mini|Stabtaschenlampe Eine Taschenlampe ist eine kleine, mobile Lichtquelle mit eigener Energieversorgung. Der Name entstand, da die meisten Taschenlampen klein genug sind, um in einer Tasche verstaut werden zu können.

Geschichte mini|Elektrische Taschenlampen der Firma Vohwinkel aus Wien in flaschen- sowie stabförmiger Ausführung (1896) Die Firma Vohwinkel aus Wien produzierte seit 1896 elektrische Taschenlampen. Platin-Zink-Elemente, die bei 6 Volt Spannung 4–5 Ampere lieferten, bildeten die wegen der Ähnlichkeit ihrer Form mit einer Revolver-Trommel Revolverbatterie genannte Spannungsquelle. Die Taschenlampe besaß eine Glühlampe mit Reflektor und war je nach Ausführung entweder mit einem geschliffenen Kopf aus Hartglas (Taschenlampe in Form eines Flachmanns) oder mit einer Alpacca-Fassung (Alpacca ist ein anderer Name für Neusilber) und Linse (zylinderförmig, daher auch als Leuchtröhre bezeichnet) ausgestattet. Man konnte die Taschenlampe durch Neigen ein- oder ausschalten; ermöglicht wurde dies durch eine „patentirte Flüssigkeit“, die in waagerechter Lage in die Batterie eindrang und den Stromkreis schloss.

In Deutschland erfand Paul Schmidt (der Gründer der Fa. Daimon) eine Trockenbatterie, mit Mehl als Elektrolyt, auf die er im Jahre 1896 ein Patent erhielt. Schon kurz danach erfand er dazu eine batteriebetriebene Taschenlampe, auf die er aber erst 1906 ein Patent erhielt.

mini|Historische Taschenlampe von 1899 von David Misell Nach gängiger Ansicht wurde die Taschenlampe 1899 vom Engländer David Misell erfunden, der das Patent an die American Electrical Novelty and Manufacturing Company (heute bekannt als Energizer) verkaufte.

Aufbau und Funktion Taschenlampen sind Leuchten in einer speziellen Bauart. Sie dienen als Umgebung für die eigentliche Lampe. Daher lautet der lichttechnisch korrekte Begriff Taschenleuchte.Stiftung Warentest: Taschen- und Stirnleuchten – Nur 5 sind gut. in: test. 01/2006 (online abgerufen am 4. Februar 2013)

Eine Taschenlampe liefert üblicherweise einen engen Lichtkegel. Das Leuchtengehäuse besteht aus einem länglichen, oft zylindrischen Griffstück, in das mittels eines Schraub- oder Schiebeverschlusses am Ende Batterien oder Akkus eingesetzt werden. Um Lampen mit einem höheren Lichtstrom einsetzen zu können, werden mehrere Batteriezellen in Reihe geschaltet, häufig zwei oder vier Mignon- (Größe AA) oder Microzellen (AAA). Bei größeren Taschenlampen werden oft Baby- (C) oder Monozellen (D) verwendet. Sowohl Primärzellen als auch Akkumulatoren kommen zum Einsatz.

Am vorderen Ende befindet sich eine transparente Glas- oder Kunststoffscheibe, bei hochwertigen Lampen werden meist speziell beschichtete Gläser eingesetzt, um die Lichtdurchlässigkeit zu erhöhen. Hinter der Scheibe befindet sich die Lichtquelle (Glühlampe oder Leuchtdioden), die wiederum zur Erhöhung der Lichtstärke von einem Parabolspiegel umfasst ist, dem Reflektor. Der Reflektor und die Scheibe entfallen bei einfachen Lampen mit Leuchtdioden niedriger Leistung meist, da hier ein Reflektor und eine Fokussierlinse bereits in das Diodengehäuse integriert sind. Der Spiegel besteht aus Metall oder Metall-beschichtetem Plastik. Bei Lampen mit einer einzelnen Hochleistungs-LED werden statt eines Spiegels auch optische Systeme eingesetzt, die auf Totalreflexion basieren. Diese Optiken werden meist aus transparentem Kunststoff, sehr selten auch aus hochwertigem Glas hergestellt. Normalerweise hat der Bereich um das Leuchtmittel einen größeren Durchmesser als das Griffstück, da ein größerer Reflektor eine engere Bündelung des Lichts und somit eine höhere Leuchtweite bei gleicher Lichtleistung erlaubt. Für Glühlampen mit besserer Lichtausbeute werden mit den Edelgasen Xenon, vor allem aber Krypton gefüllte Halogen-Glühlampen eingesetzt, die das Verdampfen des Glühfadens hemmen und die Lebensdauer des Leuchtmittels erhöhen. Somit kann die Glühlampe mit höherer Leistung betrieben werden, was die Lichtausbeute zum Teil erheblich steigert, und trotzdem akzeptable Betriebsdauern erreichen.

Bei Taschenlampen mit Kunststoffgehäuse sind zwischen Stromquelle, Schalter und Lichtquelle elektrische Leitungen nötig, bei Metallgehäusen wird häufig dieses selbst als einer der Leiter verwendet. Die Stromquelle berührt dabei mit einem Pol direkt die Lichtquelle und mit dem anderen das Gehäuse, welches über einen Schalter mit dem zweiten Anschluss der Lampenfassung verbunden ist.

Qualitätsmerkmale Billige Taschenlampen sind oft nicht bruchfest, die Kontakte korrodieren in feuchter Luft oder durch Batterieflüssigkeiten, der Reflektor ist falsch geformt, die Lampen benötigen viel Energie, geben aber zugleich wenig Licht ab. Häufig haben die Metallteile schlecht miteinander Kontakt. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal ist die Ausführung des Ein-/Ausschalters.

Die lichttechnischen Leistungsdaten, wie der Lichtstrom, gemessen in Lumen, oder die Farbtemperatur, gemessen in Kelvin, werden nicht regulär angegeben. Vorhandene Angaben, vor allem die Leuchtweite und die Leuchtdauer mit einem Satz Batterien, sind in einigen Fällen nicht korrekt.

mini|Links: Winkeltaschenlampe mit Glühlampe, rechts: LED-Taschenlampe mit schwenkbarem Kopf, welche weißes, rotes, blaues und Infrarotlicht abgibt Bei Verwendung einer Glühlampe als Lichtquelle ändert sich die Lichtfarbe mit sinkender Spannung der Zellen durch die Entladung während des Betriebs, während die Helligkeit sinkt. Bei Verwendung von LED ändert sich die Lichtfarbe in der Regel nicht merklich, lediglich die Helligkeit sinkt. Während Glühlampen, wenn die Batterien entladen sind, zunächst dunkler werden und bald komplett erlöschen, können viele LED-Lampen noch lange mit niedriger Helligkeit weiterleuchten. Die Helligkeit liegt am Ende der Entladung oft unter einem Prozent der Helligkeit mit frischen Batterien. Einige Hersteller nutzen das, um eine Leuchtdauer von mehreren hundert Stunden pro Batteriesatz anzugeben, ohne zu erwähnen, dass die Lichtleistung zu diesem Zeitpunkt zwar noch nutzbar ist, aber mehrere Größenordnungen unter der beworbenen Maximalleistung liegt. Taschenlampen mit elektronischer Stabilisierung der Helligkeit durch Regelung der Lampenspannung (Glühlampen) bzw. des Lampenstroms (LED) werden in den unteren Preiskategorien nicht angeboten.

Ausführungsformen Einfache Taschenlampen werden meist im Spritzgussverfahren aus Kunststoff gefertigt und in der Tütenbauweise montiert. Ebenso gibt es Taschenlampen, deren Korpus aus einem Blechrohr besteht. Kunststofflampen sind weit verbreitet und werden auch als Werbegeschenk verteilt, können aber bei guter Verarbeitung einen ebensolchen Gebrauchswert besitzen wie Metalllampen. Ihre Vorteile liegen in erster Linie im geringeren Gewicht und Preis.

Taschenlampen aus Metalldrehteilen sind in der Regel höherwertig und mechanisch belastbarer als Kunststofflampen, allerdings auch dementsprechend teurer in der Anschaffung.

Die Batterien im Griff dienen der Lichtquelle als Stromquelle. Die meistverbreiteten Varianten, um die Lampen an- und auszuschalten, sind ein drehbarer Lampenkopf oder ein im Griff eingelassener Schalter.

Die Lichtquelle ist bei einigen Modellen am Griffteil der Lampe befestigt, während der umgebende Spiegel am drehbaren Kopf der Lampe angebracht ist. So ist durch Drehen des Kopfs oft eine variable Fokussierung des Leuchtmittels möglich. Z. B. kann der Strahl divergent eingestellt werden, um auf Kosten der Beleuchtungsstärke eine größere Fläche zu beleuchten.

Einsatzmöglichkeiten Die Einsatzmöglichkeiten für Taschenlampen sind äußerst vielfältig. Sie reichen vom Lichtspender während eines Sicherungswechsels bei Stromausfall über Nachtwanderungen, Campingtouren und MundlampenVgl. etwa Zeiler Mundlampe. In: Münchener Medizinische Wochenschrift. Band 95, Nr. 1, 2. Januar 1953, S. CXXXIII (Anzeige der Herstellerfirma Max Zeiler, Batterie- und Taschenlampenfabrik, Regensburg). für die Medizin bis hin zu Tauchgängen in größerer Tiefe. Für die einzelnen Bereiche existieren dabei spezielle Lampentypen, beispielsweise solche mit größeren Batterien für längere Betriebsdauer oder wasserdichte Lampen zum Tauchen. Bei allen Arten von Rettungskräften, Sicherheitskräften, Feuerwehr und Polizei gehören Taschenlampen zur Grundausstattung.

Lampen zur Notbeleuchtung sind oft in Wandhalterungen untergebracht, die zugleich die Erhaltungsladung und das Nachladen für den Akku sicherstellen. Sie leuchten, sobald sie abgenommen werden.

Generell können mit Taschenlampen allerdings nur relativ kleine Flächen in kurzem Abstand beleuchtet werden. Um größere Bereiche auszuleuchten, werden Scheinwerfer benötigt.

Stromversorgung

mini|Taschenlampe mit GlühlampeMeistens werden die Taschenlampen über Batterien oder austauschbare Akkus mit Strom versorgt. mini|Dynamotaschenlampe zum DrückenÄltere Dynamotaschenlampen ohne Akku leuchteten, solange man den Generator durch wechselndes Zusammenpressen gegen den Federdruck und Öffnen der Hand betätigte. Akkus und Batterien hatten früher eine hohe Selbstentladung und waren auch bei Nichtgebrauch irgendwann entladen; ein Generator dagegen ist unerschöpflich. Dynamotaschenlampen mit Akku gibt es heute mit LED in verschiedenen mehr oder weniger billigen Versionen; ein paar Sekunden zu kurbeln reicht für ein paar Minuten Leuchtdauer.mini|links|Eine Taschenlampe mit Generator und LED mini|Mini-Generator-LED-Lampe mini|hochkant|Taschenlampe zum Aufladen in einer Steckdose Taschenlampen mit eingebautem Lade-„Gerät“ Vor allem Taschenlampen für den professionellen Bereich besitzen einen integrierten Akku, welcher mit einem Ladegerät an der Steckdose aufgeladen werden kann. mini|Taschenlampe mit Induktionsspule. Durch Schütteln vor Gebrauch wird der interne Energiespeicher aufgeladenInduktionsspule: Hier enthält die Taschenlampe eine Metallspule mit eingelassenem Magneten. Durch Schütteln wird ein integrierter Akku oder Kondensator aufgeladen. Vorteil dieser Variante ist die Unabhängigkeit von einer Stromquelle. Nachteilig kann jedoch der höhere Aufwand zur Aufladung sein; somit wäre es sinnvoll, den Akku z. B. auch mit einem Netzteil aufladen zu können. Außerdem können durch die Bewegung die Leuchtmittel beschädigt werden, weil der Glühfaden reißen kann. Daher sollten diese Taschenlampen LED enthalten. Wenig durchgesetzt hat sich die Aufladung des Akkus mittels einer Solarzelle, wobei die Taschenlampe tagsüber in eine starke Lichtquelle, wie Sonnenlicht, gelegt wird. Grundsätzlich verkürzt starke Wärmeeinwirkung die Akkulebensdauer. Ferner steht Sonnenlicht, in Abhängigkeit von der Witterung, nicht immer ausreichend zur Verfügung, ist daher in diesem Sinn keine verlässliche Energiequelle. Die geringe Fläche von Solarzellen führt zu langen Ladezeiten bzw. schmälert die Leistungsausbeute. (Siehe auch Ladegerät#Solarmodule mit Laderegler)

Spezielle Taschenlampen Neben den herkömmlichen Taschenlampen existieren noch Lampen, die außer einer normalen Glühlampe seitlich im Griff noch über eine kleine Leuchtstofflampe verfügen, mit deren Hilfe effektiver Licht erzeugt und folglich eine etwas größere Fläche beleuchtet werden kann. Der Stromverbrauch solcher Lampen ist relativ hoch, so dass die Batterien beim Einsatz der Leuchtstoffröhre schneller erschöpft sind. Es werden auch Kaltkathodenfluoreszenzröhren (CCFL) eingesetzt, bei denen die Licht-Bündelung geringer als bei LEDs ist.