mini|Luftbild des Koishikawa Kōrakuen Der Koishikawa Kōrakuen () ist ein städtischer Park (7 Hektar) im Stadtteil Kōraku von Bunkyō (vormals Koishikawa), Tokio, der aus dem Garten der früheren Stadtresidenz des Mito-han hervorgegangen ist.

Geschichte mini|400px|Der Gartenplan (s. Gartenanlage) mini|Koishikawa Kōrakuen, 2021 Die Anlage des Koishikawa Kōrakuen wurde vom ersten Oberhaupt des Hauses des Mito-Zweiges der Tokugawa, Tokugawa Yorifusa, 1629 begonnen, aber erst unter seinem Enkel Tokugawa Mitsukuni 1669 mit Hilfe des aus China geflüchteten Gelehrten Zhu Shunshui (, 1600–1682) fertiggestellt.

Der Name kōraku für „Nachvergnügen“ ist ein Zitat aus chinesischen Schriften, wobei en „Garten“ bedeutet.

Der Kōrakuen ist die älteste Anlage im Wandelgarten-Stil in Tokio. Mittelpunkt solcher Gärten ist fast immer eine Teichanlage, die durch fließendes Wasser gespeist wird. Zusammen mit künstlichen Hügeln wird so eine Miniatur-Landschaft geschaffen, die zum Durchwandeln einlädt.

Übersicht Der Kōrakuen enthält Anspielungen auf chinesische und japanische Landschaften, letztere vor allem in Bezug auf Kyōto. Zu den „reproduzierten“ chinesischen Landschaften gehört zum Beispiel der kleine Lu-Berg, der berühmte Damm durch den Westsee. Die Insel der Glücklichen, die Hōrai-Insel, befindet sich im zentralen Gewässer. Und damit niemand zu kurz kommt, befindet sich auf der Anhöhe der Insel ein Schrein, der der Göttin Benzaiten gewidmet ist. Zu den Anspielungen auf Kyōto gehören unter anderem die Tōgetsu-Brücke, die Tsuten-Brücke, der Ōi-Fluss und der Kiyomizu-Tempel. Aus den Bergen hinter Ōsaka kopiert gibt es den Tatsuta-Fluss, der berühmt für seine Ahornbäume ist, aus Mitteljapan findet sich der Kiso-Fluss. Das Halbrund der steinernen Engetsu-Brücke bildet mit seinem Spiegelbild einen Vollmond = Engetsu. Am etwas abgetrennten Teil des Gartens begann früher die Residenz. Sie ist schon lange verschwunden und wird heute vom Tokyo Dome, einem überdachten Baseball-Stadion eingenommen.

Der Koishikawa, ein kleiner Bach, der der Gegend seinen Namen gab, versorgt diesen Garten mit Wasser, bevor er den Naruto-Strudel (das ist der Strudel in der östlichen Meerenge zwischen Shikoku und der Hauptinsel) passiert und letztlich in den Sumida-Fluss eingeht.

1952 wurde die Anlage zur Besonderen historischen Stätte (tokubetsu shiseki) erklärt.

Die Gartenanlage (Die Zahlen beziehen sich auf den abgebildeten Gartenplan.) , Kantokutei-mon (Saimon): Tor am Kantoku-Pavillon (West-Eingang) , Teien-jimusho: Gartenverwaltung , Kikugata chōzu-bachi: Handwaschbecken in Chrysanthemenform , Kantoku-tei: Kantoku-Pavillon , Teppō-gaki: „Gewehr-Zaun“ , Momoyama-gata tōrō: Steinlaterne im Momoyama-Stil , Kazari chōzu-bachi: Geschmücktes Handwaschbecken , Kare-taki: Trockener Wasserfall , Yukimi-dōrō: Steinlaterne im Yukimi-Stil , Yōseki: Männlicher Stein , Eda dare sakura: Hängekirsche , Inseki: Weiblicher Stein , Mizu-bore ishi|: Wassertropf-Stein , Shō Ro-san: Kleiner Lu Shan, China , Togetsukyō: Mondbrücke, Kyōto , Saiko tei: Damm im Westsee, China , Byōbu iwa: „Stein-Vorhang“ , Ōigawa: Fluss in Kyōto , Kiyomizu kannondō ato: Reste der Kannonhalle, Kiyomizu-dera, Kyōto , Tsūtenkyō: „Brücke zum Himmel“, Kyōto , Sawatari: Schrittsteine zum Überqueren eines flachen Wassers , Otowa no taki: Anspielung auf den Otowa-Wasserfall am Nordrand von Kyōto , Tokujindō: Konfuzianischer Schrein , Maroya no ato, Spuren einer mit Stroh/Schilf gedeckte Hütte "Maroya" , Hasu ike: Lotusteich , Hitotsu matsu: Alleinstehende Rotkiefer , Sawatari: Schrittsteine zum Überqueren eines flachen Wassers , Shiraito no taki: „Weißfaden-Wasserfall“ , Garan seki: Basissteine von Tempelsäulen , Matsubayashi: Kiefernwald , Engetsukyō: steinerne „Vollmondbrücke“ , Atago saka: Steintreppe zum Atago-Schrein, Kyōto, Edo , Hakkedō ato: Spuren des Hakke-Pavillon , Komachi-zuka: Hügel für Ono no Komachi , Bairin: Pflaumenwald , Kingatei ato: Spuren des Kinga-Pavillon , Yatsubashi: flache Brücke in Zickzackform , Ishibashi: Steinbrücke aus Nebukawa-Stein () , Furō no mizu: Quellwasser der ewigen Jugend , Fujidana: Wisterien-Spalier 1, Hanashōbu-en: Schwertlilienfeld , Inada: Feld zum Reis-Auspflanzen , kuhachi ya: „Neun-acht-Pavillon“ (ländlicher Sake-Ausschank) . Enshū-gata dōrō: Steinlaterne im Stil von Kobori Enshū , Funatsukiba: Anlegestelle für Boote , Ikei-dōrō: irreguläre Steinlaterne , Hōraijima: Insel mit Berg der Glückseligen (Penglai, China) , Benzaitenshi: Schrein für Benzaiten , Eiyō-hi: Denkmal für den Falken des 7. Herrscher des Lehens Mito , Chikubu-shima: Insel im Norden des Biwasees , Naruto: Meeresstrudel zwischen Shikoku und Awajishima: , Karamon ato: Spuren des Tores im Karamon-Stil , Naitei: Innerer Garten , Seimon (Higashimon): Alter Haupteingang (Osttor), aber geschlossen , Kinenhi: Denkmal mit dem Grundriss der Nebenresidenz des Lehens Mito , Nobedan: mit Platten belegte Stufen , Nezame no taki: „Wasserfall zum/beim Aufwachen“, am Kiso/Fluss , Kisōgawa: wichtiger Fluss in der Provinz Hida , Hakuun-rei: Anhöhe „Weiße Wolken“ , Momiji-bayashi: Herbstlaub-Wäldchen , Tokudaiji-seki: Stein des/vom Tokudai-ji , Tatsutagawa: Anspielung auf den Tatsuda-Fluss , Nusabashi: Steinbrücke , Chūhosen: Schritt anhalten am GewässerNach einem Waka von Saigyō. , Uta ishibumi: Monument für Waka , Saigyō-dō ato: Spuren der Hütte des Saigyō , Chōsen tōrō: Koreanische Steinlaterne

Galerie

Kenndaten Träger: Präfektur Tokio. Es wird Eintritt erhoben. Eröffnung: 3. April 1938. Fläche: 70.847,17 m², davon 1.300 m² Rasen. Baumbestand: 4030 Bäume, 168 Buschartige (1995). Anlagen: Für Zusammenkünfte nutzbare Räumlichkeit: Kantokutei. Auszeichnungen: „Besondere geschichtliche Spuren“ (), „Besondere landschaftliche Sehenswürdigkeit“ ()

Literatur Tōkyō-to kōen kyōkai (Hrsg.): Koishikawa Kōrakuen, vor 1985, 16 S. [in japanischer Sprache] Faltblatt yum Garten, 2007 Tokyo-to rekishi kyoiku kenkyukai (Hrsg.): Tokyo-to no rekishi sampo (chu). Yamakawa Shuppan, 2000. ISBN 978-4-634-29630-5. S. 149–150. S. Noma (Hrsg.): Kōrakuen Garden. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 827.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Parkanlage in den Bezirken Tokios Kategorie:Bauwerk in Bunkyō Kategorie:Besondere historische Stätte Kategorie:Landschaftlich Schöner Ort in der Präfektur Tokio