Leonid Schaposchnikow (* 1950) ist ein sowjetischer Boxer. Er wurde 1977 Europameister im Mittelgewicht.
Werdegang
Leonid Schaposchnikow stammt aus Irkutsk in Sibirien. Er begann dort als Jugendlicher mit dem Boxen und wurde im Jahre 1970 sowjetischer Juniorenmeister (U 20) im Halbmittelgewicht. Er trat in die Rote Armee ein und wurde Mitglied eines Armee-Sportklubs in Lwow.
1973 erreichte er bei der sowjetischen Meisterschaft das Finale im Halbmittelgewicht, konnte in diesem aber wegen einer Verletzung gegen Alexander Schipilow nicht antreten. Bei dem kurz danach stattfindenden Europameisterschafts-Ausscheidungsturnier in Lwow besiegte er dann im Endkampf Alexander Schipilow nach Punkten. Bei der Europameisterschaft 1973 wurde er aber nicht eingesetzt. 1974 wurde er dann mit einem Punktsieg im Finale über Wiktor Kurischko erstmals sowjetischer Meister im Halbmittelgewicht. Im gleichen Jahr siegte er in Sofia bei der 11. Meisterschaft der Armeen der Warschauer-Pakt-Staaten (SKDA-Meisterschaft) im Mittelgewicht im Finale über Alexander Schipilow nach Punkten.
Bei der sowjetischen Meisterschaft 1975 verlor Leonid Schaposchnikow im Halbmittelgewicht bereits im Achtelfinale gegen Tjuljugasi Tursenkajew, einem Kasachen, womit er nur den 9. Platz belegte. Er kam aber trotzdem bei der 12. SKDA-Meisterschaft in Pjöngjang im Mittelgewicht zum Einsatz, verlor dort aber den Endkampf gegen Chang Bon Mun aus Nordkorea nach Punkten. 1976 verlor er bei der sowjetischen Meisterschaft im Halbmittelgewicht im Halbfinale gegen Alexander Schurawljew nach Punkten und bekam keine Chance, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.
1977 gewann Leonid Schaposchnikow seinen zweiten sowjetischen Meistertitel. Im Mittelgewicht besiegte er dabei im Halbfinale Wladimir Schin und im Finale Anatoli Klimanow nach Punkten. Er wurde daraufhin auch bei der Europameisterschaft in Halle (Saale)) eingesetzt. Er besiegte dort Manfred Jassmann, Bundesrepublik Deutschland (5:0) und Slobodan Kačar, Jugoslawien (3:2) nach Punkten, den Bulgaren Ilja Angelow durch K. o. in der 2. Runde und im Endkampf Bernd Wittenburg aus der DDR nach Punkten (5:0) und wurde damit Europameister. Drei Monate später siegte er bei der 13. SKDA-Meisterschaft in Havanna im Mittelgewicht im Finale über seinen sowjetischen Mannschaftsgefährten Wladimir Schin nach Punkten.
Über den gleichen Boxer siegte er dann auch im Endkampf der sowjetischen Meisterschaft 1978. Bei der Weltmeisterschaft 1978 in Belgrad galt er dann als Mitfavorit. Er wurde dieser Einschätzung zunächst auch gerecht, in dem er die starken Valentin Silaghi, Rumänien (5:0) und Janusz Gortat aus Polen durch Abbruch in der 2. Runde besiegte. Dann traf er jedoch im Viertelfinale auf Slobodan Kacar, der, unterstützt vom fanatischen jugoslawischen Publikum zu einem knappen 3:2-Punktsieg über Leonid Schaposchnikow kam. Dieser blieb damit mit dem 5. Platz ohne Medaille.
Ende 1978 beendete Leonid Schaposchnikow seine Karriere.
Internationale Erfolge
Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse Ergebnis 1970 1. Intern. Junioren-Turnier in Vidin/Bulgarien Halbmittel nach einem Punktsieg im Finale über Ilie, Rumänien 1974 1. Intern. Turnier um den „Schwarzen Diamanten“ in Kattowitz Halbmittel nach einem Punktsieg im Finale über Wieslaw Niemkiewicz, Polen 1974 1. 11. SKDA-Meisterschaft in Sofia Mittel nach einem Punktsieg im Finale über Alexander Schipilow, UdSSR 1975 2. 12. SKDA-Meisterschaft in Pjöngjang Mittel nach einer Punktniederlage im Finale gegen Chang Ban Mun, Nordkorea 1977 1. EM in Halle (Saale) Mittel nach Punktsiegen über Manfred Jassmann, BRD (5:0) und Slobodan Kačar, Jugoslawien (3:2), einem KO-Sieg in der 2. Runde über Ilja Angelow, Bulgarien und einem Punktsieg über Bernd Wittenburg, DDR (5:0) 1977 1. 13. SKDA-Meisterschaften in Havanna Mittel nach einem Punktsieg im Finale über Wladimir Schin, UdSSR 1978 5. WM in Belgrad Mittel nach einem Punktsieg über Valentin Silaghi, Rumänien (5:0), einem Abbruch-Sieg in der 2. Runde über Janusz Gortat, Polen und einer Punktniederlage gegen Slobodan Kacar (2:3) 1978 1. Intern. Turnier der Zeitung „Volksstimme“ in Wien Mittel nach einem KO-Sieg in der 2. Runde im Finale über Wieslaw Niemkiewicz
Länderkämpfe
Jahr Ort Begegnung Gewichtsklasse Ergebnis 1974 Moskau UdSSR gegen USA Halbmittel Punktsieg über John Mills 1975 Las Vegas USA gegen UdSSR Halbmittel Punktsieg über Jerome Bennett 1975 St. Louis USA gegen UdSSR Halbmittel Abbruch-Sieg in der 3. Runde über William Tuttle 1975 New York USA gegen UdSSR Halbmittel Abbruch-Sieg in der 3. Runde über Henry Bunch 1978 Moskau UdSSr gegen USA Mittel Punktsieg über Jeff McCracken
Meisterschaften der Sowjetunion
Jahr Platz Gewichtsklasse Ergebnis 1970 1. Halbmittel Anm.: Juniorenmeisterschaft (U 20) 1973 2. Halbmittel nach kampfloser Niederlage (Verletzung) im Finale gegen Alexander Schipilow 1974 1. Halbmittel nach Punktsieg im Finale über Wiktor Kurischko 1975 9. Halbmittel nach einer Punktniederlage im Achtelfinale gegen Tjuljugasi Tursenkajew (2:3) 1976 3. Halbmittel nach einer Punktniederlage im Halbfinale gegen Alexander Schurawljew 1977 1. Mittel nach einem Punktsiegen im Halbfinale über Wladimir Schin und im Finale über Anatoli Klimanow 1978 1. Mittel nach einem Punktsieg im Finale über Wladimir Schin
Erläuterungen
WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft Halbmittelgewicht, Gewichtsklasse bis 71 kg, Mittelgewicht, bis 75 kg Körpergewicht
Quellen
Fachzeitschrift Box Sport Website http://amateur-boxing.strefa.pl/
Kategorie:Boxer (Sowjetunion) Kategorie:Europameister (Boxen) Kategorie:Sowjetischer Meister (Boxen) Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1950 Kategorie:Mann