mini|hochkant|Hans-Jürgen Peiper, 1970 Hans-Jürgen Max Erich Samuel PeiperErich Peiper: Ahnentafel von Hans-Jürgen Max Erich Samuel Peiper *4. XII. 1925 Frankfurt a.M. 2. Auflage. Hartmann, Greifswald 1931. . (* 4. Dezember 1925 in Frankfurt am Main; † 2. März 2025 in Göttingen) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer.

Leben Hans-Jürgen Peiper wurde als ältestes Kind des Chirurgie-Professors und Mitbegründers der modernen Neurochirurgie Herbert Peiper und dessen Ehefrau Erika Peiper, geb. Diener (der ersten promovierten Kunsthistorikerin in Deutschland), geboren.Matthias Peiper: Erinnerungen von Gertrude Diener, geb. Herrmann. BoD 2026, ISBN 978-3-6951-0353-9 Die Familie väterlicherseits weist seit Generationen Ärzte auf, die Mutter entstammt einer angesehenen Pforzheimer Kaufmanns- und Goldschmiedefamilie.

Peiper wurde 1942 mit dem Reifevermerk zum Reichsarbeitsdienst (RAD) eingezogen, danach in die Wehrmacht überstellt. Er begann 1944 das Studium der Medizin an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin und war anschließend als Unteroffizier-Fahnenjunker in der Sanitätstruppe tätig. Im April 1944 erfolgte die Kriegsgefangenschaft. Nach fast zweijähriger amerikanischer und französischer Kriegsgefangenschaft setzte er es an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz fort, wo er 1952 zum Dr. med. promoviert wurde.Dissertation: Über Phäochromocytome Anschließend war er für ein halbes Jahr als Assistenzarzt bei seinem Vater Herbert Peiper in der Mainzer Chirurgischen Universitätsklinik tätig. Im Doktor-Hilton-S.-Read-Programm absolvierte er die amerikanische Medizinalassistentenausbildung von 1952 bis 1953 in den USA. Nachdem er ab 1953 bei Rudolf Zenker am Universitätsklinikum Marburg Facharzt für Chirurgie geworden war, folgte er 1959 Georg Heberer an die Universität zu Köln an den 2. Chirurgischen Lehrstuhl in Köln-Merheim, wo er Leitender Oberarzt wurde. Dort wurde das erste Institut für Experimentelle Chirurgie unter ihm gegründet. 1964 wechselten beide an den 1. Chirurgischen Lehrstuhl nach Köln-Lindenthal. Er habilitierte sich 1962 bei Georg Heberer.Habilitationsschrift: Tierexperimentelle Untersuchungen über die „apparente“ Viskosität des Blutes und den Strömungswiderstand des Gesamtorganismus in extrakorporaler Zirkulation

1969 folgte er dem Ruf der Georg-August-Universität Göttingen auf ihren chirurgischen Lehrstuhlals Nachfolger von Hans Hellner. Nach Heberers Weggang nach München an die LMU erhielt Peiper den Ruf nach Köln, den er allerdings ablehnte. 1973 und 1989 leitete er die 111. und 143. Tagung der Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen.

1986/87 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und bis zu seinem Tod Senator der Gesellschaft.

Nach der Wende war er Mitglied in der Strukturkommission der Universität Dresden und an der Besetzung der medizinischen Lehrstühle beteiligt. Zuvor war er in der Strukturkommission der Universität Regensburg für den Aufbau der dortigen Medizinischen Fakultät tätig.

Aus seiner Klinik stammen die Ordinarien Jörg Rüdiger Siewert und Horst-Dieter Becker. Nach 25 Jahren als ordentlicher Professor und Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemeinchirurgie wurde er 1994 emeritiert.Universitätsmedizin Göttingen: . Presseinformation Nr. 154 vom 30. September 2011. Er leitete seine ehemalige Klinik kommissarisch weiter bis 1995, bis seine Nachfolger ihr Amt antraten. Danach war er als Chefarztvertreter in Kassel tätig. Seine vormalige Klinik wurde mit seiner Emeritierung aufgeteilt in die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie (unter Leitung von Heinz Becker), die Klinik für Unfallchirurgie unter Klaus Michael Stürmer und die Klinik für Transplantationschirurgie unter Burkhardt Ringe.

Sein Sohn Matthias Peiper ist ebenfalls Professor der Chirurgie.

Zum 100. Todestag von Johann von Mikulicz erschien 2005 die 2. Auflage seiner polnisch-deutschen Biografie. Peiper schrieb das Geleitwort zur deutschen Fassung.Waldemar Kozuschek: Johann von Mikulicz-Radecki 1850–1906. Mitbegründer der modernen Chirurgie. In Erinnerung an den großen Chirurgen der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und der Gesellschaft der Polnischen Chirurgen gewidmet, 2. poln.-dt. Auflage. Acta Universitatis Wratislaviensis No 2555, gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Breslau 2005

Hans-Jürgen Peiper war Rechtsritter des Johanniterordens.

Peiper starb am 2. März 2025 im Alter von 99 Jahren in Göttingen. Seine Grabstelle befindet sich auf dem Friedhof der Nikolausberger romanischen Kirche in Göttingen.

Ehrungen und Auszeichnungen 1973 und 1989 leitete er die 111. und die 143. Tagung der Vereinigung Nordwestdeutscher Chirurgen Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (1987)https://www.dgch.de/index.php?id=86 Wolfgang-Müller-Osten-Medaille des Berufsverbandes der Deutschen Chirurgen (BDC) (2002) (abgerufen am 4. Februar 2015) Rudolf-Zenker-Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (2008).https://www.dgch.de/index.php?id=65&L=454%27_______%27123 Albrecht-von-Haller-Medaille der Universitätsmedizin Göttingen (2011) Fellow des American College of Surgeons, zudem Gründungsgouverneur des German Chapterhttps://www.facs.org/for-medical-professionals/membership-community/acs-chapters/chapter/59/ Ehrenmitglied der Thüringischen Gesellschaft für Chirurgiehttps://www.chirurgie-thueringen.de/historie/ Ehrenmitglied der Polnischen Gesellschaft für Chirurgie (TChP)https://www.tchp.pl/images/Członkowie_Honorowi_do_2019.pdf Rechtsritter des Johanniterordenshttps://lebenswege.faz.net/traueranzeige/hans-juergen-peiper

Schriften Über Phäochromocytome. Medizinische Dissertation Mainz 1952. Tierexperimentelle Untersuchungen über die „apparente“ Viskosität des Blutes und den Strömungswiderstand des Gesamtorganismus in extrakorporaler Zirkulation bei Temperaturen um 37 °C und 10 °C. Medizinische Habilitationsschrift Köln 1962. mit A.L. Blum, Felix Harder, J. Rüdiger Siewert, L.F. Hollender, M. Allgöwer und W. Creutzfeldt: Chirurgische Gastroenterologie in 3 Bänden – Springer-Verlag Heidelberg 1981 und 2. Auflage 1990, ISBN 978-3-642-83674-9. Das Langenbeck-Virchow-Haus im Spiegel der Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Einhorn-Presse, Reinbek 2001, ISBN 3-88756-821-4. mit Wilhelm Hartel: Das Theodor-Billroth-Geburtshaus in Bergen auf Rügen. Wallstein, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0645-5. Diagnostik und Therapie maligner Lymphome. G. Fischer Verlag, Stuttgart 1992, ISBN 978-3-437-11358-1. mit Werner Sattel: Reinraumtechnik – Anwendung in der Medizin. Springer-Verlag, Heidelberg 1977, ISBN 978-3-540-08409-9. mit Rudolf Berchthold und Horst Hamelmann: Arbeitsbuch Chirurgie. Verlag Urban und Schwarzenberg, Stuttgart 1982, ISBN 3-541-09710-8. mit L. Hollender: Pankreaschirurgie. Springer-Verlag, Heidelberg 1988, ISBN 978-3-642-95476-4. mit R. Berchthold und H. Hamelmann: Lehrbuch der Chirurgie. Verlag Urban & Schwarzenberg, Stuttgart 1987, ISBN 3-541-11603-X. Zeitreise durch ein Chirurgenleben. Hans-Jürgen Peiper. Selbstverlag, Göttingen 2021. Publikationen von H.-J. Peiper auf Pubmed

Literatur Rüdiger Döhler, Heinz-Jürgen Schröder und Eike Sebastian Debus: Chirurgie im Norden. Zur 200. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Chirurgen in Hamburg 2017. Kaden Verlag, Heidelberg 2017, ISBN 978-3-942825-67-2, S. 246–247. Matthias Peiper: Erinnerungen von Gertrude Diener, geb. Herrmann. BoD 2026, ISBN 978-3-6951-0353-9

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Chirurg Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Georg-August-Universität Göttingen) Kategorie:Hochschullehrer (Universität zu Köln) Kategorie:Ehrenmitglied einer wissenschaftlichen Organisation Kategorie:Absolvent der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Kategorie:Rechtsritter (Johanniterorden) HansJurgen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann