mini|hochkant|Siron Franco (2003) Gessiron Alves Franco, bekannt als Siron Franco, (* 25. Juli 1947 in Cidade de Goiás) ist ein brasilianischer Maler, Zeichner und Bildhauer.

Leben Siron Franco kommt aus einer Familie die in ärmlichen Verhältnissen lebte und hat zehn Geschwister. Nach Kindheit und Jugend in Goiânia heiratete er noch vor dem Umzug nach São Paulo Goiaci Milhomen. In São Paulo arbeitete er 1969 bis 1971 mit dem wegen jüdischer Herkunft vertriebenen deutschen Maler, Grafiker und Publizisten Walter Lewy, dem bedeutendsten Vertreter des brasilianischen Surrealismus. 1975 gewann er den Internationalen Preis für Malerei der Biennale von São Paulo, und beim 24º Salão Nacional de Arte Moderna im Museu Nacional de Belas Artes den „prêmio de viagem ao exterior“, einen Förderpreis für Reisen nach Übersee, den er zwischen 1976 und 1978 für Aufenthalte in Europa nutzte.

Werk Das eigenständige und umfangreiche Werk mit Bezügen zu Surrealismus, Phantastischer Malerei und Moderne reflektiert die brasilianische Kultur und die zeitgenössische Kunst Europas und Amerikas. Zum Programm des Künstlers gehört der Versuch, sich als teilnehmender Bürger in den sozialen und politischen Prozess einzumischen, manchmal auch in der Sprache der Kunst. Einige Installationen Francos haben den Charakter von Interventionen und sind als Kritik an Zuständen in den Städten Brasiliens interpretierbar. Mit dem „Monumento às Nações Indígenas“, dem Denkmal für die Indigenen Nationen ehrt Franco die Kreativität der brasilianischen Ureinwohner als Beitrag zur brasilianischen Kunst und Kultur, und auch als eine der Quellen seiner eigenen Kunst. Das 1992 geschaffene, über 3700 Quadratmeter umfassende Denkmal aus 500 je 2,30 Meter hohen Betonstelen wurde durch Vandalismus zerstört.

Das malerische Werk Siron Francos ist in Galerien und Museen in Brasilien und im Ausland solide präsent. Obwohl es Bilder im Gesamtwerk gibt, die auf den ersten Blick plakativ und dekorativ wirken, ist die Bildsprache nie harmlos. Sie spielt auf europäische Konzepte der Moderne und Postmoderne bewusst an; freundlich irritierend wie Magritte, sezierend wie Grosz und Bacon. Die Ikonografie vermittelt einen kritischen Subtext, der in brasilianischen und lateinamerikanischen Kulturen (auch bezüglich jeweils gegenwärtiger Ereignisse) verstanden wird.

Einzelausstellungen 1980: Museu de Arte Moderna da Bahia (MAM/BA), Salvador da Bahia 1980: Museu de Arte de São Paulo (MASP) 1982: Galeria Bonino, Rio de Janeiro 1988: Galerie Inge Baecker, Köln 1992: Siron Franco: recent paintings. Elms Lesters Painting Rooms, London 1995: Objetos Mágicos. Museu Nacional de Belas Artes (MNBA), Rio de Janeiro 1995: Objetos Mágicos. Museu de Arte de São Paulo (MASP), São Paulo 1999: A Vida Bate. Museu Brasileiro da Escultura (MuBE), São Paulo 2000: Siron Franco: Cocoons. Elms Lesters Painting Rooms, London 2000: Siron 800 Vezes: cerâmicas. Museu Nacional de Belas Artes (MNBA), Rio de Janeiro 2001: Casulos. Galeria Nara Roesler, São Paulo 2002: Desenhos Siron Franco. Galeria Paulo Darzé, Salvador da Bahia 2002: Intolerância. Installation. Memorial da Liberdade, São Paulo

Ausstellungsbeteiligungen 1987: Art of the Fantastic. Latin-America 1920-1987. Indianapolis Museum of Art, Indianapolis; The Queens Museum of Art, New York (mit Katalog) 1988: Brasil Já: Beispiele zeitgenössischer brasilianischer Malerei. Museum Morsbroich, Leverkusen; 1989 Sprengel Museum Hannover (mit Katalog) 1989: Introspectives: contemporary art by americans and brazilians of african descent. The California Afro-American Museum, Los Angeles; 1990 The Bronx Museum of the Arts, New York (mit Katalog) 1992: Cross Culture Currents in Contemporary Latin American Art. Canning House, London 1992: Brasilien. Entdeckung und Selbstentdeckung. Kunsthaus Zürich (mit Katalog) 1999: Siron Franco & Ivald Granato – Zeitgenössische Malerei aus Brasilien. Galerie HILT, Basel

Literatur Siron Franco: Siron Franco. Galerie Inge Baecker, Köln 1988 Dawn Ades, Siron Franco: Siron Franco. Figuras e Semelhanças Pinturas 1968–1995. Editora Index, Rio de Janeiro 1995 (portugiesisch) Emílio Vieira Goiânia: O expressionismo em Bernardo Elis e Siron Franco. Editora UFG (Brasilianische Regierungsveröffentlichung), 2000. (portugiesisch) Siron Franco na usina. Intolerância. Prefeitura de Porto Alegre, Secretaria Municipal da Cultura de Porto Alegre, Porto Alegre, Brasilien 2003. Ausstellungskatalog zur Installation „Intoleranz“. (portugiesisch) Beate Reifenscheid, Uwe Kaestner: Discover Brazil. 21 contemporary positions. Ludwig Museum im Deutschherrenhaus Koblenz. Ludwig Museum 2005

Weblinks

Diccionario de Artistas do Brasil (brasilianisches Portugiesisch) Denkmal für die Indigenen Nationen Brasiliens (brasilianisches Portugiesisch) Einblick in das malerische Werk

Einzelnachweise

Kategorie:Zeichner (Brasilien) Kategorie:Bildhauer (Brasilien) Kategorie:Maler (Brasilien) Kategorie:Installationskünstler (Brasilien) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale von São Paulo Kategorie:Brasilianer Kategorie:Geboren 1947 Kategorie:Mann