mini|Das Lyzeum II, später Goethegymnasium, mit der Turmspitze in der Goethestraße; Ansichtskarte Nummer „217“ (Mondscheinkarte) von Karl Friedrich Wunder, um 1898 Das ehemalige Königliche Goethegymnasium (auch: Goethe-Gymnasium oder Lyzeum II) in Hannover war ein Gymnasium für Jungen.Dieter Brosius: Goethegymnasium, In: Hannover Chronik, S. 133, 148; online über Google Books Standort war die Goethestraße in der Calenberger Neustadt.siehe Ansichtskarte
Geschichte 1870 begann die schon seit 1828 geplante Erweiterung Hannovers, als in der Calenberger Neustadt der letzte Rest des Stadtgrabens – Teil der ehemaligen Stadtbefestigung Hannover – zugeschüttetIlse Rüttgerodt-Riechmann: Die nordwestliche Vorstadt Glocksee, In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Niedersächsisches Landesamt – Veröffentlichungen des Instituts für Denkmalpflege, Braunschweig/Wiesbaden: Friedr. Vieweg & Sohn, ISBN 3-528-06203-7, S. 94f. und darüber hinweg die Goethestraße angelegt wurde.Helmut Zimmermann: Goethestraße, In: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 94 Nun konnte 1871 das Lyzeum II gegründet werden als Abspaltung des traditionsreichen Lyzeums (dem späteren Ratsgymnasium).Dieter Brosius: Goethegymnasium, in Geschichte der Stadt Hannover, Band 2 – Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, hrsg. von Klaus Mlynek und Waldemar R. Röhrbein, schlütersche, Hannover 1994, ISBN 3-87706-364-0, S. 386 Das von dem Fotografen Karl Friedrich Wunder um 1898 aufgenommene und als Ansichtskarte Nummer „217“ dokumentierte Schulgebäude an der Goethestraße:Datei:Karl F. Wunder PC 0217 Hannover, Göthestraße mit Lyzeum II.jpg wurde jedoch erst später, 1888/89 bis 1890 errichtet nach Plänen des Architekten Paul Rowald.Klaus Siegner: Rowald, Paul (1850–1920), In: Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert, hrsg. von Harold Hammer-Schenk und Günther Kokkelink (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...), Ed. Libri Artis Schäfer, 1989 (582 S.), ISBN 3-88746-236-X, S. 569
Noch Anfang des 20. Jahrhunderts diente das spätere Goethe-Gymnasium auch als Vor- und Grundschule, die ab Ostern 1901 beispielsweise durch Ernst Jünger besucht wurde.Ernst Kiesel: Ernst Jünger. Die Biographie, 1. Auflage, München: Siedler, 2007, ISBN 978-3-88680-852-6 und ISBN 3-88680-852-1; Vorschau über Google Books
1907 wurde das Gymnasium vom Staat übernommen. Nachdem der Rat der Stadt Hannover 1912 beschlossen hatte, den Begriff „Lyzeum“ für die bisherigen Höheren Mädchenschulen zu verwenden, wurde das Lyzeum I in Ratsgymnasium umbenannt, das Lyzeum II in Goethegymnasium.
Kurz nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde das Gymnasium 1933 zur Sammelstelle für diejenigen Bücher, die der Bücherverbrennung in Hannover an der Bismarcksäule zum Opfer fallen sollten.Rainer Hoffschildt: Die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933, In: Olivia. Die bisher geheime Geschichte des Tabus Homosexualität und der Verfolgung der Homosexuellen in Hannover. Verein zur Erforschung der Geschichte der Homosexuellen in Niedersachsen, Hannover 1992, Selbstverlag, ISBN 3-9802909-0-5, S. 87ff.
Durch die Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude in der Goethestraße zerstört, auf dem Grundstück wurde in den Wiederaufbaujahren das Eichamt errichtet.
Personen Schulleiter Wilhelm Wiedasch, Lehrer ab 1871, erster Direktor des Lyceums II, AutorProgramm des neu errichteten Städtischen Lyceums II. am Kleverthor zu Hannover für das Schuljahr von Ostern 1871–1872, Hannover: Friedrich Culemann, 1872; Digitalisat
Lehrer Adolf Ey (1844–1934), Lehrer ab 1871, SchriftstellerHugo Thielen: Ey, (1) Karl Julius Adolf, in Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 112 Lutz Korodi (1867–1954), Lehrer und Politiker, ungarischer Reichstagsabgeordneter Hugo Rabe (1867–1932), Lehrer 1897–1915 (Reifeprüfung ebenda 1885), Klassischer Philologe Hans Gossen (1884–1946), Lehrer 1928–1935, Klassischer Philologe Albert Herrmann (1886–1945), Gymnasiallehrer, Geografiehistoriker Rudolf Hoffmann (1889–1958), Lehrer 1944–1945, Historiker
Schüler Wilhelm Polstorff (1843–1906), Gymnasiallehrer, Publizist und Satiriker Christian Wilhelm Berghoeffer (1859–1938), Bibliothekar Adolf Ulrich (1860–1889), Archivar im Stadtarchiv HannoverKlaus Mlynek: Ulrich, (1) Adolf und Ulrich, (2), Oskar In: Hannoversches Biographisches Lexikon S. 366 Oskar Ulrich (1862–1946), Lehrer und Direktor der Höheren Töchterschule II und III in Hannover Julius Blanck (1865–1930), Fonds- und Wechsel-Makler, Bankier, Autor und Herausgeber sowie Mäzen Wilhelm Feise (1865–1948), Philologe, Lehrer und AutorVergleiche u. a.: Franz Kössler: Feise, Wilhelm Georg Ernst, In: Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts, Berufsbiographien aus Schul-Jahresberichten und Schulprogrammen 1825–1918 mit Veröffentlichungsverzeichnissen, Band: Faber – Funge, Vorabdruck (Preprint), Stand: 18. Dezember 2007, Universitätsbibliothek Gießen, Giessener Elektronische Bibliothek, 2008; online als PDF-Dokument Klaudius Bojunga (1867–1949), Germanist, Pädagoge, Schulleiter und Fachautor Wilhelm Vöge (1868–1952), KunsthistorikerErwin Panofsky und Ernest C. Hassold: Wilhelm Vöge. A Biographical Memoir. In: Art Journal. Vol. 28, No. 1, (1968), S. 27–37 Friedrich Wilhelm von Rauch (1868–1899), Premierleutnant beim Potsdamer 1. Garde Regiment zu Fuss, Militärgouverneur und Erzieher der Söhne Kaiser Wilhelms II. und der Kaiserin Auguste Viktoria im Prinzenhaus Plön Wilhelm Spiegelberg (1870–1930), Ägyptologe Arnold Freyer (1872–1960), Abitur 1890, Jurist und Landgerichtsdirektor am Landgericht Hannover Rudolf Herzfeld (1872–1939), Reifezeugnis 1931, Regierungsbaumeister, Erfinder und Bankier Max Meyerhof (1874–1945), Augenarzt und Medizinhistoriker Börries von Münchhausen (1874–1945), Schriftsteller und LyrikerSammy Gronemann: Erinnerungen. Aus dem Nachlass herausgegeben von Joachim Schlör, Philo 2002, S. 49 f. Alfred Gildemeister (1875–1928), Abitur 1896, Politiker (DVP), Reichstagsabgeordneter, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft Sammy Gronemann (1875–1952), Rechtsanwalt, Schriftsteller, Sohn des Rabbiners Selig GronemannPeter Schulze: Gronemann, (1) Sammy. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 135, online über Google Books Friedrich Meyenberg (1875–1949), Ingenieur und HochschullehrerHerbert Mundhenke (Bearb.): Die Matrikel der Höheren Gewerbeschule, der Polytechnischen Schule und der Technischen Hochschule zu Hannover ( = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Band 9, Abt. 6), Band 2: 1891 – 1911, Hannover: Hahnsche Buchhandlung 1991, ISBN 3-7752-5854-X, S. 420o. V.: Meyenberg, Friedrich Ludwig in der Datenbank Niedersächsische Personen in der Version vom 28. September 2012, zuletzt abgerufen am 27. September 2025 Karl Schwering (1879–1948), Verwaltungsbeamter Paul Madsack (1881–1949), Journalist, Maler, Schriftsteller und Jurist Bernhard Rust (1883–1945), Politiker (NSDAP), preußischer Kultusminister und Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und VolksbildungGuido Janthor: , für das Webprojekt Mahnmale-aus-Stein.de vom 24. Dezember 2003, als PDF-Dokument Albrecht Schaeffer (1885–1950), Schriftsteller Karl Jakob Hirsch (1892–1952), Künstler und Schriftsteller, sowie dessen Zwillingsbruder Gottfried HirschHeiko Postma: Der Autor des Geistes. Karl Jakob Hirsch – Autor des „Kaiserwetter“, Nachwort in Karl Jakob Hirsch: Kaiserwetter. Roman, 6. Auflage, Hannover: jmb-Verlag, 2014, ISBN 978-3-940970-98-5, S. 267–288; hier: S. 273 Ernst Jünger (1895–1998), Schriftsteller Ludolf Haase (1898–1972), Politiker (NSDAP), Mediziner Pauline Kühle (1898–1972), Abitur 1914, Politikerin (CDU), Mitglied des Niedersächsischen Landtages, Mitglied des Ernannten Niedersächsischen Landtages und Mitglied des Ernannten Hannoverschen Landtages Christoph Hackethal (1899–1942), katholischer Geistlicher, im KZ Dachau umgekommenKlaus Mlynek: Hackethal, (1) Christoph Bernhard Wilhelm, in Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 144 Adolf Katz (1899–1980), Abitur 1917, Jurist, Politiker (NSDAP), Reichstagsabgeordneter, Generalmajor der Waffen-SS. Bernhard Sprengel (1899–1985), Fabrikant und Kunstmäze Kurt Dehne (1901–1990), römisch-katholischer Priester und Jesuit Gustav Mensching (1901–1978), Religionswissenschaftler Erwin Spiegelberg (1901–1938), Reifeprüfung 1919, Chemiker Theo Lingen (1903–1978), Schauspieler, Regisseur und Buchautor Herbert Röhrig (1903–1977), Heimatforscher, Jurist, Kaufmann und Vorsitzender des Niedersächsischen Heimatbundes Werner Kreipe (1904–1967), Abitur 1922, General der Flieger der Wehrmacht und vorletzter Generalstabschef der Luftwaffe Josef Augstein (1909–1984), Strafverteidiger Ernst J. Eichwald (1913–2007), Emigrant, Pathologe
Goetheschule 1955 ging aus der Sophienschule die heutige Goetheschule hervor mit den beiden Standorten Franziusweg 43 in Hannover-Nordstadt.Hans Kammel: Goetheschule, In: Stadtlexikon Hannover, S. 224 Die Schwerpunkte der Goetheschule sind Naturwissenschaften, Musik und Theater. Besonders am Gymnasium Goetheschule ist der Musikzweig (seit 25 Jahren) und der freiwillige Ganztagsbetrieb, sowie die Austauschprogramme und die Hochbegabtenförderung.Info-Flyer als PDF für das Schuljahr 2013/2014 (nicht mehr abrufbar). – Vgl. Flyer 2019 (PDF), Website der Goetheschule. Im Abiturjahrgang 2013 hatte die Goetheschule stadtweit die meisten Abiturienten. Mit exakt 128 erfolgreich abgelegten Abiturprüfungen belegte sie den Spitzenplatz vor der St.-Ursula-Schule (125) und der IGS Mühlenberg (124)., Website der Goetheschule 2013
Literatur Programm des neu errichteten Städtischen Lyceums II. am Kleverthor zu Hannover für das Schuljahr von Ostern 1871–1872, Hannover: Friedrich Culemann, 1872; Digitalisat
Weblinks
Webpräsenz des heutigen Gymnasiums Goetheschule
Einzelnachweise
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