mini|hochkant=0.85|João Pedro Rodrigues (2022) João Pedro Rodrigues (* 1966 in Lissabon) ist ein portugiesischer Filmregisseur.

Werdegang Nach einem abgebrochenen Studium der Ornithologie begann er 1985 ein Studium an der Lissaboner Filmhochschule, das er 1989 abschloss. Nach Assistenzen bei anderen Regisseuren wie Alberto Seixas Santos und Teresa Villaverde drehte er 1988 seinen ersten Kurzfilm, O Pastor („Der Schäfer“). Sein folgender Kurzfilm Parabéns („Herzlichen Glückwunsch“) erhielt eine besondere Erwähnung auf dem 54. Filmfestival Venedig. 1998 drehte er Viagem à Expo zur Expo 98, der Weltausstellung in Lissabon.

2000 lief sein erster langer Spielfilm, O Fantasma, in Venedig und fiel der internationalen Kritik auf. In der Folge erhielt O Fantasma weitere Auszeichnungen, darunter zwei Hauptpreise als bester Film (in Belfort und New York). Nach seinem zweiten Langfilm Two Drifters (orig.: Odete) 2005, drehte er To Die Like a Man (orig.: Morrer Como um Homem), der 2009 beim Filmfestival Cannes in der Sparte Un Certain Regard Premiere hatte und eine Reihe Preise gewann. Der Autor Carlos Castro beschuldigte Rodrigues, für den Film seinen Roman Ruth Bryden als Vorlage verwendet zu haben. 2012 erschien sein Film A Última Vez Que Vi Macau („Als ich Macau das letzte Mal sah“).

Für seinen Film O Ornitólogo erhielt er 2016 den Leoparden für die beste Regie auf dem Internationalen Filmfestival von Locarno.http://www.cineman.ch/news/filmfestival-locarno-die-gewinner-2016/12378/

Rezeption Rodrigues’ Filme sind meist im Homosexuellen-Milieu angesiedelt, was im portugiesischen Film bis dato eher selten vorkam, und von keinem portugiesischen Regisseur bisher so konsequent thematisiert wurde.A. Murtinheira & I. Metzeltin: Geschichte des portugiesischen Kinos. 1. Auflage, Praesens Verlag, Wien 2010, Seite 159. Während seine atmosphärischen Bilder meist kontrolliert und beobachtend bleiben, sind Rodrigues’ Figuren unkontrolliert, unbändig oder verloren. Seine Filme haben mitunter wegen mancher Szenen und Themen in der portugiesischen Öffentlichkeit für Kontroversen gesorgt. Von der Kritik sind seine Filme mit großem Interesse aufgenommen worden. So haben die Cinemathek der BAM – Brooklyn Academy of Music und das HFA – Harvard Film Archive Rodrigues-Retrospektiven gezeigt, aber auch in anderen Ländern haben sich Cineasten mit ihm beschäftigt, auch in Deutschland.https://www.cinema-muenster.de/menu/programm/filmreihen/uebermut00.html Er gehört zusammen mit Namen wie Miguel Gomes oder Edgar Pêra zu einer neuen Generation portugiesischer Filmschaffender, die eigene Erzählsprachen entwickeln, abseits des Mainstreams und der Modethemen. So steht Rodrigues mit seinen zeitgenössischen Themen und seiner Film-Ästhetik in der Tradition der portugiesischen Autorenfilmer seit dem Novo Cinema und gilt gleichzeitig als einer der Hoffnungsträger für den jungen europäischen Film, insbesondere des schwul-lesbischen Kinos.http://www.villagevoice.com/2010-10-06/film/joao-pedro-rodrigues-queer-cinema-s-phantom-menace/

Filmografie 1998: O Pastor 1997: Parabéns! 1998: Viagem à Expo 2000: O Fantasma 2005: Odete 2007: China China 2009: To Die Like a Man (Morrer Como Um Homem) 2011: Manhã de Santo António 2011: Alvorada Vermelha 2012: A Última Vez Que Vi Macau 2015: IEC Long 2016: Der Ornithologe (O Ornitólogo) 2017: Où en êtes-vous, João Pedro Rodrigues? (Kurzfilm, Doku) 2019: 30/30 Vision: 3 Decades of Strand Releasing (Beitrag) 2021: Um Quarto na Cidade (Kurzfilm, Doku) 2022: Will-o’-the-wisp (Fogo-Fátuo)

Siehe auch Portugiesischer Film

Weblinks

Umfangreiche Kritik und Interview 2009 (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmeditor Kategorie:LGBT-Aktivist (Portugal) Kategorie:Person (Lissabon) Kategorie:Portugiese Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Mann