Der Große Preis der USA West 1976 (offiziell II Grand Prix of Long Beach) fand am 28. März auf dem Long Beach Grand Prix Circuit in Long Beach statt und war das dritte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1976.

Berichte Hintergrund Das nicht zur Weltmeisterschaft zählende Race of Champions in Brands Hatch, welches am Wochenende nach dem Großen Preis von Südafrika ausgetragen wurde, hatte James Hunt für sich entschieden. Direkt im Anschluss daran wurden die Fahrzeuge nach Kalifornien transportiert, wo zwei Wochen später erstmals ein Formel-1-Rennen mit WM-Status auf dem Stadtkurs von Long Beach stattfinden sollte. Da auch der traditionelle US-Grand-Prix in Watkins Glen weiterhin im Rennkalender stand, wurde fortan zwischen dem Großen Preis der USA Ost und dem Großen Preis der USA West unterschieden, wobei Letzterer die offizielle Bezeichnung „Grand Prix of Long Beach“ erhielt.

Alan Jones, der in Brands Hatch für das Team Surtees den zweiten Platz erreicht hatte, wurde fortan auch bei WM-Läufen als zweiter Werksfahrer neben Brett Lunger eingesetzt. March setzte einen vierten Werkswagen für Arturo Merzario ein, der die finanzielle Unterstützung eines eigenen Hauptsponsors mitbrachte. Auch die beiden Werkswagen von Hans-Joachim Stuck und Ronnie Peterson gingen in den Farben eines neuen Sponsors an den Start, ebenso wie der Ensign von Chris Amon sowie der Parnelli von Mario Andretti. Das Team Shadow musste hingegen auf die Unterstützung eines nur beim Südafrika-GP kurzfristig eingesprungenen Sponsors verzichten und trat daher in neutraler schwarzer Lackierung an.

In der Fahrerwertung führte Niki Lauda mit zwölf Punkten vor Patrick Depailler und Hunt. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit neun Punkten vor Tyrrell und mit elf Punkten vor McLaren.

Da der Große Preis der USA West erstmals mit WM-Status ausgetragen wurde, trat kein ehemaliger Sieger zu diesem Grand Prix an.

Training Das Training war durch mehrere größtenteils harmlose Einschläge in die Betonmauern, die die Strecke begrenzten, gekennzeichnet. Zudem gab es mehrere technischen Defekte im Bereich der Fahrwerke, die durch die Unebenheit des Straßenbelags hervorgerufen wurden.

Der in der laufenden Saison bislang punktelose Clay Regazzoni zeigte die beste Trainingsleistung und sicherte sich somit die Pole-Position vor Depailler, Hunt und Lauda. Tom Pryce und Peterson bildeten die dritte Startreihe vor Jean-Pierre Jarier und Brambilla.

Da nur 20 Fahrzeuge zum Rennen zugelassen wurden, scheiterten sieben Fahrer an der Qualifikationshürde, darunter namhafte Piloten wie Jacky Ickx und Merzario.

Rennen Während Regazzoni von der Pole-Position aus die Führung vor Depailler und Hunt übernahm und sie durchgängig bis ins Ziel halten konnte, kollidierten Carlos Reutemann und Brambilla in der ersten Kurve und schieden aus. Dadurch sowie durch einen Aufhängungsschaden an Gunnar Nilssons Lotus 77 reduzierte sich das Teilnehmerfeld bereits in der ersten Runde auf 17 Fahrzeuge.

In der dritten Runde kollidierten Hunt und Depailler. Nur der Franzose konnte das Rennen daraufhin fortsetzen. Lauda gelangte dadurch auf den zweiten Rang. Wenig später fiel Depailler wegen eines Drehers bis auf den siebten Rang zurück. Im Laufe der folgenden Runden kämpfte er sich jedoch wieder bis auf den dritten Rang nach vorn, was jedoch auch durch die technisch bedingten Ausfälle von Pryce und Jody Scheckter begünstigt wurde.

Einen starken Eindruck hinterließ Jacques Laffite, der in Runde 47 den vierten Platz einnahm und diesen bis zum Ende des Rennens gegen Jarier und Jochen Mass verteidigte. Dies bedeutete das erste Punkteresultat für das Ligier-Werksteam. Ebenso konnte Emerson Fittipaldi mit Rang sechs den ersten Zähler für das Copersucar-Team erzielen, welches er gemeinsam mit seinem Bruder Wilson betrieb.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Ferrari 312T Ferrari 015 3.0 F12 2 3 Tyrrell 007 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 4 5 Lotus 77 6 7 Brabham BT45 Alfa Romeo 115-12 3.0 F12 8 9 March 761 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 10 34 35 11 McLaren M23 12 16 Shadow DN5B 17 18 Surtees TS19 19 20 Williams FW05 21 22 Ensign N174 24 Hesketh 308D 26 Ligier JS5 Matra MS73 3.0 V12 27 Parnelli VPJ4 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 28 Penske PC3 30 Copersucar FD04 31

Klassifikationen Startaufstellung Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Ø-Geschwindigkeit Start 1 1:23,099 140,839 km/h 1 2 1:23,292 140,513 km/h 2 3 1:23,420 140,297 km/h 3 4 1:23,647 139,917 km/h 4 5 1:23,677 139,866 km/h 5 6 1:24,157 139,069 km/h 6 7 1:24,163 139,059 km/h 7 8 1:24,168 139,050 km/h 8 9 1:24,170 139,047 km/h 9 10 1:24,265 138,890 km/h 10 11 1:24,344 138,760 km/h 11 12 1:24,442 138,599 km/h 12 13 1:24,472 138,550 km/h 13 14 1:24,541 138,437 km/h 14 15 1:24,566 138,396 km/h 15 16 1:24,779 138,048 km/h 16 17 1:24,803 138,009 km/h 17 18 1:25,122 137,492 km/h 18 19 1:25,214 137,344 km/h 19 20 1:25,277 137,242 km/h 20 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 20 Wagen begrenzt war, scheiterten Leclère, Hoffmann, Merzario, Evans, Ickx, Ertl und Lunger an der Qualifikation. 1:25,436 136,987 km/h – DNQ 1:25,557 136,793 km/h – DNQ 1:25,737 136,506 km/h – DNQ 1:25,890 136,263 km/h – DNQ 1:26,528 135,258 km/h – DNQ 1:26,824 134,797 km/h – DNQ 1:26,828 134,791 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 80 0 1:53:18,471 1 1:23,076 (61.) 2 80 0 + 42,414 4 1:23,625 (57.) 3 80 0 + 49,972 2 1:23,892 (69.) 4 80 0 + 1:12,828 12 1:23,683 (65.) 5 80 0 + 1:22,292 14 1:24,109 (61.) 6 79 0 + 1 Runde 16 1:24,465 (56.) 7 79 0 + 1 Runde 7 1:24,804 (52.) 8 78 1 + 2 Runden 17 1:25,143 (53.) 9 77 1 + 3 Runden 13 1:24,591 (59.) 10 77 1 + 3 Runden 6 1:25,052 (25.) – 70 1 + 10 Runden 19 1:24,614 (62.) – 69 1 + 11 Runden 9 1:24,124 (62.) – 34 0 DNF 11 1:25,279 (32.) – 32 0 DNF 5 1:24,853 (32.) – 15 0 DNF 15 1:26,622 (14.) – 3 0 DNF 3 1:27,985 (3.) – 2 0 DNF 18 1:33,447 (2.) – 0 0 DNF 8 – – 0 0 DNF 10 – – 0 0 DNF 20 –

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). Es zählten nur die besten sieben Ergebnisse aus den ersten acht Rennen und die besten sieben Ergebnisse aus den letzten acht Rennen. In der Konstrukteurswertung zählte nur das Ergebnis des bestplatzierten Fahrers eines Teams.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Ferrari 24 2 Tyrrell-Ford 10 3Ferrari 9 4 McLaren-Ford 7 5 McLaren-Ford 6 6Tyrrell-Ford 5 7 Shadow-Ford 4 8 March-Ford 3 9Ligier-Matra 3 10Penske-Ford 2 11Lotus-Ford / Parnelli-Ford 112Copersucar-Ford 113Shadow-Ford 014Williams-Ford 015March-Ford 0 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte16Ensign-Ford 0 17Williams-Ford 0 18Brabham-Alfa Romeo 0 19Lotus-Ford 0 20Lotus-Ford / March-Ford 021Copersucar-Ford 0 22Surtees-Ford 0 23Brabham-Alfa Romeo 0 24Williams-Ford 0 25March-Ford 0 26Hesketh-Ford 0 –B.R.M. 0 –Lotus-Ford 0–Tyrrell-Ford 0–Surtees-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 27 2 133 9 4 45 36 37 28 1 Pos. Konstrukteur Punkte9 1 10 0 11 012 013 014 015 0– 0 Einzelnachweise

Weblinks

Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1976 USA (West) #1976