Der Weiden-Lattich (Lactuca saligna), meist Weidenblättriger Lattich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lattich (Lactuca) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Beschreibung mini|links|Weiden-Lattich in Niederösterreich mini|links|Habitus mini|Blütenkorb mini|Blütenkorb von oben mini|Achänen mit Pappus Vegetative Merkmale Der Weiden-Lattich ist eine einjährige oder zweijährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 60, selten bis zu 100 Zentimetern. Der aufrechte, oft schon von Grund an verzweigte Stängel ist kahl und weißlich glänzend.
Die unteren Laubblätter sind ungeteilt bis fiederspaltig, mit wenigen sehr schmalen Seitenlappen; sie sind am Grund stielartig verschmälert. Die grundständigen Laubblätter sind zur Anthese meist schon verdorrt. Die oberen Laubblätter sind ganzrandig und länglich bis linealisch mit pfeilförmigem Grund stängelumfassend sitzend.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juli bis August. Der rispige Gesamtblütenstand enthält zahlreiche körbchenförmige Blütenstände. Die meist fast sitzenden Körbchen stehen einzeln oder bis zu dritt an Verzweigungen der rutenförmigen Äste. Die Korbhülle ist bei einer Länge von etwa 15 Millimetern linealisch-walzlich und lang. Die Hüllblätter sind dachig angeordnet und schmal weiß berandet. Jedes Körbchen enthält nur 6 bis 15 hellgelbe Zungenblüten, die beim Trocknen schmutzig indigoblau werden.
Die hellbraunen Achänen sind 7 bis 8 Millimeter lang, beiderseits sieben- bis achtrippig und auf den Rippen im oberen Teil mit feinen Stachelborsten besetzt. Der Schnabel ist weiß und eineinhalb- bis dreimal so lang wie der untere Teil der Frucht.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet des Weiden-Lattichs reicht von den Azoren, Europa (außer im Norden), dem Mittelmeerraum bis zum Iran. Neophytische Vorkommen gibt es in Nordamerika, Uruguay, Kasachstan sowie in Australien. In Europa kommt er von Südeuropa nordwärts bis Mitteleuropa, England und Südrussland vor.
In Deutschland ist der Weiden-Lattich fast ausgestorben, es gibt von ihm nur noch in Baden-Württemberg wenige Fundstellen; die Ursachen des Rückgangs sind ungeklärt.
Der Weiden-Lattich gedeiht auf trockenen, nährstoffreichen und basenreichen Lehm- oder Ton-Böden in Unkrautfluren von Weinbergen, an Wegen und Ruderalstellen. Er ist wärmeliebend und salzertragend. Er gedeiht in Gesellschaften der Ordnung Agropyretalia oder des Verbands Onopordion acanthii.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental), Salztoleranz = 1 (tolerant).
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Lactuca saligna erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 796.
Quellen Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Datenblatt von Lactuca saligna bei Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.
Literatur
Viera Feráková: Lactuca L. In: Steffen Hammel: Schutzmaßnahmen für den Weidenlattich. In: Bl. Schwäb. Albver., Band 101, 3, 1995 S. 75. Steffen Hammel: Zur Vergesellschaftung von Lactuca saligna L. an einem süddeutschen Wuchsort. In: Flor. Rundbr. Band 31, 2, Bochum, Göttingen, 1997 S. 171–174.
Einzelnachweise Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 796,
Gerhard Wagenitz et al.: Familie Compositae II. S. 1125–1127. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1987. ISBN 3-489-86020-9.
Weblinks
Thomas Meyer: Lattich Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
Kategorie:Lattiche