Eltingshausen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Oerlenbach im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen in Bayern. Die Gemarkung Eltingshausen hat eine Fläche von 7,248 km². Sie ist in 1300 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5575,27 m² haben.
Geographische Lage Das Pfarrdorf Eltingshausen liegt nordwestlich von Oerlenbach. Die durch den Ort verlaufende Kreisstraße KG 6 führt in nordwestlicher Richtung über Reiterswiesen nach Bad Kissingen und mündet in südöstlicher Richtung in Oerlenbach. Die ebenfalls durch den Ort verlaufende Kreisstraße KG 43 mündet in südwestlicher Richtung in die Bundesstraße 286 und führt in östlicher Richtung, die Bundesstraße 19 kreuzend, nach Rottershausen. Westlich und südlich des Ortes verläuft die B 286, die in nordwestlicher Richtung über Arnshausen nach Bad Kissingen und in südlicher Richtung, teilweise parallel mit der B 19, über Poppenhausen nach Schweinfurt führt. Parallel zur B 286 verläuft die Bahnstrecke Ebenhausen–Bad Kissingen.
Östlich von Ebenhausen verläuft die Bundesautobahn 71 mit der Anschlussstelle Bad Kissingen/Oerlenbach in der Nähe. Ebenfalls östlich von Eltingshausen verläuft die B 19, die nordwärts nach Münnerstadt und südwärts nach Schweinfurt und Würzburg führt.
Durch Eltingshausen führt der Fränkische Marienweg.
Geschichte Ortsgeschichte Anfänge Am 8. Oktober 777 erfolgte die Erwähnung eines „Eltingisbrunnen“; mit diesem Brunnen ist der heutige Eselsbrunnen gemeint, der sich in der Nähe von Hammelburg befindet. Die Erwähnung erfolgte im Rahmen einer Grenzfestlegung von Gütern, die das Kloster Fulda erworben hatte. Unter den 21 in der Urkunde genannten Namen findet sich neben den Grafen Heimann und Nidhart sowie den königlichen Vasallen Finold und Gunthram auch ein Elting. Die Urkunde ist im mainfränkischen Gebiet das älteste Dokument, das (neben dem damals üblichen Latein) auf Althochdeutsch geschrieben ist.
Eine weitere urkundliche Erwähnung eines Adeligen namens „Elting“ erfolgte 838. Zwischen 1164 und 1170 sollen Wortwin und Richard von Maßbach Güter in Eltingshausen besessen haben; 1216 verpfändete Graf Poppo III. seine Einkünfte aus dem Amt Ebenhausen und damit auch aus dem dazugehörigen Eltingshausen an das Hochstift Würzburg.
Als älteste existierende und damit nachweisbare Erwähnung Eltingshausens gilt eine Bodenlaubensche Urkunde von 1234, in der laut Monumenta Boica 37 267 ein Albertus de Eltingishusen als Zeuge genannt wird. Dies widerlegt die vorher übliche Annahme, Eltingshausen sei im Jahr 1286 von Heinrich von und zu Eltingshausen gegründet worden. Der Ortsname entwickelte sich aus „Eltingishusen“ (= „die Häuser des Elting“), wobei die Endung „-husen“ auf Rodungen durch Adelige, im Falle Eltingshausens aus dem das Gebiet des Ortes bewohnende Geschlecht Elting, hindeutet.
Mittelalter Laut Monumenta Boica 37 300 waren Albertus de Eltingishusen und seine Familie ein Geschenk von Otto von Botenlauben, dem Hausherr der im heutigen Bad Kissinger Stadtteil Reiterswiesen gelegenen Burg Botenlauben, an das Hochstift Würzburg, als der Graf die Burg Bodenlaube an das Hochstift verkaufte. Dietrich von Bodenlauben wird für das Jahr 1291 als Lehensträger einer in Eltingshausen befindlichen Gült genannt.
Im Jahr 1274 kam das Ebenhausen und mit ihm Eltingshausen in den Besitz von Graf Hermann II. Henneberg-Aschacher Linie und ging 1315 nach einem Verkauf durch Heinrich VI. von Henneberg-Aschach an dessen Vetter Heinrich V. von Henneberg-Hartenberg.
Auch in der Folgezeit wurde Eltingshausen mehrfach erwähnt, so u. a. im Jahr 1303, als einerseits eine Hube in Eltingshausen von Eberhard von Maßbach an das Kloster Frauenroth ging und andererseits die Botenlaubener Lehensmänner Berthold, Dietrich II. und Marquart von Botenlauben in Eltingshausen Grundzinsen in Höhe von 36 Schilling erhielten. Im Jahr 1353 kam Eltingshausen zum Würzburgischen Amt Ebenhausen. Das Fehlen entsprechender Quellennachweise lässt vermuten, dass das Geschlecht Eltingshausen im Jahr 1465 mit Hans von und zu Eltingshausen ausstarb; der Familienbesitz ging an das Hochstift Würzburg.
Die Bürger von Eltingshausen wurden mehrfach Opfer von Missernten, und zwar 1219 durch einen harten Winter, 1275 durch Dauerregen, 1306 (harter Winter), in den Jahren 1312, 1313, 1346, 1347 und 1348 jeweils durch Dürre. Zusätzlich gab es in den Jahren 1275, 1313, 1356, 1363, 1425, 1426 und 1437 Pestepidemien in Eltingshausen.
Es gibt mehrere Anzeichen für die Existenz einer wichtigen Verkehrsstraße in Eltingshausen wie die Belehnung eines Apelius von Eltingshausen mit Zoll und Verwaltung (im Jahr 1333 durch Bischof Hermann II. Hummel von Lichtenberg) und der Belehnung von Endres von Eltingshausen mit dem Zoll des Ortes (im Jahr 1374 durch Gerhard von Schwarzburg). Anhand der Reste von Teilstrecken lässt sich vermuten, dass die Straße an Ebenhausen, Oerlenbach und dem Terzenbrunn vorbei nach Kissingen verlief.
Für das 14. Jahrhundert sind mehrere Beziehungspunkte mit dem Kloster Frauenroth belegt. So bekam Berthold Blümlein das zuvor an das Kloster verkaufte Familiengut zurück und verpflichtete sich zur jährlichen Lieferung von zwei Pfund Heller und vier Malter Korn. Als nach Blümleins Tod seine Witwe ihre Abgabepflichten nicht mehr erfüllen konnte, ging der Besitz wieder an das Kloster zurück. In den Jahren 1363 und 1370 gingen die Güter zweier Eltingshäusener Bürger an das Kloster.
Eine weitere Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1455, als Georg von Henneberg von Eberhard zu Eckertsberg Güter in Eltingshausen erwarb.
Eltingshausen zu Beginn der Neuzeit Im Rahmen des Bauernaufstandes von 1525 schloss sich Eltingshausen dem „Bildhäuser Haufen“ an; von den teilnehmenden Bauern aus Eltingshausen ist der Name Seyfried überliefert. Der „Bildhäuser Haufen“ scheiterte am 4. Juni 1525 in Meiningen. Sein Hauptmann Hans Schnabel wurde vom Eltingshäusener Rat ausgeliefert. Eltingshausen wurde durch Zahlung von 16 fl. vor der Zerstörung bewahrt. Zudem hatte jeder Hausgenosse als Entschädigung für die Zerstörungen während des Aufstandes drei Jahre lang 2,5 fl. zu zahlen. Die Bauern wurden ihres Viehs beraubt; Seyfried und sechs weitere Bauern wurden während des Raubzugs von Fürstbischof Konrad II. von Thüngen hingerichtet.
Über mögliche Auswirkungen des Zweiten Markgrafenkrieges im Jahr 1552 auf Eltingshausen gibt es keine Aufzeichnungen.
Von 1552 bis 1573 wurde Eltingshausen unter Pfarrer Jörg Müller, wie die anderen Orte der Pfarrei Ebenhausen, im Rahmen der Reformation protestantisch, was Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn zur Gegenreformation veranlasste. Aller Wahrscheinlichkeit gehörte Eltingshausen zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges wieder dem katholischen Glauben an. Während des Böhmisch-pfälzischen Krieges (1618–1623), der ersten Phase des Dreißigjährigen Krieges, wurde das Amt Ebenhausen und mit ihm Eltingshausen unter Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen zur Versorgung des durchziehenden Heeres verpflichtet, was zu einer großen Notlage in der Bevölkerung führte. Eltingshausen wurde zur Deckung von Werbekosten und des Unterhalts der Truppen mehrfach geplündert. Am 22. Januar 1632 flogen die Eltingshäusener vor den herannahenden Schweden nach Kissingen. Im Vergleich mit den umliegenden Orten hielten sich trotz mehrfacher Plünderungen die Schäden in Eltingshausen in Grenzen.
Im Jahr 1584 ging der hennebergische Besitz und damit auch Eltingshausen, nachdem am 2. Dezember 1583 mit Fürst Georg Ernst von Henneberg der letzte Henneberger gestorben war, an das Hochstift Würzburg ging. Ferner ist aus dem Jahr 1585 die Weihe neuer Altäre durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn in Eltingshausen, Hain und Rottershausen belegt.
Zwischen 1650 und 1855 erreichte die Bebauung von Eltingshausen einen Entwicklungsstand, der sich bis vor wenigen Jahrzehnten noch halten sollte.
Das erste Schulhaus des Ortes entstand direkt neben der alten Linde vermutlich etwa zur gleichen Zeit wie in den Nachbardörfern Rottershausen (im Jahr 1670) und Oerlenbach (im Jahr 1692). Vorher waren die Kinder hauptsächlich auf ihre spätere Tätigkeit im elterlichen Hof und auf dem Feld vorbereitet worden. Der Schulmeister übte neben dem Unterrichten auch die Tätigkeit eines Küsters aus; daneben war der Ortspfarrer (bis 1919) zusätzlich auch als Lokalschulinspektor tätig.
Im Lauf des 18. Jahrhunderts regelte das 1670 mit dem Amt Botenlauben vereinigte Amt Ebenhausen in seinen Ortschaften und damit auch in Eltingshausen die Besetzung von Amtspersonen wie den Schultheiß, den Schulmeister, den Bauermeister (Dorfmeister), den Gemeindekassier, Feldgeschworene für Abmarkungen, Grenzsteinsetzungen und ähnliches, Flurer für die Einhaltung von Ruhe und Ordnung, den Hirten mit Verantwortung für das Gemeindevieh, den Landknechtsdiener, den Bettelvogt zur Eindämmung des Bettelns, den Feuerbesichtiger mit Zuständigkeit für Feuerstellen und Schlote. Dieses Gremium traf sich bei seinen Versammlungen beispielsweise in der Dorfschenke, da es zu dieser in Eltingshausen noch kein Rathaus gab.
Erneute Missernten erfolgten in den Jahren 1739 und 1745 (Winter, Stürme, Dürre), 1770 und 1816. Die wiederholt auftretenden, Kräfte zehrenden Katastrophen führten zu Auswanderungen einiger Einwohner nach Nord- und Ostdeutschland sowie Amerika und Russland.
Im Jahr 1745 entstand die St.-Martin-Kirche; die Bemalung der Deckenfresken und des Altarblatts erfolgte durch den Maler Johann Andreas Herrlein. Im Jahr 1824 wurde der Kirchturm um einen Glockenstuhl ergänzt; 1947/1949 erfolgte eine Erweiterung der Kirche. Dennoch musste die Bevölkerung von Eltingshausen den Gottesdienst in Ebenhausen besuchen, solange der Ort zur Pfarrei Ebenhausen gehörte, die nur über einen einzelnen Pfarrer und einen einzelnen Kaplan verfügte. Diese Situation änderte sich erst, als Eltingshausen im Jahr 1855 selbständige Pfarrei wurde.
Ebenfalls im Jahr 1745 begann Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim auf Anregung durch den Würzburger Hauptmann und Ingenieur Müller mit dem Bau einer an Eltingshausen vorbeilaufenden Chaussee, die Würzburg mit Sachsen verbinden sollte. Einen ähnlichen Streckenverlauf wie die geplante Chaussee hatte bereits seit dem 11. Jahrhundert eine Trasse, die im 13. Jahrhundert als Teil einer „Rompilgerstraße“ angesehen wurde aber im 16. und 17. Jahrhundert so wenig Beachtung fand, dass sie auf der mainfränkischen Straßenkarte „Franconia“ von 1578/79 nicht eingezeichnet ist. Die unter Fürstbischof Seinsheim angelegte Strecke war Vorläufer der späteren Bundesstraße B 19.
Während des Siebenjährigen Krieges kam es von 1759 bis 1762 zu Truppenbewegungen auch im Raum Eltingshausen. Das Gleiche gilt für das Jahr 1792 im Rahmen des Ersten Koalitionskrieges; zusätzlich musste Eltingshausen sich im Jahr 1796 auch an den Kriegskosten beteiligen. Angaben über mögliche Kämpfe in Eltingshausen während des Koalitionskrieges gibt es keine. Im Verlauf der weiteren Koalitionskriege wurde auch der Eltingshäusener Caspar Beck eingezogen; sein Heer kämpfte 1809 und 1812 in Russland. Es ist anzunehmen, dass Berichte über Plünderungen in den Nachbarorten auch auf Eltingshausen zutreffen.
Die fehlenden Finanzmittel nach den Koalitionskriegen wirkten sich auch auf den Ausbau des Straßennetzes um Eltingshausen aus und führten – unter anderem auch durch häufige Regierungswechsel bedingt – ab 1794 zu einem Stillstand auf diesem Gebiet. Bis 1814 erfolgte unter dem großherzoglichen Baudirektor Heinrich von Bechmann lediglich eine Sanierung des vorhandenen Chausseenetzes. Unter von Bechmann begann wenige Jahre später der Bau einer Chaussee – der heutigen Bundesstraße 286 – nahe Eltingshausen. Diese wurde im Jahr 1816 unter Leitung des königlichen Wasser- und Straßenbau-Ingenieurs Schierlinger über eine Landstraße mit Verlauf durch Oerlenbach und Arnshausen mit Kissingen verbunden.
Bayerisches Königreich