Staufenberg ist eine Kleinstadt im Norden des mittelhessischen Landkreises Gießen.

Geografie Geographische Lage Die Bebauung der Stadt geht im Westen unmittelbar in die der Nachbarstadt Lollar über. Staufenberg liegt an der A485 zwischen zwei Universitätsstädten: Gießen liegt 10 km südlich und Marburg an der Lahn liegt knapp 20 km nördlich.

Staufenberg grenzt im Norden an die Gemeinden Fronhausen und Ebsdorfergrund (beide Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Osten an die Stadt Allendorf (Lumda), im Süden an die Gemeinde Buseck und im Westen an die Stadt Lollar (alle im Landkreis Gießen).

Stadtgliederung Zu Staufenberg gehören die Stadtteile Daubringen, Mainzlar, Staufenberg und Treis an der Lumda. Die rund 8500 Einwohner verteilen sich auf die vier Stadtteile Staufenberg (2600), Treis (2300), Mainzlar (1800) und Daubringen (1800). Der Stadtteil Staufenberg besitzt seit mindestens 1336 Stadtrechte.

Ortsgeschichte mini|Historischer Ortskern mit Ober- und Unterburg des Ortsteils Staufenberg

Mittelalter Die älteste schriftliche Erwähnung von Staufenberg findet sich als Stophenberc in einer Urkunde des Klosters Haina, die in die Zeit 1205–1206 datiert wird. . In einem Kopiar aus dem Jahre 1226 wurde „... Christiano de Stophinberg ...“ genannt.Valentin Ferdinand Gudenus: Codex diplomaticus 1–5. Göttingen, Ffm, Leipzig 1743–1768. Band 2, S. 634, Nr. 2. Burg Staufenberg erscheint urkundlich 1233: „... in castro Stouphenberch ...“ (in der Burg Staufenberg).Helfrich Bernhard Wenck: Hessische Landesgeschichte II mit einem Urkundenbuch. Band 2. Frankfurt am Main und Leipzig. 1789. Urkunde Nr. 114, S. 150. Im Zusammenhang mit der Burg steht auch: „... Henricum Scabin, militem in Staufinberg ...“ (Heinrich Scabin(em)? Ritter in Staufenberg).Ludwig Baur: Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau. Darmstadt 1851. Nr. 437, S. 295. „... Burger tzu Stoyfenberg“ erscheinen 1349 urkundlich.Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 849, S. 579. Ein Kopiar aus dem Jahre 1590 kennt „... zu Staufenburg...“. Datiert wird der Eintrag auf 1369.Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins. N.F. (1950), S. 18. Schließlich heißt es 1409: „... vnß sloiß Stauffenberg (Unser Schloss Staufenberg).“Ludwig Baur: Hessische Urkunden. Band 1. Nr. 33, S. 28 f.

Der Ortsname bedeutet „Burg auf dem steilen, kegelförmigen Berg.“ Das Bestimmungswort ist das mhd. Adjektiv stouf, entsprechend dem heutigen steil.Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 355 f.

Basierend wohl auf Schenkungen des 8. Jahrhunderts an das Kloster Fulda, erlangten die Grafen von Ziegenhain die Stiftsvogtei des Klosters. Dazu gehörte auch die Exklave um die Burg Staufenberg. Diese wurde wahrscheinlich schon „... im frühen 12. Jahrhundert ...“ von den Grafen von Ziegenhain erbaut.Handbuch der historischen Stätten. Hessen. S. 423.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über:

Neuzeit Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz die bis dahin selbstständigen Gemeinden Daubringen, Mainzlar und Treis an der Lumda mit der Stadt Staufenberg zur neuen Stadt Staufenberg zusammengeschlossen. Diese gehörte vom 1. Januar 1977 bis zur Wiedereinrichtung des Landkreises Gießen am 1. August 1979 dem Lahn-Dill-Kreis an. Ein Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung wurde für „Treis an der Lumda“ sowie ein gemeinsamer Ortsbezirk für die Stadtteile Staufenberg, Mainzlar und Daubringen eingerichtet.

Gleichzeitig wurden am 1. Juli 1974 Gebietsteile mit damals etwas weniger als 100 Einwohnern an die Nachbarstadt Lollar abgetreten.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Staufenberg angehört(e):

um 1300: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Ziegenhain, Amt Staufenberg ab 1450: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Staufenberg vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Oberfürstentum Hessen, Oberamt Gießen (ab 1789) ab 1806: Großherzogtum Hessen, Fürstentum Ober-Hessen, Landamt Gießen ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landamt Gießen,Neuste Länder und Völkerkunde, Band 22, S. 413, Weimar 1821 ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk GießenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Gießen) und Verwaltung. ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Grünberg ab 1837: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Gießen ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1867: Norddeutscher Bund, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Gießen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Gießen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis ab 1979: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Gießen ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Gießen

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Staufenberg 8114 Einwohner. Darunter waren 548 (6,8 %) Ausländer, von denen 240 aus dem EU-Ausland, 210 aus anderen europäischen Ländern und 97 aus anderen Staaten kamen. (Bis zum Jahr 2019 erhöhte sich die Ausländerquote auf 10,7 %.) Nach dem Lebensalter waren 1308 Einwohner unter 18 Jahren, 3444 zwischen 18 und 49, 1746 zwischen 50 und 64 und 1620 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 3606 Haushalten. Davon waren 1095 Singlehaushalte, 1083 Paare ohne Kinder und 1080 Paare mit Kindern, sowie 291 Alleinerziehende und 57 Wohngemeinschaften. In 783 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 2424 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung • 1577: 84 Hausgesesse • 1648: 48 Untertanen, 15 Witwen, 2 Befreite • 1669: 382 Seelen • 1742: 3 Geistliche/Beamte, 92 Untertanen, 38 Junge Mannschaften • 1791: 490 Einwohner • 1800: 474 Einwohner • 1806: 458 Einwohner, 95 Häuser • 1829: 537 Einwohner, 95 Häuser • 1867: 567 Einwohner, 101 Häuser

Religionszugehörigkeit Quelle: Historisches Ortslexikon • 1830: 537 evangelische Einwohner • 1961: 1295 evangelische (= 80,5 %), 302 katholische (= 18,8 %) Einwohner • 1987: 5237 evangelische (= 72,9 %), 1425 katholische (= 19,8 %), 518 sonstige (= 7,2 %) Einwohner • 2011: 4765 evangelische (= 58,7 %), 1275 katholische (= 15,7 %), 2074 sonstige (= 25,6 %) Einwohner

Historische Erwerbstätigkeit 1961: Erwerbspersonen: 126 Land- und Forstwirtschaft, 450 Prod. Gewerbe, 107 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 99 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Staufenberg erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 38,91031,9838,61043,51249,91348,713 24,3725,1725,4726,0728,9830,88 21,5621,2622,9614,8418,0516,85 GAL Grün-Alternative Liste11,9317,2513,1412,83———— 3,414,51——2,813,212,51 ——————————1,10 Gesamt 100,0 27 100,0 27 100,0 27 100,0 27 100,0 27 100,0 27 Wahlbeteiligung in % 58,2 51,8 49,4 53,6 39,3 50,2

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Staufenberg neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und elf weitere Stadträte angehören.Stadt Staufenberg: Magistrat Bürgermeister ist seit dem 1. August 2011 Peter Gefeller (SPD), der bis dahin als Erster Stadtrat dem Magistrat angehörte. Er wurde als Nachfolger von Horst Münch (SPD), der acht Monate vor dem Ende seiner vierten Amtszeit in den Ruhestand getreten war, am 10. April 2011 im ersten Wahlgang bei 53,0 Prozent Wahlbeteiligung mit 54,7 Prozent der Stimmen gewählt. Es folgten zwei Wiederwahlen, zuletzt im März 2023.Votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Staufenberg 2023

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: für die Ansicht der archivierten Einzelergebnisse ggf. die Endung index.html aus der Webadresse löschen und diese dann neu laden 2011–2029 Peter Gefeller (SPD)VRM, 10. Oktober 2021 Peter Gefeller seit zehn Jahren Bürgermeister in Staufenberg 1988–2011 Horst Münch (SPD)Gießener Allgemeine, August 2010: Staufenberg: Erst ein Bürgermeisterkandidat und Juli 2011: Horst Münch: Vom Bürgermeister zum fast Privatmann. Er „wird nach knapp 24 Jahren Amtszeit als Staufenberger Bürgermeister verabschiedet.“

Ortsbeiräte der Stadt Staufenberg Folgende Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung, gibt es im Stadtgebiet: Ortsbezirk Treis (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Treis an der Lumda). Ortsbezirk Staufenberg, Daubringen und Mainzlar (das übrige Stadtgebiet). Der Ortsbeirat wählt eines seiner Mitglieder zum Ortsvorsteher bzw. zur Ortsvorsteherin.

Gemeinsamer Ortsbeirat Staufenberg, Daubringen und Mainzlar (OB-Staufenberg) Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 48,36 %. Dabei wurden gewählt: vier Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder der CDU, zwei Mitglieder der Freien Wählern (FW) und ein Mitglied der „Grün Alternativen Liste“ (GAL). Der Ortsbeirat wählte Christian Grölz (SPD) zum Ortsvorsteher.

Städtepartnerschaften Moravská Třebová (Mährisch-Trübau), Tschechien seit 2004 Tarján, Ungarn seit 1990

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Unterburg der Burg Staufenberg mini|Gotischer Torturm von 1401 mini|Staufenberg - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Boden- und Kulturdenkmäler Der Totenberg im Ortsteil Treis auf der Gemarkungsgrenze zu Allendorf birgt mehrere archäologische Besonderheiten. Bei Nachforschungen an Abris am südöstlichen Hangfuß kamen altsteinzeitliche Steinwerkzeuge zutage; ein Ringwall auf dem Bergplateau erbrachte archäologische Streufunde unterschiedlicher Zeitstellung, insbesondere der Michelsberger Kultur, der älteren Eisenzeit und des Frühmittelalters.

Die Burg Staufenberg, eine Höhenburg auf dem namengebenden Staufenberg, bildete die Keimzelle zur Entwicklung des Marktstädtchens Staufenberg im Mittelalter. Noch heute prägt der Stadtteil Staufenberg mit den Ruinen der Oberburg, der gastronomisch genutzten Unterburg und seiner vom spätmittelalterlichen Torturm geschmückten Altstadt das Landschaftsbild im nördlichen Kreis Gießen.

Sport Der bedeutendste Sportverein der Stadt ist der TV 05 Mainzlar, dessen Damen-Handball-Mannschaft lange Zeit in der ersten Bundesliga und im Europapokal gespielt hat und einmal den DHB-Pokal nach Staufenberg holte. Aktuell spielt die erste Mannschaft in der Landesliga Mitte (Hessen). In jedem Stadtteil existieren Sportvereine mit einem breiten Angebot an Breiten- und Leistungssport.