mini|Gill auf der 53. Münchner Sicherheitskonferenz 2017 David Gill (* 2. März 1966 in Schönebeck) ist ein deutscher Verwaltungsjurist und Diplomat. Seit 2024 ist er Botschafter in Irland.Meldung im Bundesanzeiger: Von 2017 bis 2024 war er Generalkonsul am deutschen Generalkonsulat in New York City. Zuvor war er von 2012 bis 2017 Chef des Bundespräsidialamtes unter Bundespräsident Joachim Gauck.Packen wir’s an!. In: Der Tagesspiegel, 27. Februar 2012

Leben und Wirken David Gill wuchs in Herrnhut auf. Er ist das zweitjüngste von sieben Kindern des Bischofs der Herrnhuter Brüdergemeine Theodor Gill.Zum Hintergrund siehe Hedwig Richter: Pietismus im Sozialismus. Die Herrnhuter Brüdergemeine in der DDR (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 186). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, S. 325–326; 333. Nach dem Besuch der Polytechnischen Oberschule und einer Klempnerlehre machte er am Kirchlichen Oberseminar in Potsdam-Hermannswerder sein Abitur, das von der DDR-Regierung aber nur für ein Theologiestudium an Kirchlichen Hochschulen anerkannt war. Er begann ein Theologiestudium am Sprachenkonvikt der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg in Ost-Berlin. Im Zuge der Friedlichen Revolution wurde er Anfang 1990 Vorsitzender des Bürgerkomitees zur Auflösung der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin.Joachim Gauck: Winter im Sommer – Frühling im Herbst. Erinnerungen. Siedler Verlag, München 2009, ISBN 978-3-88680-935-6, S. 238. Beim Aufbau der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen wurde er enger Mitarbeiter von Joachim Gauck und unter anderem ihr erster Pressesprecher. 1991 wurde er zusammen mit Christian Führer, Joachim Gauck, Anetta Kahane, Ulrike Poppe und Jens Reich stellvertretend für „Die friedlichen Demonstranten des Herbstes 1989 in der damaligen DDR“ mit der „Theodor-Heuss-Medaille“ der Theodor-Heuss-Stiftung ausgezeichnet. mini|hochkant|David Gill, 2010 Im Jahr 1992 verließ er die Behörde und begann ein Jura-Studium. Bei einem Auslandsjahr an der University of Pennsylvania in Philadelphia 1998 erwarb er den Grad eines Master of Laws (LL.M.). Zurück in Deutschland, legte er 2000 das Zweite Juristische Staatsexamen ab. Danach arbeitete er als Referent beim Bundesministerium des Innern und als Referent des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit Hansjürgen Garstka.

Anfang 2004 wurde er vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Oberkirchenrat und Stellvertreter des Bevollmächtigten des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union berufen.Neuer Stellvertreter des Bevollmächtigten des Rates der EKD, Pressemitteilung der EKD vom 14. Januar 2004, abgerufen am 25. Februar 2012 Der Bevollmächtigte war bis 2008 Stephan Reimers.

Nach der Nominierung von Joachim Gauck als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten übernahm David Gill die Leitung dessen Übergangsbüros.David Gill – Gaucks Vertrauter fürs Schloss Bellevue. In: Die Welt, 25. Februar 2012 Am 19. März 2012 wurde er von Joachim Gauck zum beamteten Staatssekretär ernannt und war damit Chef des Bundespräsidialamtes.David Gill ist Gaucks wichtigster Mitarbeiter. In: Bild Online, 19. März 2012 Nach der Wahl von Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten im Februar 2017 wurde David Gill in den Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger wurde Stephan Steinlein. Von Sommer 2017 bis Sommer 2024 war Gill Generalkonsul des deutschen Generalkonsulats in New York City. Im August 2024 wurde er als Nachfolger von Cord Meier-Klodt Botschafter in Irland und Leiter der Botschaft in Dublin.

Gills Frau Sheila Shrivastava ist Amerikanerin.https://www.legacy.com/us/obituaries/telegram/name/renate-shrivastava-obituary?pid=199464612 Das Paar hat zwei Töchter. Er ist Mitglied der SPD.Gaucks WG bezieht Bellevue. In: sueddeutsche.de, 19. März 2012

Werke (mit Ulrich Schröter u. a.): Das Ministerium für Staatssicherheit: Anatomie des Mielke-Imperiums. Rowohlt, Berlin 1991, ISBN 3-87134-017-0; Taschenbuch (rororo 9369) 1993 ISBN 3-499-19369-8 Best Practice – Bericht aus der Praxis eines Informationsbeauftragten. In: Bettina Sokol (Hrsg.): Sommersymposium Informationsfreiheit Düsseldorf 2004, S. 51–69 Volltext (PDF; 470 kB)

Weblinks

Biografie auf EKD.de (bis 2004)

Einzelnachweise

Kategorie:Jurist im auswärtigen Dienst Kategorie:Deutscher Botschafter in Irland Kategorie:Deutscher Generalkonsul Kategorie:Person (Aufarbeitung der SED-Diktatur) Kategorie:Jurist im Kirchendienst Kategorie:Chef des Bundespräsidialamtes Kategorie:SPD-Mitglied Kategorie:Träger des Ordens des Marienland-Kreuzes (I. Klasse) Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz) Kategorie:Träger des norwegischen Verdienstordens (Großkreuz) Kategorie:Träger der Theodor-Heuss-Medaille Kategorie:Deutscher Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Mann