärischen Erfolge und seine Fürsorge für die Armee.
Kommandeure und Chefs Chef Das Bataillon erhielt 1892 einen Chef als Dank des Königs für hervorragende Leistungen und Treue im Deutsch-Französischen Krieg.
Dienstgrad Name DatumGeneral der InfanterieHeinrich XIV. Reuß jüngere Linie3. April 1892 bis 29. März 1913General der Kavallerie Heinrich XXVII. Reuß jüngere Linie9. Januar 1914 bis zur Auflösung
Kommandeur